Warum Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sein musste

„Denn unsere Ungerechtigkeit stand ja wie eine Wolke zwischen uns und ihm, sie entfremdete uns gänzlich vom Himmelreich, und deshalb konnte uns keiner wieder Frieden schaffen als der, der vollen Zutritt zu ihm hatte. (…)

Es wäre wahrhaft jämmerlich um uns bestellt gewesen, wenn nicht Gottes Majestät selber zu uns herniedergekommen wäre – denn hinaufsteigen konnten wir ja eben nicht! So musste der Sohn Gottes für uns zum Immanuel werden, das heißt „Gott mit uns!“, und zwar so, dass seine Gottheit und die menschliche Natur sich aufs innigste miteinander vereinten. Auf keine andere Weise konnte Gott uns ganz nahekommen, auf keine andere Art eine feste innere Verbundenheit und damit die zuversichtliche Hoffnung entstehen, dass er wahrhaft unter uns wohne!“

Johannes Calvin, Institutio II,12,1.

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Soziales Engagement – Hauptaufgabe der Kirchen?

Eine Umfrage im Auftrag von Idea kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Menschen in Deutschland von den Kirchen in erster Linie soziales Engagement erwarten (43%). Klar, soziales Engagement ist sympathisch und kommt immer und überall gut an. Auch unter freikirchlichen Christen ist die Erwartung an soziales Engagement sehr hoch (48%) und wird nur knapp von der Erwartung, dass die Kirchen den „Zugang zu Gott eröffnen“ (53%), übertroffen.

Nun ist soziales Engagement zweifellos eine sehr gute Sache – und Christen in allen Jahrhunderten haben hier Außerordentliches geleistet. Doch – und das muss in aller Klarheit gesagt werden – der Hauptauftrag der christlichen Gemeinde ist es nicht. Jesus Christus, der Herr der Gemeinde, hat sie ins Leben gerufen, um Jünger zu machen: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ (Mt 28,19a). Soziales Engagement bzw. christliche Liebestätigkeit ist also nicht der Kern der Sache. Es erwächst vielmehr aus der Begegnung mit Gottes rettender Gnade in Jesus Christus ganz natürlich und zwangsläufig.

Kirchen und Gemeinden müssen an dieser Stelle aufpassen, sich dem Erwartungsdruck der Gesellschaft nicht zu beugen. Denn klar ist, dass soziales Engagement mit Applaus und öffentlicher Anerkennung bedacht wird, evangelistische Bemühungen dagegen zunehmend als fundamentalistisch empfunden werden. Dennoch sind wir Jesus Christus und seinem Wort verpflichtet und weder den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft noch den Wünschen der eigenen Gemeindemitglieder.

Übrigens: wer Diakonie und soziales Engagement fördern will, muss nicht große Diakoniekonzerne gründen oder der Ortsgemeinde künstlich soziale Projekte überstülpen (die dann womöglich noch auf Kosten evangelistischer Aktivitäten gehen). Vielmehr gilt es das Evangelium von Jesus Christus in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen! D.h. dieses Evangelium zu predigen, diese Botschaft aktiv zu den Menschen zu bringen (ja, durch Worte) und auch den langjährigen Nachfolgern Jesu das Evangelium immer kostbarer zu machen! Denn die Menschen müssen diese einzigartige Liebe Gottes – die sich darin zeigt, dass Gott selbst seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern ihn für uns dahingab (vgl. Röm 8,32), und zwar als wir noch Sünder waren (Röm 5,8) – persönlich erfahren! Wenn wir von dieser Liebe Gottes, wie sie sich im Evangelium Jesu manifestiert, ergriffen sind, dann werden wir aus Dank und Liebe zu unserem Erlöser ganz natürlich danach trachten, „Gutes zu tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.“ (Gal 6,10).

Zu dem Verhältnis von sozialem Engagement und dem eigentlichen Missionsauftrage Jesu ist übrigens das Buch „Was ist der Missions-Auftrag der Gemeinde Jesu?“ von Greg Gilbert und Kevin DeYoung sehr zu empfehlen!

Nachfolge, weil Jesus vorneweg gegangen ist

Kurz vor Weihnachten stelle ich meistens fest, wie wenig Tage es nur noch sind bis zum großen Fest, und dass ich noch soviel erledigen muss. Ich merke: mir blüht in den nächsten Tagen nun ziemlicher Stress. Und ziemlich schnell nehme ich mir dann vor: „Nächstes Jahr passiert mir das nicht! Nächstes Jahr kümmere ich mich rechtzeitig – am besten schon im Sommer – um diese Dinge.“

Und was passiert im nächsten Jahr? Wieder das gleiche. Ich vergesse es, ich vertage es, ich schieb es raus – und schwupps ist schon wieder Weihnachten und der Stress beginnt erneut. Vielleicht kennst du das – so oder ähnlich – auch. Denn so ist das mit unseren menschlichen Vorhaben und Planungen. So ist das mit unseren guten Vorsätzen. Ganz oft bleibt es nur beim richtigen Gedanken oder der verbalen Ankündigung – aber wir setzen es doch nicht um.

Ganz anders ist es bei Jesus unserem Herrn. Es heißt in Lk 9,51: „Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war  dass er hinweggenommen werden sollte, da wandte er sein Angesicht stracks nach Jerusalem zu wandern.“ Jesus hat Gottes Plan, sein Ziel für sein Leben, Gottes Auftrag für ihn klar vor Augen. Jesus weiß, dass Gottes Plan für ihn ist, hinauf nach Jerusalem zu ziehen, um dort zu leiden und zu sterben am Kreuz von Golgatha. Dieser Vers, er macht uns hier ganz deutlich, dass dieses Leiden Jesu keine unglückliche Fügung war. Es ist nicht irgendwie dumm gelaufen für Jesus, sein Leiden und Sterben war kein Unfall, es war keine Abweichung von Gottes Plan. Nein, ganz im Gegenteil, war es vollumfänglich Gottes Plan, dass Jesus nach Jerusalem ziehen sollte, um dort verworfen, verurteilt und hingerichtet zu werden. Und Jesus weiß das. Er hat diesen Plan Gottes vor Augen – und anders als es oft bei uns ist – setzt er ihn ohne zu zögern, 100% entschlossen, um. „Da wandte er sein Angesicht stracks nach Jerusalem zu wandern.“ Nichts sollte ihn, nichts würde ihn davon abhalten, nach Jerusalem zu gehen, um dort den stellvertretenden Opfertod zu sterben, für alle die an ihn glauben. Jesus ist fest entschlossen, er macht sein Angesicht fest, er wandte sich stracks nach Jerusalem zu wandern, um sein Leben für uns hinzugeben. Ganz bewusst und ganz gezielt.

Hier ist die Basis für alle weiteren Dinge, die man über Nachfolge oder den christlichen Glauben allgemein sagen kann. Jesus stirbt den stellvertretenden Tod am Kreuz aus Liebe – weil er uns retten will. Er trifft den festen Entschluss das zu tun und lässt sich auch von nichts niemandem davon abhalten. Und wir wissen: selbst Petrus sein Jünger wollte ihn daran hindern. Und wir wissen ebenso, wie im Garten Gethsemane die Versuchung da war, den leichteren Weg zu gehen. Aber Jesus blieb treu. Er hat den Plan Gottes vor Augen gehabt und ihn 100% umgesetzt.Darum können wir heute – du und ich – erlöste Menschen sein. Und darum sind wir auch berufen als Jünger Jesu ihm nachzufolgen, seine Ehre zu suchen, uns zu heiligen, von Jesus zu lernen usw. Aus Dankbarkeit und Freude über das, was Jesus getan hat.Einfach, weil Jesus vorneweg gegangen ist.

Wenn du mehr über dieses Thema hören willst, dann hast du die Gelegenheit hier in meine Predigt „Nachfolge, weil Jesus vorneweg gegangen ist“ (Lk 9,51-62) reinzuhören.

Ein Risiko, das sich lohnt

„Und es geschah nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. Da kam das Wort des HERRN zu ihm: Mach dich auf und geh nach Sarepta, das zu Sidon gehört, und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dass sie dich versorge. Und er machte sich auf und ging nach Sarepta. Und als er an das Tor der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe, die las Holz auf. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, dass ich trinke! Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Scheit Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will’s mir und meinem Sohn zubereiten, dass wir essen – und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mach’s, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir’s heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag. Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte durch Elia.“
(1Könige 17,7-16)

Eine echte Herausforderung

Der Prophet Elia fordert diese Witwe stark heraus:„Mach mir zuerst etwas zu Essen und dann dir selbst!“ -„Dann mir selbst, wenn ich nichts mehr habe?“, würde jeder normale Mensch denken. Denn die Aufforderung Elias ist im Grunde eine lebensverkürzende Maßnahme – so groß ist ihre Not in diese Dürreperiode.

Ein großer Glaubensschritt

Das Erstaunliche ist, dass die Witwe dennoch das tut, was der Mann Gottes ihr sagt. Aber warum um alles in der Welt tut sie das?
Ich glaube, weil sie ahnt, dass sie etwas von unschätzbarem Wert gewinnen kann. Sie hat den Eindruck, dass sie nichts verlieren wird, wenn sie das wenige gibt, was sie jetzt noch hat. Sie weiß sicher nicht genau, was passieren wird, aber offenbar hat sie diese Ahnung, dieses Vertrauen, dass es nicht zu ihrem Nachteil sein wird, wenn sie auf Elia hört. Nein, vielmehr vertraut sie darauf, dass sich dieses Risiko für sie auszahlen wird.
Und so kommt es dann ja auch. Die wenige Nahrung, die sie hat und mit der sie Elia versorgt, verliert sie – man könnte sagen, sie investiert sie und sie gewinnt, dass Gott sie mit einem Wunder durch die ganze Hungersnot hindurch tagtäglich versorgt. Ein wahrhaft guter Deal.
Solche Wunder berichten uns nicht nur, was Gott einmal getan hat, sondern sie wollen uns auch immer etwas lehren. Durch solche Geschichten soll  uns also veranschaulicht werden, wie Gott ist, wie das Evangelium ist oder wie der Glaube ist. Und so ist es auch hier. Jesus beschreibt einmal in einem kurzen Gleichnis das Reich Gottes: Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker” (Mt 13,44). Was dieser Mann in dem Gleichnis tut, erinnert mich sehr an diese Witwe. Alles was er hat, verkauft er und investiert es in diesen Acker. Aber er tut es nicht missmutig, nicht gequält, nicht weil es unbedingt sein muss, sondern er tut es mit Freude und persönlicher Überzeugung! Niemand zwingt ihn, er tut es freiwillig und gern.

Es lohnt sich, unser Leben für Jesus hinzugeben

Nun, wir wissen nicht, wie die Frau sich gefühlt hat in dieser Situation. Aber in V. 15 steht: „Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hat.“ Keine Zweifel, kein Überlegen – sie handelt sofort, ist zielorientiert, verliert keine Zeit. Ich glaube, weil sie geahnt hat, dass das was dieser hebräische Prophet ihr hier sagt, Gottes Stimme ist und dass dieser Gott Israels es gut mit ihr meint. „Wenn ich tue, was er sagt, wird es nicht zu meinem Schaden sein“ – so hat sie geglaubt. Von Jim Elliot, dem bekannten Missionar, ist das Zitat überliefert: Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um damit zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.“ Im Grunde wars bei der Frau ganz ähnlich: ihre Vorräte gingen schon zu Ende, bald wäre sowieso Schluss gewesen. Sie gibt das, was sie nicht behalten kann, was unaufhaltsam zu Neige geht weg und gewinnt eine nicht endende und nicht zu verlierende Versorgung.

Das lehrt uns auch etwas über das Wesen des Glaubens. Wenn wir Christen sind, dann geben wir unser Leben Jesus hin. Wir sagen: „Du bist der Gott, der die Welt geschaffen hat, der heilig und gerecht ist, und dem unsere ganze Anbetung gebührt.“ Und wir gestehen Gott gegenüber ein: „Ich habe gegen dich gesündigt, ich bin schuldig geworden, ich habe deine Strafe verdient. Aber Gott, weil du mich liebst und mich retten willst und dafür Jesus, deinen geliebten Sohn hast kreuzigen und sterben lassen, darum komm du jetzt in mein Leben Jesus, übernimm du die Kontrolle in meinem Leben, sei du mein Herr, erneuere mich durch den Heiligen Geist, ich will mich dir unterordnen!“ Wenn wir das tun, dann verlieren wir „unser“ Leben, wir verlieren unsere Eigenständigkeit. Aber im Grunde geben wir mit unserem Leben etwas hin, was – wie die Vorräte bei der Frau – sowieso schon zu Ende geht. Denn unser Leben läuft unweigerlich auf den Tod zu – und ohne Christus auf das große Verderben. Dafür gewinnen wir ein Leben mit Christus: Jetzt und in Ewigkeit. Wir gewinnen die Verheißungen Gottes, wir gewinnen die Versorgung Gottes, wir gewinnen etwas, was unendlich wertvoll ist. Darum ist es weise, mein Leben Jesus hinzugeben und mich Gottes Wort unterzuordnen.Wer Gottes Verheißungen glaubt, in Anspruch nimmt, danach handelt, der wird versorgt, der kommt nicht zu kurz, dem ist es nicht zum Nachteil – darum kann Jesus sagen: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt 6,33)

Von Gottes Liebe ergriffen

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ (1Joh 3,1a)

Was hat Johannes wohl empfunden, als er diese Worte schrieb? Was können wir heraushören, wenn wir auf den Ton in diesen Zeilen achten?

Ich spüre aus diesen Zeilen eine große Begeisterung, ja ein echtes Erstaunen heraus über diese wunderbare Wirklichkeit, dass Gott uns durch Christus tatsächlich zu seinen Kindern macht. Obwohl diese grundlegende Heilstatsache dem Johannes seit vielen Jahrzehnten bekannt war, ist er noch immer ergriffen davon. Die Liebe Gottes, die sich in seinem Erlösungshandeln zeigt, beeindruckt Johannes nach wie vor.

Ich wünsche mir das auch für mich. Dass ich mich nicht daran gewöhne, ein Kind Gottes zu sein. Dass es für mich nicht zur langweiligen Selbstverständlichkeit wird, dass Gott seinen vollkommenen Sohn geopfert hat, um mich zu erlösen. Nein, dass ich vielmehr davon ergriffen bleibe, dass Gottes Liebe zu mir so groß war, dass er Jesus in den Tod gab. Ich wünsche mir auch, dass ich – wie Johannes – begeistert und begeisternd davon reden kann. Dass ich das anderen mitgeben kann, „seht““, „schaut hin“, „passt auf“, „überseht doch nicht!“ Denn was Gott für uns getan hat, ist ja nicht eine Information zum Hören und Abhaken, sondern die frohe Botschaft, die unser Leben verändert!

Jesus und die Bibel

„Denen, die der Schrift eine hohe Wertschätzung entgegenbringen, wird oft Götzendienst vorgeworfen, weil sie das Wort Gottes so sehr verehren. Doch diese Anschuldigung richtet sich gegen die Falschen. ‚Ein Christus, der seinen Nachfolgern erlaubt, ihn als Richter der Schrift einzusetzen, nämlich als einen, der erst ihre Autorität bestätigen muss, bevor sie verpflichtend wird, und durch dessen gegenteiliges Urteil sie an anderer Stelle ungültig gemacht wird, ist ein Christus menschlicher Vorstellung, gemacht im eigenen Bilde des Theologen. Einer, dessen Haltung zur Schrift das Gegenteil von der Haltung des historischen Christus ist. Wenn die Konstrunktion eines solchen Christus nicht ein Bruch des zweiten Gebotes ist, was ist es dann?‘ Jesus mag sich sehr wohl als der Fokus der gesamten Schrift gesehen haben, doch niemals als ihr Richter. Der einzige Jesus, der über der Schrift steht, ist unser selbst erfundener Jesus.“

Kevin DeYoung, Gott beim Wort nehmen: Warum die Bibel es wert ist, sie zu kennen und ihr zu vertrauen, Waldems: 3L, 2016, 102.

Warum Taufe etwas so Wunderbares ist

Ich bin Baptist. Das bedeutet, dass ich die Glaubenstaufe (d.h. die Taufe von mündigen Menschen, die den Glauben an Jesus Christus bekennen und die Taufe begehren) für die einzig biblisch-theologisch legitimierte Taufe halte. Aber ich will an dieser Stelle nicht die biblisch-theologische Diskussion über die Taufe führen (da gibt’s schon genügend Literatur drüber) und ich weiß auch, dass es über diese Frage auch unter bibeltreuen Christen unterschiedliche Positionen gibt. Ich will an dieser Stelle nur ein paar Punkte nennen, über die ich mich immer wieder freue, wenn wir in unserer Gemeinde taufen (was erst kürzlich wieder der Fall war).

Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen für die Bekehrung

Menschen kommen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Manchmal bekommt man es direkt im Gespräch gesagt, manchmal zeigt es sich einem auch zunächst in einem veränderten Verhalten. Die Taufe, die der Bekehrung nachfolgt, macht nun für alle – die anderen Gemeindeglieder, Nachbarn, Freunde, Verwandte – unzweideutig sichtbar, dass es bei einer Person eine geistliche Veränderung gab. In Taufzeugnissen, aber auch in Predigten, kommt das immer zum Ausdruck: Dass man sich nicht „einfach so“ taufen lässt – aus Tradition oder weil man einmal im Mittelpunkt stehen will – sondern, weil man bekehrt wurde und an Jesus Christus glaubt

Die Taufe ist Anlass zu großer Freude

In unserer Gemeinde – und sicherlich in den meisten anderen Gemeinden – ist eine Taufe immer ein Anlass für ein Gemeindefest. Es wird gemeinsam gegessen, gefeiert und Gemeinschaft gepflegt. Das ist nicht nur irgendwie mal nett, sondern würdigt das geistliche Geschehen angemessen, das hinter der Taufe steht. Schon Jesus sagt: „So sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Lk 15,10) Wenn schon im Himmel große Freude herrscht, über jeden der zum Glauben an Jesus Christus kommt, dann tun wir auf Erden gut daran, dies ebenso zu feiern. Die Taufe ist dafür der perfekte Anlass!

Die Taufe ist evangelistisch

Taufgottesdienste gehören zweifellos zu den Gottesdiensten mit der höchsten Anzahl an Gästen. Nicht nur in Predigt und in den zur Taufe hinführenden Gedanken hat man also die Chance das Evangelium an viele weiterzugeben. Das Besondere ist, dass die Täuflinge selbst – allein dadurch dass sie sich willentlich taufen lassen – deutlich machen, dass das Evangelium aktuell ist und persönlich angenommen werden will. Für viele der nominellen Christen ist das etwas völlig Neues. Hieran lässt sich dann auch prima in persönlichen Gesprächen anknüpfen.