Von Gottes Liebe ergriffen

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ (1Joh 3,1a)

Was hat Johannes wohl empfunden, als er diese Worte schrieb? Was können wir heraushören, wenn wir auf den Ton in diesen Zeilen achten?

Ich spüre aus diesen Zeilen eine große Begeisterung, ja ein echtes Erstaunen heraus über diese wunderbare Wirklichkeit, dass Gott uns durch Christus tatsächlich zu seinen Kindern macht. Obwohl diese grundlegende Heilstatsache dem Johannes seit vielen Jahrzehnten bekannt war, ist er noch immer ergriffen davon. Die Liebe Gottes, die sich in seinem Erlösungshandeln zeigt, beeindruckt Johannes nach wie vor.

Ich wünsche mir das auch für mich. Dass ich mich nicht daran gewöhne, ein Kind Gottes zu sein. Dass es für mich nicht zur langweiligen Selbstverständlichkeit wird, dass Gott seinen vollkommenen Sohn geopfert hat, um mich zu erlösen. Nein, dass ich vielmehr davon ergriffen bleibe, dass Gottes Liebe zu mir so groß war, dass er Jesus in den Tod gab. Ich wünsche mir auch, dass ich – wie Johannes – begeistert und begeisternd davon reden kann. Dass ich das anderen mitgeben kann, „seht““, „schaut hin“, „passt auf“, „überseht doch nicht!“ Denn was Gott für uns getan hat, ist ja nicht eine Information zum Hören und Abhaken, sondern die frohe Botschaft, die unser Leben verändert!

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Jesus und die Bibel

„Denen, die der Schrift eine hohe Wertschätzung entgegenbringen, wird oft Götzendienst vorgeworfen, weil sie das Wort Gottes so sehr verehren. Doch diese Anschuldigung richtet sich gegen die Falschen. ‚Ein Christus, der seinen Nachfolgern erlaubt, ihn als Richter der Schrift einzusetzen, nämlich als einen, der erst ihre Autorität bestätigen muss, bevor sie verpflichtend wird, und durch dessen gegenteiliges Urteil sie an anderer Stelle ungültig gemacht wird, ist ein Christus menschlicher Vorstellung, gemacht im eigenen Bilde des Theologen. Einer, dessen Haltung zur Schrift das Gegenteil von der Haltung des historischen Christus ist. Wenn die Konstrunktion eines solchen Christus nicht ein Bruch des zweiten Gebotes ist, was ist es dann?‘ Jesus mag sich sehr wohl als der Fokus der gesamten Schrift gesehen haben, doch niemals als ihr Richter. Der einzige Jesus, der über der Schrift steht, ist unser selbst erfundener Jesus.“

Kevin DeYoung, Gott beim Wort nehmen: Warum die Bibel es wert ist, sie zu kennen und ihr zu vertrauen, Waldems: 3L, 2016, 102.

Warum Taufe etwas so Wunderbares ist

Ich bin Baptist. Das bedeutet, dass ich die Glaubenstaufe (d.h. die Taufe von mündigen Menschen, die den Glauben an Jesus Christus bekennen und die Taufe begehren) für die einzig biblisch-theologisch legitimierte Taufe halte. Aber ich will an dieser Stelle nicht die biblisch-theologische Diskussion über die Taufe führen (da gibt’s schon genügend Literatur drüber) und ich weiß auch, dass es über diese Frage auch unter bibeltreuen Christen unterschiedliche Positionen gibt. Ich will an dieser Stelle nur ein paar Punkte nennen, über die ich mich immer wieder freue, wenn wir in unserer Gemeinde taufen (was erst kürzlich wieder der Fall war).

Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen für die Bekehrung

Menschen kommen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Manchmal bekommt man es direkt im Gespräch gesagt, manchmal zeigt es sich einem auch zunächst in einem veränderten Verhalten. Die Taufe, die der Bekehrung nachfolgt, macht nun für alle – die anderen Gemeindeglieder, Nachbarn, Freunde, Verwandte – unzweideutig sichtbar, dass es bei einer Person eine geistliche Veränderung gab. In Taufzeugnissen, aber auch in Predigten, kommt das immer zum Ausdruck: Dass man sich nicht „einfach so“ taufen lässt – aus Tradition oder weil man einmal im Mittelpunkt stehen will – sondern, weil man bekehrt wurde und an Jesus Christus glaubt

Die Taufe ist Anlass zu großer Freude

In unserer Gemeinde – und sicherlich in den meisten anderen Gemeinden – ist eine Taufe immer ein Anlass für ein Gemeindefest. Es wird gemeinsam gegessen, gefeiert und Gemeinschaft gepflegt. Das ist nicht nur irgendwie mal nett, sondern würdigt das geistliche Geschehen angemessen, das hinter der Taufe steht. Schon Jesus sagt: „So sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Lk 15,10) Wenn schon im Himmel große Freude herrscht, über jeden der zum Glauben an Jesus Christus kommt, dann tun wir auf Erden gut daran, dies ebenso zu feiern. Die Taufe ist dafür der perfekte Anlass!

Die Taufe ist evangelistisch

Taufgottesdienste gehören zweifellos zu den Gottesdiensten mit der höchsten Anzahl an Gästen. Nicht nur in Predigt und in den zur Taufe hinführenden Gedanken hat man also die Chance das Evangelium an viele weiterzugeben. Das Besondere ist, dass die Täuflinge selbst – allein dadurch dass sie sich willentlich taufen lassen – deutlich machen, dass das Evangelium aktuell ist und persönlich angenommen werden will. Für viele der nominellen Christen ist das etwas völlig Neues. Hieran lässt sich dann auch prima in persönlichen Gesprächen anknüpfen.

Was ist Glaube?

Greg Gilbert erklärt:

„Wenn Sie Ihren Glauben allein auf Christus setzen, bedeutet das, dass Sie voll und ganz jede andere Hoffnung, vor Gott als gerecht befunden zu werden, aufgeben. Vertrauen Sie auf Ihre eigenen guten Taten? Glaube bedeutet einzugestehen, dass Sie kläglich unzulänglich sind, und allein Christus zu vertrauen. Vertrauen Sie auf das, was Sie als Ihr eigenes gutes Herz betrachten? Glaube bedeutet anzuerkennen, dass Ihr Herz keineswegs gut ist, und allein Christus zu vertrauen. Anders ausgedrückt, es bedeutet, vom Rand des Swimmingpools zu springen und zu sagen: „Jesus, wenn du mich nicht auffängst, bin ich erledigt. Ich habe keine andere Hoffnung, keinen anderen Retter. Rette mich, Jesus, oder ich sterbe.“ Das ist Glaube.“

Greg Gilbert, Was ist das Evangelium?, Waldems: 3L, 2011, 98.

Tripp: Krieg der Worte

Jeder Mensch kennt Kommunikationsprobleme. Worte, die nicht so gemeint waren, wie sie beim Gegenüber ankamen oder Situationen, in denen man Sätze ausgesprochen hat, die man nur wenig später am liebsten zurückgenommen hätte. Im Buch Krieg der Worte ist es Paul Tripps Anliegen zu zeigen, wie das Evangelium unsere Kommunikationsprobleme sieht und wie es uns helfen kann diese zu lösen (15).

Im ersten Teil seines Buches („Reden ist nicht billig“) legt Tripp seine theologischen Grundüberlegungen zu diesem Thema dar. Er ist überzeugt, dass Kommunikationsprobleme sich nicht durch „Tricks und Techniken“ lösen lassen, sondern dass sie eine viel tiefergehende Ursache haben. Er erinnert die Leserschaft daran, dass Gott der erste war der menschliche Sprache benutzte: „Als Gott beschloss, sich selbst auf diese Weise zu offenbaren, verlieh er damit der Sprache als dem wichtigsten Transportmittel für Wahrheit einen Ort der höchsten Bedeutung (18)“.

Aber nicht nur Gott offenbart sich durch seine Worte, sondern seine Worte geben auch der gesamten Schöpfung – und somit auch dem Menschen – Identität, Sinn und Ziel. Gottes Worte setzen Grenzen und geben Freiheit, sie offenbaren, definieren, erklären und formen die Welt (21f). Alles was nun der Mensch spricht, soll Gottes Herrlichkeit spiegeln und seinen Normen entsprechen (23f). Dieses Idealbild sieht Tripp in 1Mose 1. Demgegenüber stellt der Autor das Sprechen Satans aus 1Mose 3. Er stellt heraus, dass hier die Autorität der Worte Gottes  das erste Mal in Frage gestellt werden (30). Eine Folge davon sind – neben dem Aufkommen der Lüge und Schuldzuweisungen – viele sich wiedersprechende Stimmen und Interpretationen der Wirklichkeit. Eine sehr erhellende Beobachtung, die gravierende Auswirkungen auf das alltägliche Leben hat: „Wir alle reagieren auf die Menschen und Situationen in unserem Leben nicht auf der Grundlage der Tatsachen. Sondern unsere Reaktionen gründen sich auf Interpretationen dieser Tatsachen. (…) Probleme mit Worten sind oft Probleme der Interpretation. Wir sagen nicht das Richtige, weil wir nicht das Richtige glauben (31).“ Tripp schlussfolgert, „dass unsere Worte ihre Wurzeln nicht nur in den Worten des Herrn, sondern auch in den Worten der Schlange haben (40).“

Tripps Schlüsselerkenntnis ist darum, dass alle Probleme der Kommunikation ihre Ursache im menschlichen Herzen haben: „Wir sind das, was in jeder Situation das Problem ist. Wir sind das stets gleiche Element in allen unseren Kommunikationsproblemen (49).“ Veränderung kann es darum niemals einfach durch neue Kommunikationstechniken geben, sondern nur durch Jesus Christus – das göttliche Wort – und sein Erlösungswerk (50-58).

Im zweiten Teil des Buches („Ein neues Konzept für unsere Sprache“) möchte der Autor eine neue, von der Bibel geprägte Sicht, über Kommunikation vermitteln. Insbesondere die ersten drei der insgesamt sechs Kapitel in diesem zweiten Teil halte ich für sehr hilfreich. Tripp ist überzeugt, dass wir nur dann, wenn wir Gottes souveräne Herrschaft verstehen und uns seiner Herrschaft unterordnen, so sprechen können, wie er es beabsichtigt hat: „Der Kampf der Worte ist im Grunde ein Krieg um die Souveränität (81).“  Was zunächst weit hergeholt wirkt, erweist sich bei näherem Überlegen als sehr schlüssig: „Wenn meine Worte nicht aus einem Herzen kommen, das in seiner Herrschaft ruht, dann kommen sie aus einem Herzen, das nach Kontrolle strebt, damit ich bekommen kann, was ich will (82).“ Tripp führt dann aus, dass Gott souverän und unangefochten über das Universum und alle Einzelheiten unseres Lebens herrscht. Mit seiner Herrschaft verfolgt Gott für sein Volk stets gute Ziele zu seiner Ehre. Den Kampf um die Worte (gerade in den problembeladenen Situationen, in denen so schnell falsche Worte aus unserem Munde kommen), können wir nur dann gewinnen, wenn wir in unserem Herzen den Kampf um die Souveränität bereit gewonnen haben (95). Beeindruckend, wie Tripp dieses oftmals als mehr theoretisch empfundene Konzept der Souveränität Gottes auf dieses alltägliche Thema der Sprache herunterbricht und überzeugend darlegen kann, wie ein von der Bibel erneuertes Denken in diesem Bereich zu einem erneuerten Leben entscheidend beiträgt.

Ferner legt Tripp den Finger in die Wunder wenn er aufzeigt, dass unsere Kommunikationsprobleme ihre Ursache auch in einem falschen Verständnis von Nachfolge haben können: „Viele von uns folgen dem König aus den falschen Gründen (98)“. So sind Menschen einfach deshalb Christen, weil sie in Christus den Einen sehen, der alle ihre gefühlten Bedürfnisse stillen würde (101). Wenn diese Träume nun zerplatzen, äußert sich das häufig in sündhaften Worten. Tripp malt dem Leser nun anschaulich vor Augen, dass alle materiellen und irdischen Segnungen „auf den tieferen und reicheren Segen der Gegenwart des Herrn Jesus Christus in ihrem Leben hinweisen (106).“ Er macht aber auch deutlich, dass Christi Ruf in die Nachfolge bedeutet, die eigenen Pläne aufzugeben und Teil von Gottes Plan zu werden (108). Um den Kampf um die Worte wirklich gewinnen zu können, muss unser Leben allein auf den Herrn gegründet sein (109).

Bedenkenswert sind außerdem noch Tripps Hinweise, dass wir Menschen „für den König“ (115) sprechen sollen. Gott hat uns zu seinen Botschaftern berufen, die ihn repräsentieren sollen: „Unsere Kommunikation muss immer Botschaftercharakter haben (119).“  Das bedeutet, dass wir aus einem „klaren Verständnis der Mission des Königs heraus sprechen (121)“, also dass wir beim Sprechen das Herz im Blick haben. Vor allem aber bedeutet es, dass wir uns beim Sprechen auch der Methoden des Königs bedienen: „Als Botschafter sind wir dazu berufen, die unwirksamen oder gar zerstörerischen Waffen der Welt abzulegen und die Werkzeuge des Evangeliums zu ergreifen (124)“, unter denen Tripp nach 2Kor 5 Selbstaufopferung, Vergebung und Versöhnung versteht. „Menschliche Probleme“, die in aller Regel Streit und Kommunikationsprobleme hervorrufen, „sind Gelegenheiten, die Gott dazu benutzen kann, die Menschen um uns herum in eine vollere und tiefere Gemeinschaft mit ihm zu ziehen (128).“

In den übrigen drei Kapiteln dieses zweiten Hauptteils ermutigt der Autor praktische Schritte vorwärts zu gehen und sich nicht entmutigen zu lassen (Kapitel 8). Er gibt konkrete Hinweise, wie man konfrontative Gespräche biblisch führen kann (Kapitel 9).  Abschließend erinnert er daran, dass wir uns stets auf der Mission des Königs befinden (Kapitel 10).

In Tripps drittem Hauptteil („Den Kampf der Worte gewinnen“) geht es nun darum die neue bibelgemäße Kommunikation umzusetzen. Dazu fordert der Autor den Leser in Kapitel 11 zunächst auf, Buße über die alte Sprechweise zu tun. Tripp beschreibt sehr anschaulich, dass Buße als Ziel ein verändertes Leben hat. Er schlägt vier praktische Schritte vor, um Buße zu tun: 1) Nachdenken über das eigene Herz, 2) Bekennen, 3) Selbstverpflichtung und 4)  Veränderung. Ferner erinnert Tripp seine Leserschaft daran, dass der Kampf um die Worte „eine lange Reise“ (226) ist (Kapitel 12). Er schließt sein Buch mit einigen Ratschlägen ab, wie man „Worte wählen“ (229) sollte: Zunächst gilt es das eigene Herz vorzubereiten und anschließend Worte zu wählen, die den Kriterien Wahrheit, Liebe, Zurückhaltung, Gnade und Vergebung entsprechen.

Die Stärken des Buches liegen meiner Einschätzung nach vor allen Dingen in den ersten Kapiteln. Besonders der erste Teil, in dem Tripp das Grundproblem aller menschlichen Kommunikation überzeugend auf den Sündenfall zurückführt, ist eine außerordentlich wichtige Erkenntnis. Zu Recht betont der Autor immer wieder, dass es beim Überwinden von Kommunikationsproblemen nie nur um „Tricks und Techniken“ gehen kann. Tripp will ausdrücklich an der Wurzel des Problems ansetzen, das er richtig als das menschliche Herz identifiziert. So überzeugend wie er diese Sicht der Dinge darlegt, so sehr vermisst man auf der anderen Seite die Auseinandersetzung mit anderen Standpunkten. Ebenfalls äußerst gelungen sind die ersten Kapitel aus dem zweiten Teil, in dem er „ein neues Konzept“ für unsere Sprache entwickelt. Tripp gelingt es außerordentlich gut, tiefe geistliche Wahrheiten wie die Souveränität Gottes auf das alltägliche Leben herunterzubrechen. Er zeigt so, dass diese dogmatischen Wahrheiten tatsächlich die Lebenspraxis verändert. Was der Mensch glaubt, verändert eben auch sein Handeln! Man ist motiviert – gerade als Pastor und Prediger – die Schrift tiefgehend auszulegen, auch vermeintlich lebensferne Theologie zur Sprache zu bringen, weil sie eben doch die Kraft hat, das Leben gravierend zu verändern.

Auf der anderen Seite muss man leider konstatieren, dass die Qualität des Buchs abnimmt. Gerade die letzten Kapitel, in denen es um die konkrete Umsetzung einer neuen Sprechweise geht, sind keineswegs so stark wie die ersten Kapitel des Buchs. Zwar schließt Tripp jedes Kapitel mit einigen persönlichen Fragestellungen ab, die dazu helfen sollen, das Gelesene umzusetzen. Dennoch sind die Kapitel zur konkreten Umsetzung etwas vage und teilweise zu theoretisch und erklärend. Tripp will keine „Tricks und Techniken“ liefern, aber an dieser Stelle wäre es vielleicht doch angemessen gewesen, konkrete Vorschläge zu machen, wie man eine neue vom Evangelium bestimmte Sprechweise im Alltag einüben kann.

Man beobachtet ferner in der fortlaufenden Lektüre zunehmende Redundanz einiger Gedanken. Hin und wieder drängt sich der Eindruck auf, dass der Autor noch einige Gedanken zu einer Bibelstelle „auf Lager“ hatte – die zwar im Zusammenhang zum Buchthema stehen – aber den Gesamtgedanken kaum weiterentwickeln (z.B. die an sich gute Auslegung von Gal 5,13ff in Kapitel 12, S. 210ff). Das Buch hätte darum sicherlich um einiges kürzer und stringenter ausfallen können.

Insgesamt ist das Buch dennoch ein sehr wichtiges und gelungenes Buch. Allein die ersten 7 Kapitel sind so voller wertvoller und wichtiger Wahrheiten, dass man über die kleinen Mängel in den anderen Kapiteln gut hinwegsehen kann. Das Werk könnte sehr gut in Jüngerschaftsgruppen oder Hauskreisen verwendet werden, wobei hier besonderes Augenmerk auf die Anwendung des Gelesenen gelegt werden sollte. Insbesondere die ersten 6-7 Kapitel wären allerdings auch eine gute Grundlage für eine Predigt- oder Themenreihe, die das allgegenwärtige Thema Kommunikation – das ja auch soviel Not verursacht – aus biblischer Sicht beleuchtet. Darum ist Krieg der Worte auf jedem Fall jedem interessierten Christen zu empfehlen und sollte auf keinem gemeindlichen Büchertisch fehlen

Jesu Auferstehung – Grundstein des Glaubens

„Die Auferstehung Jesu [ist] keine nebensächliche Angelegenheit (..). Sie ist nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit einiger Geschichten über die Auferstehung. Das gesamte Neue Testament wurde mit Blick auf die Auferstehung geschrieben. Die Auferstehung kann in der Tat als Grundstein des frühchristlichen Glaubens bezeichnet werden.

Die ersten Christen glaubten, dass Jesus sowohl seinen Tod als auch seine Auferstehung vorhersah. Die Evangelien wurden nicht geschrieben, um die Worte und Taten eines großen verstorbenen Lehrers festzuhalten. Sie wurden geschrieben, weil ihre Verfasser glaubten, dass der Jesus, den sie persönlich gekannt hatten, nicht durch den Tod besiegt worden war, sondern dass er noch lebte. Sie glaubten, dass die wahre Botschaft Jesu nur durch den Glauben an die Auferstehung erfasst werden könnte. Die Apostelgeschichte zeigt uns, dass die Auferstehung die zentrale Botschaft der ersten Christen war. Sie ist die Grundvoraussetzung aller neutestamentlichen Briefe, ja, des gesamten Neuen Testaments.

Wenn dieser Glaube nicht in einer Tatsache begründet läge, so würde die Botschaft des ganzen Neuen Testaments auf einer Täuschung beruhen.“

George E. Ladd, Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Neuhausen: Hänssler, 1979, 42f.

Jesus trug Gottes Zorn

„Als Jesus die Schuld unserer Sünden alleine trug, goss Gott der Vater, der mächtige Schöpfer, der Herr des Universums, auf Jesus die Glut seines Zornes aus: Jesus wurde zum Gegenstand des tiefen Hasses der Sünde und der Rache gegen die Sünde, die Gott geduldig seit dem Anfang der Welt aufgespart hatte.

Röm 3,25 sagt uns, dass Gott Christus als ein „Sühnopfer“ dargestellt hat; dieses Wort bedeutet „ein Opfer, das den Zorn Gottes bis ans Ende trägt und, indem es dies tut, Gottes Zorn gegen uns in Gunst verwandelt“. Paulus schreibt uns, dass dies geschah „um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.“ (Röm 3,25-26). Gott hatte in den vergangenen Generationen nicht einfach die Sünde vergeben und die Strafe vergessen. Er hatte Sünden vergeben und seinen gerechten Zorn gegen jene Sünden aufgespart. Doch am Kreuz entbrannte die Glut all jenes aufgesparten Zornes gegen die Sünde gegen Gottes eigenen Sohn in ihrer ganzen Heftigkeit.“

Wayne Grudem, Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie, Bonn: VKW, 2013, 636.