Zehn Ausreden, die eigene Gemeinde nicht finanziell zu unterstützen

Gott fordert uns in seinem Wort dazu auf, dass wir als Christen freigiebig und mit Freude auch unser Geld für die Förderung seines Reiches einsetzen. Zuallerst sind wir dabei dazu verpflichtet, die Gemeinde zu der wir gehören, finanziell angemessen zu unterstützen. Über die mehr als 15 Jahre, die ich über dieses Thema inzwischen nachdenke und mit Geschwistern darüber spreche, sind mir eine Vielzahl an mehr oder minder originellen Ausreden zu Ohren gekommen, warum mancher meint, dies nicht tun zu müssen:

1. „Ich kann mir das einfach nicht leisten.“

Ja, es gibt Menschen, die sehr wenig Geld zum Leben haben. Aber weder Gott noch irgendein Gemeindeverantwortlicher erwartet beispielsweise von einem Arbeitslosen oder einem Schüler hohe Spendenbeträge. Es geht um einen den eigenen Verhältnissen angemessen Beitrag (vgl. 2Kor 8,3). Falsch ist es jedoch, wenn man meint, sich gänzlich aus der Verantwortung ziehen zu können. Ja, auch Bezieher von Sozialleistungen, Studenten oder Geringverdiener sollten sich nach ihren Möglichkeiten beteiligen (vgl. das Beispiel von der Witwe, Lk 21,1-4).

Hinzuzufügen ist, dass mir diese Ausrede auch schon bei Menschen normalen Einkommens begegnet ist. Man behauptet tatsächlich, von den Ausgaben für Wohnung, Auto, Lebensmittel, Studium der Kinder, Urlaub etc. so sehr belastet zu sein, dass man sich keinen Beitrag für die Gemeinde mehr leisten könne….

2. „Ich will mich ja beteiligen, aber momentan bin ich noch zu knapp bei Kasse.“

Im Unterschied zur ersten Ausrede ist hier die grundlegende Bereitschaft zur Unterstützung der Gemeinde vorhanden. Aber man meint vor einem unüberwindbarem Hindernis zu stehen, dass einem das jetzt einfach nicht ermögliche: „Wenn der Kredit fürs Auto abbezahlt ist…“, „wenn ich endlich eigenes Geld verdiene…“, „wenn die Kinder mit dem Studium durch sind…“, „wenn ich meine Zahnbehandlung finanziert habe…“ – dann kann endlich auch die Gemeinde finanziell unterstützt werden.

Es gibt ein gravierendes Problem an dieser Stelle: Der Tag, an dem die Gemeinde wirklich finanziell unterstützt wird, wird mit großer Wahrscheinlichkeit nie kommen. Denn nachdem das Auto abbezahlt ist und die Zahnbehandlung finanziert wurde, muss vielleicht eine neue Küche angeschafft werden oder am Auto muss eine dringende Reparatur vorgenommen werden. Kurz gesagt: Wer diese Einstellung hat, auf denen werden immer neue Dinge zukommen, die bezahlt werden müssen und die wichtig und unaufschiebbar erscheinen.

Deshalb sollten wir es mit der Unterstützung der Gemeindearbeit machen, wie mit der monatlichen Miete. Sie wird als erstes von dem Geld, was wir monatlich zur Verfügung haben, bezahlt. Bei der Miete steht nicht auch gar nicht zur Debatte, ob man sie diesen Monat zahlt oder vielleicht mal ausfallen lässt. Nein, sie wird treu Monat für Monat als erstes bezahlt. Sie hat höchste Priorität. So sollte es auch mit unserer finanziellen Unterstützung unserer Gemeinde sein.

3. „Mein Beitrag wäre eh viel zu klein und ist doch unerheblich.“

Ob ein Schüler nun jeden Monat fünf Euro für die Gemeinde spendet oder nicht ist bei einem sechsstelligen Gemeindehaushalt, den viele Gemeinden haben, doch belangslos oder?

Jesus ist da anderer Meinung. Er kommentiert die Spende der armen Witwe von – auf unsere Verhältnisse übertragen – 2 Cent in Lk 21,3-4 mit den Worten: “ Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als sie alle eingelegt. Denn diese alle haben etwas von ihrem Überfluß zu den Opfern eingelegt; sie aber hat von ihrer Armut alles eingelegt, was sie zum Leben hatte.“ Egal, wie klein dein Beitrag wäre, für Jesus ist deine Gabe die von Herzen kommt, alles andere als unerheblich!

Zu diesem geistlichen kommt auch noch ein pädagogischer Aspekt. Wer nicht frühzeitig – z.B. als Schüler – damit beginnt, etwas von seinem Geld zu spenden, wird sich auch sehr schwer tun, etwas zu spenden, wenn er irgendwann 5.000 Euro verdient.

4. „Ich spende doch an andere christliche Organisationen, die es viel nötiger haben.“

Ohne Zweifel ist es gut, Missionsgesellschaften, Bibelschulen oder diakonische Initiativen zu unterstützen. Ich selbst tue das auch seit vielen Jahren. Und es gibt soviele gute Organisationen, dass ich gerne noch viele mehr unterstützen würde.

Dennoch gilt unsere Hauptverantwortung stets der Ortsgemeinde, der wir angehören. Wenn wir diese angemessen und großzügig unterstützen, und wir dann immer noch Luft haben, dann ist es gut, unsere finanzielle Unterstützung auch auf andere Organisationen auszuweiten.

Ich würde auch hinterfragen, ob es andere Organisationen wirklich nötiger haben, als die lokale Gemeinde. Natürlich ist z.B. die materielle Not in vielen afrikanischen Ländern erschreckend groß. Wenn wir allerdings die geistliche Not betrachten, ist diese in oftmals Deutschland größer als in vielen Ländern Afrikas. Es ist auch ungemein wichtig, den Gemeindebau in Deutschland zu stärken, damit auch hierzulande Menschen das Evangelium hören und von Jesus Christus gerettet werden.

Im Übrigen: würden alle Mitglieder der Gemeinden hierzulande ihrer finanziellen Verantwortung für ihre Gemeinde gerecht werden, so könnten die Gemeinden auch einen größeren Teil ihres Budgets wiederum in die Mission geben.

5. „Ich spende an andere christliche Organisationen, weil mit meinem Geld dort viel mehr erreicht werden kann.“

Mit 100 Euro in einem armen asiatischen Land kann der dortige Pastor vielleicht zwei Monate bezahlt werden oder der ganzjährige Schulunterricht für mehrere Kinder. Mit 100 Euro in Deutschland werden vielleicht gerade mal die monatlichen Kopierkosten einer Gemeinde gedeckt. Ist es dann nicht sinnvoll, das Geld dorthin zu geben, wo man mehr mit diesem Geld erreichen kann?

Nun, Gottes Reich funktioniert nicht nach Rendite-Gesichtspunkten Wir sind aufgefordert, das zu tun, was Gott von uns möchte – ungeachtet dessen, was aus unserer Sicht mehr Ertrag verspricht. Außerdem: Natürlich hat es irgendwie mehr Charme, wenn mit den eigenen Spendengeldern die Schulausbildung afrikanischer Kinder finanziert wird, statt der öden Heizkosten der örtlichen Gemeinde. Eins ist aber klar: Wenn jeder so denken und handeln würde, gäbe es schon bald kein Gemeindeleben mehr in Deutschland.

6. „Ich bin nicht damit einverstanden, wofür meine Gemeinde das Geld ausgibt.“

Soll man einen Jugendpastor anstellen, neue Musikinstrumente anschaffen oder eine große evangelistische Veranstaltung planen? Klar ist: Gemeinden haben vielfältige Möglichkeiten ihre Gelder auszugeben und naturgemäß gehen die Meinungen darüber auseinander, welche Schwerpunkte man setzen sollte.

Der Gemeinde allerdings die eigene finanzielle Unterstützung zu entziehen, wenn sie sich für etwas anderers entscheidet als ich das persönlich für gut halte, ist nicht in Ordnung. So ein Verhalten zeugt von einem völlig fehlgeleiteten Verständnis vom Geben und grenzt schon an Erpressung.

Denn Geben (oder Spenden) ist etwas anderes als Einkaufen. Beim Einkaufen bestimme ich, ob ich mir eine Hose oder einen Pullover kaufen möchte. Ich kann auswählen aus verschiedenen Farben, Formen, Qualitätsstufen und unzähligen Herrstellern. Ich kann mich genau für das entscheiden, was meine individuellen Bedürfnisse am besten erfüllt. Geben (Spenden) ist etwas völlig anderes. Ich gebe von dem Geld, das Gott mir zur Verfügung gestellt hat, einen Teil weg. Und zwar bedingungslos und ohne Kontrolle ausüben zu wollen. Es geht hier nicht um mich und meine Wünsche, sondern um Gott und sein Werk. Zum Geben gehört folglich nicht nur, das Geld abzugeben, sondern auch die Kontrolle über mein Geld (was genau soll damit geschehen) abzugeben. Nicht ICH entscheide, was im Einzelnen damit geschieht, sondern WIR entscheiden als Gemeinde gemeinsam, was damit geschieht.

7. „Ich gebe nur etwas, wenn der Herr mir das persönlich direkt aufs Herz legt.“

Diese Ausrede klingt hoch geistlich. Hier wartet jemand auf einen besonderen Impuls vom Hl. Geist, damit er etwas hierhin oder dorthin spendet. Und natürlich gibt es das manchmal. Da ist vielleicht ein Missionar in unserer Gemeinde zu Gast und wir sind sehr bewegt von der Arbeit, die er tut. Und wir haben dieses tiefe Anliegen in uns, diese Arbeit zu unterstützen und legen darum eine große Summe in den Kollektenkorb. So weit, so gut.

Allerdings ist es nicht richtig, nur auf einen direkten Impuls Gottes hin etwas zu geben. Die Bibel lehrt es anders. So schreibt Paulus in 1Kor 16,2: „An jedem ersten Tag der Woche lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle an, soviel ihm möglich ist, damit die Sammlung nicht erst dann geschieht, wenn ich komme.“ Paulus legt Wert darauf, dass regelmäßig und auch geplant gespendet werden soll. Darüber hinaus ist es gar nicht nötig, auf einen besonderes Impuls des Geistes zu warten. Schließlich hat uns Gott in seinem Wort doch bereits zum Geben aufgerufen.

8. „Es heißt doch, dass die Linke nicht wissen soll, was die Rechte tut. Also mache ich mir gar keine Gedanken darüber, wieviel ich wohin gebe.“

Diese Ausrede – vorgebracht gegen eine regelmäßige und verlässliche Unterstützung der eigenen Ortsgemeinde – beruft sich auf Mt 6,3: „Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut.“

Allerdings bedeutet dieser Vers gar nicht, dass man sich keine Gedanken darüber machen sollte, wieviel man wohin spendet. Der Kontext macht deutlich, dass Jesus sich viel mehr dagegen wendet, dass Menschen in der Öffentlichkeit herausstellen, wie großzügig sie doch für dieses oder jenes gegeben haben. Darum ist es in Gemeinden auch zurecht unüblich, bei der Verwirklichung größerer Projekte die Großspender besonders hervorzuheben.

9. „Ich kann (noch) nicht fröhlich geben. Also spende ich lieber nichts.“

Diese Ausrede nimmt Bezug auf 2Kor 9,7. Dort schreibt Paulus zum Thema Geben: „Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Weil jemand noch nicht fröhlich geben kann, sondern ihm das schwerfällt, gibt er lieber nichts. Schließlich will er kein Heuchler sein. Ist das so richtig? Soll man das Spenden tatsächlich sein lassen, wenn es einen manchmal Überwindung kostet?

Nun, Gott wünscht sich ganz allgemein, dass wir ihm fröhlich dienen und seinen Geboten gerne folgen. Dennoch entbindet die manchmal nicht vorhandene Freudigkeit an einem Gebot Gottes nicht von dessen Befolgung. Allerdings weist uns unser Unbehagen in so einem Fall schon auf ein tieferliegendes Problem hin. Dass wir nämlich offenbar Schwierigkeiten haben, Gott ganz – auch in materiellen Angelegenheiten – zu vertrauen. Statt auf das Geben zu verzichten, sollten wir lieber Gott um Hilfe und Veränderung unseres Herzens bitten. Und gerade der Vertrauensschritt – etwas zu Geben, obwohl es Überwindung kostet – kann auch dazu dienen, dass wir in diesem Punkt reifen und unser Gottvertrauen wächst.

10. „Ich gebe zwar nichts, aber dafür arbeite ich sehr engagiert in der Gemeinde mit.“

Ja, diese Ausrede gibt es tatsächlich. Fakt ist allerdings, dass Gott von uns Beides erwartet: Dass wir unsere Zeit und Gaben in Form ehrenamtlicher Mitarbeit einbringen, aber auch, dass wir einen angemessenen und großzügigen Teil von den materiellen Gütern, die Gott uns anvertraut hat, in unsere Gemeinde vor Ort investieren. Weder kann man sich von der Mitarbeit durch hohe Spenden „freikaufen“, noch kann man sich umgekehrt durch engangierte Mitarbeit seiner finanziellen Verantwortung entziehen.

Ein Wunsch für die Zukunft!

Dieser Beitrag ist naturgemäß etwas kritischerer Natur. Umso wichtiger ist mir, mit einem positiven Wunsch zu schließen: Wie wunderbar und segensreich wäre es, wenn alle Mitglieder ihre Gemeinden angemessen und großzügig unterstützen würden. Nach meiner Vermutung würden die Einnahmen der meisten Gemeinden um 50-100% höher ausfallen als heute.

Man stelle sich vor, was man mit diesen finanziellen Ressourcen Gutes für das Reich Gottes tun könnte! Ob es der Beginn einer neuen Gemeindearbeit in der Nachbarstadt wäre, motivierende und lehrreiche Schulungen für die engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter oder die Aussendung neuer Missionare… Es könnte soviel Gutes getan werden! Denn Fakt ist, dass heute leider viele gute Projekte und Ideen mangels finanzieller Mittel nie umgesetzt werden.

Und im Übrigen gilt: Wer für seine Gemeinde spendet, verliert nichts. Im Gegenteil: er investiert in einen Schatz im Himmel (vgl. Lk 12,33; Phil 4,17). Geben ist darum im Grunde keine lästige Pflicht, sondern die Gelegenheit zur besten Investition deines Lebens.

Buchempfehlung zu dem Thema: Randy Alcorn, Geld, Besitz und Ewigkeit, 3L Verlag.

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„Reich werden wollen“ – die dreifache Gefahr

In diesem Beitrag hatten wir begonnen auf 1Tim 6 zu schauen, wo Paulus davor warnt, „reich sein zu wollen“ und als Alternative die Genügsamkeit aufzeigt, die aus einem lebendigen Glauben an Christus erwächst.

Jetzt wollen wir noch mal einen Blick auf die Gefahren werfen, die Paulus wirklich drastisch beschreibt, wenn wir die Zufriedenheit und Genügsamkeit verlieren und in uns dieser Wunsch nach „mehr“ Raum bekommt: 9 Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis.  10 Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet, und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen. Der Wunsch reich zu sein, der Wunsch nach immer mehr ist tatsächlich sehr gefährlich – wohlgemerkt Paulus spricht hier nicht von den tatsächlich Reichen, sondern von denjenigen, deren Wunsch es ist, reich zu werden!

Interessant ist, dass wir es hier mit drei verschiedenen Stufen, die aufeinander aufbauen – eine schlimmer als die andere – zu tun haben.

Der Wunsch reich zu sein führt erstens zu Versuchungen.

Der Wunsch reich zu sein führt zweitens zu konkreten Sünden.

Und drittens führt der Wunsch reich zu sein zum Abfall vom Glauben.

Der Wunsch reich zu sein, führt zu Versuchungen vieler Art. Das liegt auf der Hand, weil wir andere Entscheidungen treffen – Entscheidungen, die dem Wort Gottes häufig widersprechen – wenn wir bewusst oder unbewusst danach entscheiden, was eine Sache finanziell für uns bedeutet. Da verursacht einer einen größeren Schaden und schneller als man denkt, keimt in einem der verführerische Gedanke, ob man das nicht einfach über die Haftpflichtversicherung eines Bekannten lösen könnte… Denn würde man – wie es richtig wäre – selbst für den Schaden aufkommen, wären doch sofort alle Ersparnisse weg, die man sich über Jahre mühsam aufgebaut hat…. Wir manövrieren uns also mit dieser Haltung „reich sein zu wollen“, „am Besitz zu hängen“ in ganz schwierige Situationen, in denen uns Versuchungen wie diese hart angreifen können.

Und schneller als man denkt, ist man bei der nächsten Stufe angelangt: Der Wunsch reich zu sein, führt zu konkreten Sünden. Was eben noch ein Gedanke war, wird im nächsten Moment schon in die Tat umgesetzt. Eine falsche Schadensanzeige wird geschrieben und man hofft, dass niemand auf den Betrug reinfällt.

Und letztendlich sagt Paulus, gefährdet der Wunsch reich zu sein, sogar unseren Glauben: „einige sind von Glauben abgeirrt“, heißt es in V. 10. Ja, wieso denn das? Oder ist das nicht ein bisschen übertrieben? Nein! Denn der Wunsch reich zu sein, offenbart, dass wir in Wirklichkeit nicht an Gott glauben, sondern an uns selbst. Warum auf Gott vertrauen, wenn man alles unter Kontrolle hat? Warum um das tägliche Brot bitten, wenn man die Bäckerei besitzt? Wirtschaftliche Unabhängigkeit ist ein großer Feind des Glaubens. Wir sind womöglich stolz auf unsere „finanzielle Unabhängigkeit“, aber wo wären wir ohne Gott, dessen Gabe jeder einzelne unserer Atemzüge ist? Reichtum, und besonders das Streben danach, kann uns ganz schnell von unseren Bedürfnissen isolieren, bzw. er isoliert uns davon, die wahre Tiefe unserer Bedürfnisse zu erkennen. Wir sehen dann nicht mehr, wo und wie wir eigentlich noch Gott brauchen. Und unser Glaube beginnt an Tiefe zu verlieren und womöglich irgendwann ganz zu verschwinden.

„Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung….“ – und die Alternative der Genügsamkeit

Gott warnt uns in der Bibel vor den Gefahren des Reichtums. Nicht dass Reichtum, Geld, Wohlstand und Besitz grundsätzlich abzulehnen sind – nein so eine negative Sicht finden wir in der Bibel nicht. Dennoch ist die Bibel sehr realistisch und schildert uns die Gefahren, die es in diesem Zusammenhang zweifellos gibt. Z.B. in 1Tim 6,6-10:  Dort geht es um die Gefahr, die aus dem Wunsch nach materiellen Dingen erwächst und um den Vorteil der Genügsamkeit.

Das erste wovon Paulus hier spricht, ist Genügsamkeit, Zufriedenheit, mit dem was man hat: Die Frömmigkeit aber ist ein großer Gewinn für den, der sich genügen läßt.” Aber – und das kennen wir alle – Genügsamkeit, Zufriedenheit ist etwas, was sehr leicht zu verlieren ist. Wie schnell denken wir: wenn ich noch etwas mehr habe, dann bin ich zufrieden. Und wenn wir dann etwas mehr haben, denken wir ganz schnell wieder: wenn ich das und das noch habe, dann bin ich wirklich zufrieden…

Denken wir an ein junges Paar, das heiratet –  vielleicht beide noch Studenten oder in der Ausbildung. Sie haben nicht viel Geld und ziehen darum zusammen in eine kleine, alte Wohnung irgendwo in einer günstigen und nicht so schicken Gegend. Alles ein bisschen ab vom Schuss, so dass sie, wenn sie mal wohin müssen, mit dem Fahrrad oder Bus fahren müssen. Und natürlich wünschen sie sich, irgendwann eine größere schönere Wohnung zu beziehen. Und eines Tages ist es auch soweit, sie verdienen Geld und können in eine größere Wohnung umziehen und ein Auto konnten sie inzwischen auch anschaffen und sie sind ganz zufrieden. Und dann bekommen sie einige Zeit später ein Kind und sie wünschen sich – logisch und verständlich – eine noch größere Wohnung mit Balkon oder am besten ein kleines Häuschen mit Garten. Das ganze aber möglichst doch in einer guten Gegend, man ist ja auch um das soziale Umfeld besorgt, in dem die Kinder aufwachsen, mit wem sie zur Schule gehen usw… Und sie sagen sich: „wenn wir das haben, unser eigenes kleines Häuschen mit Garten in einem schönen Wohngebiet, dann werden wir glücklich sein, da werden wir zufrieden sein.“ Und sie sind sich ganz sicher: „da werden wir bleiben bis an unser Lebensende – mehr wollen und mehr brauchen wir nicht!“

Sicher?

Ich will keinen dieser Wünsche verurteilen, sie sind alle verständlich und legitim. Und trotzdem lauert da auch eine Gefahr und wir müssen uns eine Frage stellen: Wieviel ist eigentlich genug? Und wieviel ist zu viel?

Jemand hat mal die Gefahr des „Immer-mehr-Wollens“ mit der Situation verglichen, in der sich ein abgestürzter Bergsteiger befindet, der den steilen Abhang immer weiter herunterrutscht. Aufgrund der Schwerkraft rutscht er ganz von selbst immer weiter herunter. Das passiert von ganz alleine, dazu muss er nichts tun. Entscheidend ist jetzt nicht, an welchem Punkt des Abhangs er seinen Pickel in den Berg haut, sondern dass er es überhaupt irgendwann mal tut. Entsprechend sagt uns die Bibel nicht, wieviel Reichtum oder Wohlstand erlaubt ist. Wohl aber warnt sie uns vor den Gefahren des Materialismus! Und wir tun gut daran, für uns persönlich zu überlegen, an welchem Punkt wir den Pickel einhauen… Wieviel ist also genug? Und wieviel ist zu viel? Darüber lohnt es sich wirklich mal in Ruhe nachzudenken…

Zufriedenheit mit dem, was hier haben, ist jedenfalls etwas, was extrem leicht zu verlieren ist. Paulus schreibt in Phil 4, dass er zufrieden ist, wenn er wenig hat und wenn er viel hat. Er ist zufrieden, unabhängig von dem, was er hat.

Wie geht das? Nun auch bei den griechischen Philosophen zur Zeit von Paulus war das ein hoher Wert, es war eine Tugend genügsam und zufrieden zu sein mit den eigenen Lebensumständen. Man musste lernen, unabhängig von allen Dingen und Menschen zu werden und man musste die Stärke entwickeln, die eigenen Wünsche zu verleugnen.

Bei Paulus ist das anders: Er ist nicht aus eigener Kraft in allen Lebensumständen zufrieden, es ist keine Selbstgenügsamkeit bei ihm, es ist nicht sein starker Wille der jedem äußeren Druck widersteht. Nein, Paulus ist von den äußeren Lebensumständen nicht abhängig, nicht weil er selbstgenügsam ist, sondern weil er „Gott-genügsam“ ist. Es ist Jesus, der ihm die Kraft gibt, es ist Jesus der seine wahren Wünsche stillt. Unsere Zufriedenheit soll auf etwas gegründet sein, das die aktuellen Umstände übertrifft. Das ist ganz entscheidend, sonst wird der Wunsch nach „Mehr“ uns immer wieder erfassen

Zurück zu 1Tim 6. In V. 7 nennt Paulus dann einen Grund, warum wir zufrieden und genügsam mit unseren Lebensumständen sein sollen: Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Er sagt also: wenn wir uns auf die materiellen Dinge verlassen, machen wir einen schlechten Schachzug, weil diese Dinge vergänglich sind. In V. 8 macht er dann noch deutlich, dass die materiellen Sachen unterschiedlich notwendig sind: Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Kleidung und Essen stehen stellvertretend für das, was wir brauchen. Es gibt ganz selbstverständlich viele Ausgaben, die wir tätigen müssen, das versteht Paulus auch. Wir sollen ja z.B. für unsere Familien sorgen – das fordert Paulus auch anderer Stellen in seinen Briefen. Aber nicht alles ist eben gleich notwendig – und daran müssen wir immer wieder denken.

In einem zweiten Teil werden wir dann noch auf die drastischen Gefahren schauen, die uns Paulus in V. 9-10 beschreibt.

Geld strategisch einsetzen

Eins der schwierigsten Gleichnisse, die Jesus erzählt, finden wir in Lukas 16,1-8. Es ist das Gleichnis vom „unehrlichen Verwalter“. Und auch dieses Gleichnis lehrt uns etwas Wichtiges darüber, wie wir als Christen mit Geld umgehen sollen. Kurzgesagt: wir sollen uns nicht davon einfach fernhalten, sondern es strategisch und durchdacht einsetzen.

Aber schauen wir zunächst näher auf das Gleichnis. Jesus erzählt hier von einem Verwalter, quasi einem Manager, der für einen reichen Mann einen Teil seines Besitzes verwaltete. Vermutlich wohnte dieser einfach zu weit weg oder hatte andere Dinge zu tun. Solche Verwalter hatten damals große Freiheiten: sie konnten mit dem Besitz wirtschaften, Geld verleihen, Land verpachten uvm. Und natürlich konnten sie auch selbst gut daran verdienen. Solange sie das treu und erfolgreich machen und der Profit für den Eigentümer stimmte, war alles in Ordnung.

Eines Tages bekommt der reiche Mann im Gleichnis Informationen darüber, dass sein Verwalter in irgendeiner Form – das wird hier offen gelassen – untreu gehandelt hat. Er lässt ihn rufen, stellt ihn zur Rede, der Verwalter kann die Vorwürfe offensichtlich nicht ausräumen, er ist wahrscheinlich tatsächlich schuldig und so wird der Verwalter gefeuert. Er hat allerdings noch einige Tage Zeit, bis die Kündigung wirksam wird. Und der Verwalter fragt sich: „Was soll ich tun? In wenigen Tagen bin ich arbeitslos, ich weiß nicht mehr wovon ich leben soll, ich will keine harte Arbeit annehmen und betteln will ich auch nicht. Womit soll ich dann in Zukunft meinen Lebensunterhalt verdienen?“ Ziemlich schnell hatte der durchtriebene Verwalter einen raffinierten Plan: „Ich weiß, was ich tun werde: ich muss meine jetzige Stellung noch ausnutzen und mir Freunde verschaffen, die mich aufnehmen, sobald ich meinen Schreibtisch hier endgültig räumen muss!“

Nacheinander ruft er nun alle Schuldner zu sich und erkauft mit seiner Großzügigkeit ihre Dankbarkeit. Er fragt sie nach ihrer Schuld, und wenn sie dann kleinlaut die immense Summe nannten, dann erließ er ihnen willkürlich und überhaupt nicht nachvollziehbar einen erheblichen Teil davon.

Aber passiert hier wirklich das, was man auf den ersten Blick denkt? Reduziert hier der Verwalter tatsächlich die Schulden der Schuldner, um sich beliebt zu machen? Tut er das einfach so – obwohl es zum Schaden seines Herrn ist, für den er ja nur noch kurze Zeit tätig ist? Das nennt man doch Betrug! Passiert hier also wirklich ein Betrug und wie kann das sein, dass Jesus dann dieses Verhalten lobt? Oder müssen wir das irgendwie anders verstehen?

In der Auslegungsgeschichte dieses Gleichnisses sind tatsächlich immer wieder auch andere Erklärungsmöglichkeiten vorgeschlagen worden, um dem Gleichnis diese Anstößigkeit zu nehmen, dass Jesus hier ein betrügerisches Verhalten lobt. Manche haben vorgeschlagen, dass der Verwalter ursprünglich einen viel zu hohen Zinssatz genommen hat und dass er diesen nun auf ein faires Maß reduziert. Andere haben angenommen, dass der Verwalter die Schulden hier reduzieren kann, weil er auf seinen Anteil, der ihm als Provision sozusagen zustand, verzichtete. Mich überzeugt das alles nicht. Nein, dieser Verwalter tut genau das, wonach es aussieht: Er betrügt seinen Herrn, der ihn entlassen hat, indem er die Schulden der Schuldner drastisch reduziert, damit er deren Wohlwollen gewinnt! Er tut das, weil er sich für die Zukunft erhofft, dass sie ihm dankbar sind, dass sie sich bei ihm revanchieren, wenn er ohne Arbeit ist. Und Jesus lobt dieses Verhalten auch noch!

Warum? Wie kann das sein?

Wir müssen bedenken, dass Gleichnisse immer einen Vergleichspunkt haben. Nicht aus jeder Kleinigkeit so einer Beispielgeschichte darf man eine Anwendung für uns ableiten wollen. Nein, es gibt immer einen Vergleichspunkt, eine Sache also, die Jesus ganz deutlich machen will. Und das ist hier nicht der Betrug, sondern das ist die kluge Vorausschau des Verwalters. Er wusste, dass er bald seinen Job verlieren würde und dann mittellos dastehen würde. Deshalb verwendet er solange es geht die Ressourcen seines Herrn um sich Freunde zu machen, die ihn später mit Freuden in ihre Häuser „aufnehmen“ würden.

Jesus verdeutlicht das durch seine Worte in V. 8b: „Die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ Jesus stellt die Ungläubigen (die Kinder dieser Welt) den Christen (Kinder des Lichts) gegenüber. Und er sagt quasi: „wenn’s ums liebe Geld geht, dann stellen sich die Ungläubigen, die die gar keine moralischen Maßstäbe kennen, wirklich sehr geschickt an – von denen könnt ihr euch noch eine Scheibe abschneiden und viel von ihnen lernen!“ Wohlgemerkt: natürlich nicht von ihrem Sinn für Betrügereien, wohl aber von ihren klaren Sicht auf die eigene Zukunft und ihrem großen Einsatz für ihre eigene Zukunft. Dass sie nämlich ganz entschlossen ist – koste es, was es wolle – das Beste für sich rauszuholen! Jesus meint also: Wenn’s ums Geld geht, wenn’s um den eigenen Vorteil geht, haben die Ungläubigen ihre Zukunft fest im Blick und geben alles dafür, um ihre Zukunft positiv zu gestalten. Und Jesus wählt dieses drastische Beispiel, was aufhorchen lässt, auch gerade deshalb um die Lektion für uns als Jünger Jesu umso deutlicher zu machen: Auch ihr als Christen sollt eure Zukunft im Blick haben, ihr sollt die Ewigkeit im Blick haben.

Jesus fordert also nicht dazu auf, dass sich Christen vom Geld („dem ungerechten Mammon“) fernhalten sollen (das geht auch sowieso nicht), sondern dass wir es strategisch einsetzen können. Oder anders formuliert: Geld kann für Christen ein nützliches Werkzeug sein. Und Jesus möchte, dass wir das Geld das uns anvertraut ist, als solches klug benutzen – quasi bevor unsere Dienstzeit auf Erden zu Ende ist.

Daraus ergeben sich einige persönliche Fragen:

  • Habe ich meine Zukunft – und Jesus meint damit nicht unser Rentenalter, sondern die Ewigkeit – klar im Blick?
  • Was könnte mir helfen, damit ich meinen Alltag mit einer stärker ausgeprägten Ewigkeitsperspektive lebe?
  • Machst du dir Gedanken darüber, wie du deine finanziellen Mittel nutzt – und wenn ja, kommen Gott, Glaube und Ewigkeit in deinen Überlegungen vor?
  • Wie kann ich das, was Gott mir finanziell anvertraut hat, strategisch (im Hinblick auf die Ewigkeit) nutzen?
  • „Freunde machen mit dem ungerechten Mammon“ heißt es in V. 9. Was kann das praktisch bedeuten?
  • Und zum Weiterdenken: Was bedeutet es eigentlich, dass vor dem Gleichnis vom „unehrlichen Verwalter“ das berühmte Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ steht?

Anmerkung: Dies ist der dritte Beitrag zum Thema „Geld und Glaube“. Hier findest du den einführenen Beitrag und hier den zweiten Beitrag zum Thema „Klug investieren.“

Klug investieren

In Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen fragt sich so mancher, wo er überhaupt noch sein Geld investieren soll. Interessant ist, dass auch Jesus darüber spricht, was eine kluge Investition ist. So heißt es in Mt 6,19-20: 19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.  20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.

Eins vorneweg: Jesus redet hier nicht über unseren Umgang mit den lebensnotwendigen Dingen, die wir brauchen, sondern es geht eben um unseren Umgang mit den materiellen Dingen, die wir über das Lebensnotwendige hinaus haben.

Hier gibt es nach Jesus nur zwei Möglichkeiten: entweder sammelt man Schätze auf Erden oder man sammelt sie im Himmel. Entweder ich suche nach einer Investitionsmöglichkeit im irdischen oder im himmlischen Bereich. Übersehen wir folgendes nicht: Jesus fordert hier nicht dazu auf, gar keine Schätze zu sammeln. Nein, das Gegenteil ist richtig: er befiehlt es sogar! Jesus sagt bloß: Hört auf, sie am falschen Ort zu sammeln und fangt endlich an, sie an der richtigen Stelle zu sammeln.

Jesus sagt also nicht, dass das Anhäufen von Reichtum unmoralisch ist. Reichtum an sich wird überhaupt in der Bibel nicht so negativ bewertet, wie es häufig in unserer Gesellschaft üblich ist. Auch viele fromme Menschen der Bibel waren sehr reich (man denke nur an Abraham oder Hiob). Also Jesus verurteilt den Reichtum nicht als unmoralisch.

Jesus erinnert uns vielmehr daran, dass materielle Dinge auf Dauer nicht bestehen werden, weil sie vergänglich sind: Der Neuwagen, der schon in dem Moment die Hälfte seines Wertes verliert, wenn ich vom Parkplatz des Händlers fahre und spätestens 20 Jahre später nur noch Schrottwert hat oder das neue Iphone, bei dem dieser Prozess noch viel schneller geht. Und selbst die Dinge die wirklich wertbeständig sind (meinetwegen Gold) muss ich spätestens beim Tod zurücklassen. Der Herr gibt uns hier also den guten Rat, nicht falsch zu investieren, d.h. nicht in die vergänglichen Dinge zu investieren, die ihren Wert verlieren oder die wir verlieren!

Stattdessen können wir „Schätze im Himmel“ sammeln. Für den Umgang mit unserem Geld bedeutet das also, dass wir die Möglichkeit haben, dieses vergängliche Gut (was auch noch der Inflation unterliegt) in Ewiges zu investieren, man könnte auch sagen einzutauschen. Das ist Schätze-Sammeln im Himmel!

Wenn wir das wirklich glauben – und wir sollten es glauben, weil es die zuverlässigen Worte unseres Herrn Jesus Christus sind – dann ist es kein scheußlicher Zwang mehr, etwas von meinem Geld abgeben zu müssen. Ich verliere dadurch ja nichts! Vielmehr ist eine attraktive Gelegenheit, etwas Unvergängliches zu sammeln, d.h. etwas von ganz großem Wert zu gewinnen. Wir bekommen dann auch einen ganz anderen Blick auf das Geld und eine andere Perspektive dafür, was Geben bedeutet. Ich frage mich dann nicht mehr: Was muss ich abgeben, um ein gehorsamer Christ zu sein, sondern: Was kann ich investieren in meinen ewigen Schatz im Himmel?

Machen wir’s nochmal konkret. Angenommen, du erlebst morgen einen unerwarteten Geldsegen (z.B. eine Steuerrückzahlung): Eine Summe, mit der du nicht gerechnet hast und die du auch nicht benötigst, um deine laufenden Kosten zu bestreiten. Normalerweise ist unser erster Gedanke in solchen Situationen: „Was gönne ich mir jetzt davon? Soll ich mir ein neues Handy kaufen? Oder lieber diese schicke Couch, die ich neulich im Katalog gesehen habe? Oder sollten wir einfach mal einen Kurzurlaub am Wochenende machen?“

Wenn wir aber Jesu Lehre aus diesen Versen bedenken, stellen wir uns hoffentlich eine andere Frage: „Was ist jetzt eigentlich die klügste Investition für diese Summe?“

Nun, ich denke nicht, dass die Antwort hier immer sein muss, das Geld wegzugeben und in das Reich Gottes zu investieren. Es kann sein, dass es in diesem Moment tatsächlich klüger ist, das Geld in einen erholsamen Kurzurlaub zu stecken. Ich kann dann ausruhen und auftanken und in meinen alltäglichen Arbeiten und Pflichten dem Herrn wieder mehr die Ehre geben. Es wird aber auch tatsächlich oft der Fall sein, dass die klügere Investition nicht das neue Smartphone oder irgendein anderer Luxusgegenstand ist. Sondern, dass es klüger ist, beispielsweise in die theologische Ausbildung in Südamerika zu investieren, in Gemeindegründungsarbeit in Frankreich oder die eigene Ortsgemeinde. Wenn ich hier investiere, bekomm ich schließlich etwas Ewiges und Unverlierbares!

Anmerkung: Dies ist der zweite Beitrag zum Thema „Geld und Glaube“. Den ersten Beitrag findest du hier.

Geld und Glaube

Das Thema „Geld und Glaube“ hat mich schon immer interessiert. Mein Vater war viele Jahre Kassenverwalter in meiner Heimatgemeinde, so dass ich da schon einiges zu diesem schwierigen Thema mitbekommen konnte. Auch meinen ersten größeren Dienst hab ich in diesem Bereich getan. „Wie der Vater so der Sohn“, dachte sich mein damaliger Jugendleiter, und machte mich zum Verwalter unserer Jugendkasse. Eine verantwortungsvolle Aufgabe – immerhin hatten wir schon damals jedes Jahr deutlich vierstellige Umsätze.

„Geld und Glaube“ ist also ein Thema zu dem ich schon lange persönlichen Bezug habe. Aber es ist auch ein Thema, das Vielen sehr unangenehm ist und über das große Unkenntnis und Verwirrung herrscht. Und – auch das habe ich über die Jahre festgestellt und es schockiert mich immer wieder – es ist tatsächlich ein Punkt, an dem bei manchem Schluss ist mit dem Frommsein. „Bei Geld hört die Freundschaft auf“, sagt der Volksmund und ich muss hinzufügen: Bei manchem hört beim Geld leider auch der Glaube auf.

All das ist Grund genug, dass ich in den nächsten Wochen an dieser Stelle immer mal wieder den einen oder anderen biblischen Aspekt zu diesem Thema darlegen möchte. Ich werde das in lockerer Reihenfolge und auch nicht streng systematisch tun. Aber ich hoffe, dass es dem einen oder anderen eine Hilfe ist… Gespannt bin ich auch – gerade bei diesem Thema – auf Fragen und Meinungen meiner Leser… also nur Mut, die Kommentarfunktion zu nutzen!