Warum ich gerne Pastor bin

Das „Pastorenamt ist in einer Krise“, so berichtete Idea kürzlich. Das Problem sei, dass die Vorstellungen junger Menschen häufig mit den Anforderungen des Gemeindedienstes kollidierten. Auch in meinem Gemeindebund ist schon seit einigen Jahren immer wieder davon die Rede, dass es zuwenig Nachwuchs gibt. Gleichzeitig nehme ich immer mal wieder – wohlgemerkt nicht überall – wahr, dass es auch die Pastoren selbst sind, die vor allem über die Schattenseiten – die es natürlich gibt (wie in allen anderen Berufen) – des Pastorendaseins reden, und leider gar nicht so viel über die vielen wunderbaren Aspekte. Schade eigentlich.

Ich selbst bin nach meinen theologischen Studien nun bereits seit über 7 Jahren Pastor einer kleinen evangelisch-freikirchlichen Gemeinde im Münsterland. Ich habe es nie bereut diesen Weg eingeschlagen zu haben. Als Pastor in einer Ortsgemeinde zu arbeiten, ist nach meinem Empfinden einer der besten Berufe die es gibt.

Ein Grund, warum ich gerne Pastor bin, ist darin zu finden, dass ich viel Zeit aufwenden darf (und muss), um Gottes Wort in seiner Tiefe zu studieren. Was für ein Privileg ist es doch, Woche für Woche sich in Gottes Wort vertiefen zu können und dafür auch noch die Arbeitszeit aufwenden zu dürfen. Wenn ich Predigten oder Bibelstunden vorbereite, mir für die Jugend etwas überlege oder für einen anderen Kreis, dann bin ich stets derjenige der als erster (und häufig wohl auch am meisten) davon profitiert. Wieviele gute Gedanken, wieviele wertvolle Erkenntnisse, wieviele Impulse für mein ganz persönliches Leben sind mir schon gekommen, als ich in solchen Vorbereitungen steckte. Natürlich, Predigtvorbereitung etc. ist auch harte Arbeit, es ist auch ein Stück Handwerk (mit bestimmten Methoden und Arbeitsschritten), und trotzdem empfinde ich es weitüberwiegend als ein großes Geschenk und ein echtes Privileg, dass ich als Pastor dafür angestellt bin, Gottes Wort zu studieren (um es dann natürlich weiterzugeben).

Es gibt noch viele andere Gründe, warum ich gerne Pastor bin. Ich werde in Zukunft noch mal über den einen oder anderen Grund schreiben.

Advertisements

Über die Gefahren des Pastorendienstes

Tim Keller schreibt in einem Beitrag, dass der Pastorendienst die Versuchung birgt, stolz und eingebildet zu werden. Es ist nicht nur theologisches Wissen, dass zur Arroganz führen kann. Nein, wir stehen auch in der Gefahr uns selbst etwas über unsere Gottesbeziehung vorzumachen. Keller erklärt:

„When you speak to people about God, you have two options: commune with God or act like you commune with God. Since the minister’s job is to tell people how great God is and how wonderful the Christian life can be, his life needs to reflect it. So you either have to be close to God as you minister or you have to act close to God. Either you truly learn how to commune with God or you learn how to fake it. You talk as if you’re a lot closer to God than you actually are. And not only do people start to think that, but you start to think it, too. (…)

But here’s where hypocrisy starts. Ministry is either going to make you a far better Christian or a far worse Christian than you would have been otherwise. It’s going to make you a hard pharisaical hypocrite or it’s going to turn you into a softer, more tender person because it forces you to go to the throne of grace and to beg the Lord for help in your weakness. The ministry will either drive you to him or drive you away from him.“

Hier kann man den ganzen Artikel nachlesen.