Warum die Historizität des Sündenfalls entscheidend ist

„Many have questioned the historicity of the fall, but it is important for us to maintain that it actually happened. (…) There are two possibilities: either sin is a component of human nature (as some have said, „Adam is everyman“) or it began after God had already established human nature, in a historical event. The first possibility leaves us without hope. For we can never escape our nature, and if sin is part of that nature, we can never escape sin or its consequences. But if sin came into the world through a historical event, it is possible for other events to reverse the first.

John N. Frame, Systematic Theology: An Introduction to Christian Belief, Phillipsburg: P&R, 2013, 853.

Bibelkunde und die Liebe zum Wort

Als ich im Herbst 2005 mein Theologiestudium an der FTH Gießen (die damals noch FTA hieß) begann, stand neben Griechisch vor allem Bibelkunde auf dem Programm. Ich erinnere mich nur noch an wenige Einzelheiten aus diesen Vorlesungen. Sehr gut eingeprägt hat sich bei mir dagegen die Haltung, mit der mein damaliger Dozent uns die Bibel näher brachte.

Seine Haltung war einerseits geprägt von großer Liebe zum Wort. Man hat es gespürt, dass diesem Mann die Bibel kostbar ist. Sie war für ihn nicht nur Unterrichtsgegenstand über den er eben zu referieren hat, sondern sie war ihm auch persönlich ein großer Schatz.

Man spürte ihm andererseits Demut gegenüber dem Wort ab. Er hat uns nicht nur erklärt, warum die Bibel die autoritative Offenbarung Gottes ist, wie man das begründen kann und warum das wichtig ist. Nein, man hat schon an der Art und Weise wie er über die Bibel sprach oder wie er mit schwierigen Stellen umging, gemerkt, dass die Bibel für ihn persönlich tatsächlich das Wort Gottes ist, dem es sich unterzuordnen gilt.

Und zuletzt war seine Haltung von großem Interesse an der Bibel gekennzeichnet. Nun, mein damaliger Dozent unterrichte Bibelkunde damals schon seit Jahrzehnten. Aber sein Interesse an der Heiligen Schrift tat das keinen Abbruch. Wenn neue Fragen auftauchten, war er immer daran interessiert, eine gute Antwort zu finden.

Wenn ich so darüber nachdenke, dann bin ich sehr dankbar, dass dieser Dozent (und auch die übrigen) mir so eine Haltung der Liebe zum Wort, der Demut gegenüber dem Wort und des Interesses am Wort so lebendig vorgelebt haben. Das ist mit Sicherheit das Wertvollste, was ich aus vier Jahren Studium mitgenommen habe (und ich habe natürlich noch viele andere sehr wertvolle Dinge gelernt wie Exegese, Homiletik und andere fachliche Dinge)

Ich frage mich aber auch, welche Haltung ich eigentlich vermittle, wenn ich über Gottes Wort spreche. Welche Haltung gegenüber der Bibel nehmen die Gottesdienstbesucher war, wenn ich sonntags predige? Was denken meine Jugendlichen im Jugendkreis, wenn ich mit ihnen über einen Bibeltext spreche? Mein Wunsch und Gebet ist es, dass man auch mir das abspürt: Dass ich Gottes Wort liebe. Dass es für mich nicht nur abstrakt-theoretisch sondern auch persönlich autoritativ ist. Und dass ich echtes Interesse – ja Hunger – nach diesem Wort habe, das doch das Wort des allmächtigen Gottes ist.

Wenn Menschen mit Lug und Trug Erfolg haben

Die biblischen Gestalten sind alles andere als fehlerlose Helden. So betrügt z.B. Jakob seinen Vater Isaak, um sich den besonderen väterlichen Segen zu sichern. Und das ganze gelingt und es scheint sogar so, als würde Gott über diese Unehrlichkeit hinwegsehen. Am vergangenen Sonntag habe ich über diese spannende Geschichte aus 1Mose 27,1-28,5 gepredigt:

Der Plan von Rebekka und Jakob geht auf und der Betrug gelingt. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass Gott den Betrug in diesem Fall zwar nutzt, aber ihn nicht duldet oder bejaht. Und so werden wir noch sehen, wie schmerzhafte Konsequenzen dieses hinterhältige Verhalten für Jakob und Rebekka haben wird. Hier aber sehen wir zunächst, wie Menschen mit unlauteren Methoden Erfolg haben. Wir beobachten, wie ein Betrug gelingt, wie das hinterlistige Vorgehen die beiden zum Ziel führt. Ja, in diesem Moment scheint es so, als würde sich das unehrliche Verhalten der beiden auszahlen.

Das genau ist oft genau der Eindruck, den wir auch bekommen, wenn wir diese Welt und unsere Umwelt betrachten. Dass es sich – genau wie hier – auszahlt, unehrlich zu sein, egoistisch auf sich fixiert zu sein, zu betrügen, zu lügen, andere zu hintergehen, Intrigen zu spinnen, sich einfach zu nehmen, was man will. Alle diese unlauteren Methoden haben doch so oft Erfolg. Ja, Gott duldet das alles nicht – und doch sieht es zunächst ganz danach aus.

Wir, liebe Geschwister, müssen einen Moment lang glauben, dass Gott das wirklich nicht duldet. Wir sind herausgefordert einen Moment lang zu glauben – entgegen der offensichtlichen Realität – dass sich solches Verhalten eben nicht auszahlt. Wir müssen da Gott vertrauen, dass es anders ist als zunächst erscheint. Einen Moment lang – und dieser Moment kann lange sein, er kann sogar unser ganzes irdisches Leben dauern – müssen wir vertrauen, dass sich Lug und Trug nicht auszahlen. Dazu fordert uns Gott heraus!

Meine ganze Predigt über 1Mose 27,1-28,5 „Erzwungener Segen – oder: wie eine ganze Familie Gott zu manipulieren versucht“, kannst du hier nachhören.

Der bestmögliche Anreiz zu beten

 „Die Bibel lehrt uns, dass unsere Gebete wichtig sind – wir haben nicht, weil wir nicht bitten (vgl. Jak 4,2) – und dass trotzdem Gottes weiser Plan souverän und unfehlbar ist. (…) Wenn wir glauben, dass Gott alles regiert und dass unser eigenes Handeln nicht zählt, führt uns das in eine passive Entmutigung – es bringt ja doch nichts zu beten … Glauben wir dagegen ernsthaft, dass wir mit unserem Handeln und Beten Gottes Arm bewegen und seine Pläne ändern können, ist das Ergebnis eine lähmende Angst. (Was, wenn wir Gottes Arm falsch bewegen?) Ist dagegen beides wahr, haben wir den bestmöglichen Anreiz, uns anzustrengen, und wissen uns doch die ganze Zeit getragen von den ewigen Armen Gottes, denn es ist ja gar nicht möglich, dass wir Gottes gute Pläne für uns zunichtemachen können (vgl. Jer 29,11). (244f)

Timothy Keller, Beten: Dem heiligen Gott nahekommen, Gießen: Brunnen, 2016.

Verschleudere nicht deinen größten Schatz!

Am letzten Sonntag habe ich über den Text gepredigt, in dem uns berichtet wird, wie Esau sein Erstgeburtsrecht für eine warme Mahlzeit verkaufte:

Das Verhalten Esaus hier ist uns als Warnung gegeben. Gottes Wort ruft uns hier zu: Achtung, wenn du impulsiv und unbedacht handelst, um deine Begierden zu befriedigen. Sei nicht wie Esau, der das Wertvollste was er besaß – das Erstgeburtsrecht – verachtete und für eine warme Mahlzeit verschleuderte. Nimm nicht das Wertvollste, was du hast – als Christ ist es deine Gotteskindschaft, diese persönliche, vertrauensvolle Beziehung zum allmächtigen Gott durch Jesus Christus – um es einfach zu verschleudern. Gib das nicht auf, nur weil du unter Druck stehst, weil du einen Moment der Schwäche oder Anfechtung erlebst.

Bei Esau war es der Hunger, die Müdigkeit, die Abgespanntheit. In diesem Moment der Schwäche gab er das Wertvollste weg, was er hatte, um etwas sehr Vergängliches – eine warme Mahlzeit – zu erhalten. Bei dir sind es vermutlich andere Situationen, in denen du schwach und angefochten bist. Situationen, in denen die Versuchung auf einmal groß wird, den einfachen Weg zu gehen. Gegebenheiten, in denen das Warten so unerträglich schwierig wird und es so verlockend erscheint, sich selbst – auch gegen Gottes Gebot hin – zu nehmen, was man so dringend zu brauchen meint.

Die Frage ist: wie handelst du dann? Handelst du dann noch deinem Glauben gemäß, verhältst du dich dann noch wie ein Kind Gottes? Oder machst du es wie Esau, lässt dich einfach von deinen Impulsen und Begierden leiten und sprichst: „Was soll ich mit meiner Gotteskindschaft, wenn ich mir jetzt nicht das schöne neue Auto leisten kann, wenn ich keine sexuelle Erfüllung finde, wenn ich ausgelacht und abgelehnt werde oder wenn ich Krankheit ertragen muss? Was soll ich da mit meiner Gotteskindschaft, wenn mir das alles fehlt? Ich will das jetzt, sofort, auf der Stelle, diese anderen Dinge in meinem Leben. Und egal was es kostet, egal was ich dafür muss, egal auch, ob ich dafür meinen Glauben an den Rand stellen oder ganz verleugnen muss, ich tue es jetzt. Denn ich will das jetzt, ich brauch das jetzt!“

Esaus Beispiel warnt uns hier: Achtung, wenn du so handelst! Absolute Vorsicht, wenn du impulsiv handelst, um deine Begierden zu befriedigen. Verschleudere doch nicht das Wertvollste das du hast, um deine Begierden zu stillen.

Meine ganze Predigt über 1Mose 25,27-34 „Verachtetes Vorrecht – oder: wie Esau sein Erstgeburtsrecht verschleuderte“ kannst du hier nachhören.

Das Gebet der Nähe

„Jesus hat die Bedingungen des Bundes erfüllt, damit wir Zugang zu der bedingungslosen Liebe Gottes haben. Durch das Kreuz – und nur durch das Kreuz – kann Gott beides sein: gerecht gegenüber der Sünde und barmherzig rechtfertigend gegenüber den Sündern.“ (226) 

 „Gott wäre ungerecht und würde seinen Bund mit uns brechen, wenn er sich die gleiche Schuld zwei Mal bezahlen ließe; nach dem, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, wäre er ungerecht, wenn er uns nicht vergeben würde. Diese tiefe Gewissheit verändert das Wesen der Buße vollkommen; Buße ist jetzt nicht mehr ein Mittel, selber unsere Sünden zu sühnen, sondern ein Mittel, Gott die Ehre zu geben und unser Leben neu auf ihn auszurichten.“ (229) 

„Buße auf dieser gesetzlichen Basis wird uns nie die ungeheure Befreiung und Erleichterung bringen, die der erlebt, der sich in Jesu Vergebung fallen lässt, denn wir können ja nie sicher sein, ob wir zerknirscht genug waren, um uns Gottes Gunst zu verdienen.“ (229) 

„Wenn wir wissen, dass Gott uns trotz unserer Sünden liebt und annimmt, fällt es uns viel leichter, unsere Fehler und unser Versagen zuzugeben. (…) Vor allem aber können wir zeitiger und häufiger mit unseren Sünden zu Gott gehen, sie bekennen, uns Jesu Sühnetod am Kreuz ins Gedächtnis rufen und ein klein wenig von der Freude über unsere Erlösung neu erleben. Ganz ohne Traurigkeit und bitteren Beigeschmack wird kein Akt der Buße sein, aber die vertiefte Erkenntnis meiner Sünde führt mich zu einer größeren Gewissheit der Gnade Gottes.“ (230) 

„Es gibt eine Scheinbuße, die in Wirklichkeit Selbstmitleid ist. Ich gebe meine Sünde zu, aber was mir leidtut, ist eigentlich nicht die Sünde selber, sondern sind die schmerzlichen Folgen, die sie für mich hat.“ (232) 

„Es geht tatsächlich darum, der Sünde den Garaus zu machen, und dies geschieht dadurch, dass wir über Gottes Heiligkeit und seine Liebe in Christus sowie über andere biblische Lehren meditieren und dann unsere konkrete Sünde in ihrem Licht betrachten. Wir erkennen so, was alles an Dummheit und Bösem hinter ihr steckt, und sie wird uns immer hässlicher und unattraktiver. Ihr Reiz wird schwächer und unsere Fähigkeit, ihr Widerstand zu leisten, steigt.“ (235)

Timothy Keller, Beten: Dem heiligen Gott nahekommen, Gießen: Brunnen, 2016.

Es braucht Gottes souveränes Eingreifen!

Isaak und Rebekka können keine Kinder bekommen. Das ist nicht nur eine persönliche Tragödie. Nein, es zieht auch Gottes Verheißung in Zweifel. Denn er hatte doch Abraham versprochen, dass er ihm durch Isaak eine unzählbare Nachkommenschaft schenken würde. In meiner ersten Predigt über das Leben Jakobs bin ich auf die Frage eingegangen, darum Rebekka und Isaak erst nach Gebet und Gottes Eingreifen, Kinder geschenkt wurden:

Dadurch wird eins mehr als deutlich: Um Gottes Segenslinie fortzuschreiben, reicht Menschliches nicht aus! Um diesen Empfänger der Verheißung, diesen Nachkommen, ins Leben zu rufen, reicht es nicht aus, dass Isaak und Rebekka wie Mann und Frau zusammenkommen. Nein, Gott selbst muss souverän eingreifen, um seine Segenslinie fortzuschreiben. Gott selbst muss etwas tun, um den Empfänger seiner Verheißung ins Leben zu rufen! Es bedarf Gottes souveränen Eingreifens – das wird hier deutlich!

Und übrigens: Das ist das Muster, das bis auf den heutigen Tag gilt. Wir alle, die wir an Christus glauben, sind ja – so sagt es das NT – weil wir glauben, geistliche Nachkommen Abrahams. Und so wie damals Abrahams Nachkommen – hier sein Enkel – nicht „natürlich“ zustande kam, sondern erst durch das übernatürliche Eingreifen Gottes, genauso ist es auch noch heute. Darum schreibt Petrus: Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt. (1Petr 1,23) Damit ein Mensch zum Glauben kommt, muss er wiedergeboren werden. Gott selbst muss also in sein Leben treten, der Allmächtige selbst muss eingreifen, der Schöpfer von Himmel und Erde muss einen Geistlich Toten neues Leben einhauchen. Gott muss eingreifen, damit ein Mensch zum Glauben kommt und er darin ein Nachkomme Abrahams wird. Auch unsere Erfahrung bestätigt das ja, dass wir es nicht machen können, dass jemand zum Glauben kommt. Du kannst jemandem immer wieder von Jesus erzählen, ihm die besten Argumente vorbringen, von deinen größten Gebetserhörungen berichten – und trotzdem – wenn Gott nicht eingreift, passiert da gar nichts. Nein, es bedarf Gottes souveränen Eingreifens.

Meine ganze Predigt über 1Mose 25,19-26 „Gefährdete Verheißung – oder: wie Gott seine Pläne souverän verwirklicht“, kannst du hier nachhören.

Die Klarheit seines Wortes

Christen glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist. Aber was bedeutet das eigentlich? Klassischerweise bekennen Christen, dass die Bibel als Gottes Wort vier Eigenschaften besitzt. Erstens hat sie Autorität: Weder persönliche Erfahrung oder kirchliche Amtsträger stehen über der Schrift. Nein, das letzte Wort hat immer Gott. Zweitens ist die Schrift genugsam: das bedeutet, dass in der Bibel alles geschrieben steht, was wir zu wissen brauchen. Neue Offenbarungen sind nicht nötig. Drittens ist die Bibel notwendig: wir können nicht auf Gottes besondere Offenbarung in seinem Wort verzichten. Und zuletzt ist die Bibel klar. Das heißt nicht, dass wir alles immer problemlos richtig verstünden, aber schon, dass jeder in der Lage ist, dass in der Schrift gelehrte Evangelium zu erfassen.

Autorität, Genugsamkeit, Notwendigkeit und Klarheit der Schrift – über alle diese Themen haben William Taylor und Kevin DeYoung 2016 auf der Evangelium 21 Konferenz hevorragende Vorträge gehalten. Als letztes geht es nun um die Klarheit des biblischen Wortes:

Christsein entdecken!

Bei uns in der Gemeinde haben wir kürzlich begonnen, das vierte Mal den evangelistischen Glaubenskurs Christsein entdecken anzubieten. Nun gibt es viele dieser Kurse, so dass sich die Frage stellt, welchen man wählt. Auch ich habe mir vor einigen Jahre eine ganze Reihe davon angesehen und mich schließlich für Christsein entdecken entschieden. Aus meiner Sicht sprechen einige gute Gründe für diesen Kurs:

Der Kurs hat eine hohe inhaltliche Qualität

Alle Materialien sind ganz hervorragend ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt. Vorträge, Gesprächseinheiten, Schulungsmaterial sind sowohl inhaltlich-theologisch sehr gut als auch wunderbar aufbereitet. Alle Materialien kann man ohne großen Aufwand für die eigene Durchführung verwenden.

Der Kurs legt einen Schwerpunkt auf Gespräch

Für jeden Termin sind zwei sogenannte Gruppengespräche vorgesehen. Hier können Fragen gestellt werde und es wird über das Gelesene und Gehörte diskutiert. Wir erleben es immer wieder, dass diese Gespräche auch auf eine persönliche Ebene kommen, Mitarbeiter ihr Zeugnis erzählen etc. Das alles ist sehr wertvoll, denn es hilft dabei, dass die Inhalte auch auf das persönliche Leben bezogen werden.

Welche Themen sollte ein Glaubenskurs unbedingt beinhalten? Oder anders gefragt: was sollte man unbedingt über den christlichen Glauben vermitteln? Gar nicht so einfach zu beantworten und eine Frage, über die die Meinungen sicher auseinandergehen… Christsein entdecken schlägt hier den Weg ein, sich auf die wenigen absolut entscheidenden Themen zu konzentrieren, diese aber sehr intensiv zu behandeln. So dreht sich der Kurs im Großen und Ganzen um drei Fragen: 1. Wer war Jesus?, 2. Warum ist Jesus gekommen? und 3. Was bedeutet es, ihm nachzufolgen? Es gibt sicherlich Kurse, die thematisch breiter aufgestellt sind, aber Christsein entdecken geht bei diesen Grundfragen des christlichen Glaubens dafür deutlich stärker in die Tiefe. Das finde ich sehr wertvoll!

Der Kurs führt die Teilnehmer in das fortlaufende Bibellesen ein

Während man in vielen Glaubenskursen zwischen einer Vielzahl verschiedener Bibelstellen hin- und herspringt, was gerade den in der Bibel Nichtkundigen verwirren dürfte, konzentriert sich Christsein entdecken auf das Markusevangelium. Die Teilnehmer lesen zu Hause selbstständig (mit einigen Hilfen) dieses kurze Evangelium durch, und auch Gruppengespräche und Vorträge basieren auf Texten aus Markus. Der Vorteil ist, dass die Teilnehmer einen guten Überblick über ein biblisches Buch bekommen. Außerdem werden sie von Anfang an damit vertraut gemacht, was es bedeutet fortlaufende Bibeltexte zu lesen.

Der Kurs verschweigt die schwierigen Themen nicht

Bei Christsein entdecken werden auch die schwierigen und unangenehmen Stellen nicht übergangen (was man bei fortlaufender Bibellese ja auch nicht kann – ein Riesenvorteil!!). Es geht um Hölle, Strafe und Gericht. Natürlich nicht ständig und an erster Stelle. Aber diese Themen werden eben nicht verschwiegen. Mancher Teilnehmer muss auch mal schlucken, aber er spürt, dass er nicht auf einer Verkaufsveranstaltung gelandet ist, in der die Vorzüge der Sache ins beste Licht gerückt werden, sondern das hier offen und ehrlich das ganze Bild gezeigt wird. Christsein entdecken vermittelt also kein Kuschelevangelium, sondern die Botschaft vom gekreuzigten Christus – manchen ein Ärgernis und manchen eine Torheit, uns aber Gottes Kraft und Weisheit (nach 1Kor 1,23-24).

Die deutschsprachige Version von Christsein entdecken ist im 3L-Verlag erschienen. Alle Materialien können direkt dort bezogen werden.

Die Notwendigkeit seines Wortes

Christen glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist. Aber was bedeutet das eigentlich? Klassischerweise bekennen Christen, dass die Bibel als Gottes Wort vier Eigenschaften besitzt. Erstens hat sie Autorität: Weder persönliche Erfahrung oder kirchliche Amtsträger stehen über der Schrift. Nein, das letzte Wort hat immer Gott. Zweitens ist die Schrift genugsam: das bedeutet, dass in der Bibel alles geschrieben steht, was wir zu wissen brauchen. Neue Offenbarungen sind nicht nötig. Drittens ist die Bibel notwendig: wir können nicht auf Gottes besondere Offenbarung in seinem Wort verzichten. Und zuletzt ist die Bibel klar. Das heißt nicht, dass wir alles immer problemlos richtig verstünden, aber schon, dass jeder in der Lage ist, dass in der Schrift gelehrte Evangelium zu erfassen.

Autorität, Genugsamkeit, Notwendigkeit und Klarheit der Schrift – über alle diese Themen haben William Taylor und Kevin DeYoung 2016 auf der Evangelium 21 Konferenz hevorragende Vorträge gehalten. Im Folgenden gehts nun um die Notwendigkeit seines Wortes, d.h. warum die Offenbarung Gottes in der Schrift so einzigartig und unverzichtbar ist.