Soziales Engagement – Hauptaufgabe der Kirchen?

Eine Umfrage im Auftrag von Idea kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Menschen in Deutschland von den Kirchen in erster Linie soziales Engagement erwarten (43%). Klar, soziales Engagement ist sympathisch und kommt immer und überall gut an. Auch unter freikirchlichen Christen ist die Erwartung an soziales Engagement sehr hoch (48%) und wird nur knapp von der Erwartung, dass die Kirchen den „Zugang zu Gott eröffnen“ (53%), übertroffen.

Nun ist soziales Engagement zweifellos eine sehr gute Sache – und Christen in allen Jahrhunderten haben hier Außerordentliches geleistet. Doch – und das muss in aller Klarheit gesagt werden – der Hauptauftrag der christlichen Gemeinde ist es nicht. Jesus Christus, der Herr der Gemeinde, hat sie ins Leben gerufen, um Jünger zu machen: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ (Mt 28,19a). Soziales Engagement bzw. christliche Liebestätigkeit ist also nicht der Kern der Sache. Es erwächst vielmehr aus der Begegnung mit Gottes rettender Gnade in Jesus Christus ganz natürlich und zwangsläufig.

Kirchen und Gemeinden müssen an dieser Stelle aufpassen, sich dem Erwartungsdruck der Gesellschaft nicht zu beugen. Denn klar ist, dass soziales Engagement mit Applaus und öffentlicher Anerkennung bedacht wird, evangelistische Bemühungen dagegen zunehmend als fundamentalistisch empfunden werden. Dennoch sind wir Jesus Christus und seinem Wort verpflichtet und weder den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft noch den Wünschen der eigenen Gemeindemitglieder.

Übrigens: wer Diakonie und soziales Engagement fördern will, muss nicht große Diakoniekonzerne gründen oder der Ortsgemeinde künstlich soziale Projekte überstülpen (die dann womöglich noch auf Kosten evangelistischer Aktivitäten gehen). Vielmehr gilt es das Evangelium von Jesus Christus in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen! D.h. dieses Evangelium zu predigen, diese Botschaft aktiv zu den Menschen zu bringen (ja, durch Worte) und auch den langjährigen Nachfolgern Jesu das Evangelium immer kostbarer zu machen! Denn die Menschen müssen diese einzigartige Liebe Gottes – die sich darin zeigt, dass Gott selbst seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern ihn für uns dahingab (vgl. Röm 8,32), und zwar als wir noch Sünder waren (Röm 5,8) – persönlich erfahren! Wenn wir von dieser Liebe Gottes, wie sie sich im Evangelium Jesu manifestiert, ergriffen sind, dann werden wir aus Dank und Liebe zu unserem Erlöser ganz natürlich danach trachten, „Gutes zu tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.“ (Gal 6,10).

Zu dem Verhältnis von sozialem Engagement und dem eigentlichen Missionsauftrage Jesu ist übrigens das Buch „Was ist der Missions-Auftrag der Gemeinde Jesu?“ von Greg Gilbert und Kevin DeYoung sehr zu empfehlen!

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Warum Taufe etwas so Wunderbares ist

Ich bin Baptist. Das bedeutet, dass ich die Glaubenstaufe (d.h. die Taufe von mündigen Menschen, die den Glauben an Jesus Christus bekennen und die Taufe begehren) für die einzig biblisch-theologisch legitimierte Taufe halte. Aber ich will an dieser Stelle nicht die biblisch-theologische Diskussion über die Taufe führen (da gibt’s schon genügend Literatur drüber) und ich weiß auch, dass es über diese Frage auch unter bibeltreuen Christen unterschiedliche Positionen gibt. Ich will an dieser Stelle nur ein paar Punkte nennen, über die ich mich immer wieder freue, wenn wir in unserer Gemeinde taufen (was erst kürzlich wieder der Fall war).

Die Taufe ist ein sichtbares Zeichen für die Bekehrung

Menschen kommen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus. Manchmal bekommt man es direkt im Gespräch gesagt, manchmal zeigt es sich einem auch zunächst in einem veränderten Verhalten. Die Taufe, die der Bekehrung nachfolgt, macht nun für alle – die anderen Gemeindeglieder, Nachbarn, Freunde, Verwandte – unzweideutig sichtbar, dass es bei einer Person eine geistliche Veränderung gab. In Taufzeugnissen, aber auch in Predigten, kommt das immer zum Ausdruck: Dass man sich nicht „einfach so“ taufen lässt – aus Tradition oder weil man einmal im Mittelpunkt stehen will – sondern, weil man bekehrt wurde und an Jesus Christus glaubt

Die Taufe ist Anlass zu großer Freude

In unserer Gemeinde – und sicherlich in den meisten anderen Gemeinden – ist eine Taufe immer ein Anlass für ein Gemeindefest. Es wird gemeinsam gegessen, gefeiert und Gemeinschaft gepflegt. Das ist nicht nur irgendwie mal nett, sondern würdigt das geistliche Geschehen angemessen, das hinter der Taufe steht. Schon Jesus sagt: „So sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“ (Lk 15,10) Wenn schon im Himmel große Freude herrscht, über jeden der zum Glauben an Jesus Christus kommt, dann tun wir auf Erden gut daran, dies ebenso zu feiern. Die Taufe ist dafür der perfekte Anlass!

Die Taufe ist evangelistisch

Taufgottesdienste gehören zweifellos zu den Gottesdiensten mit der höchsten Anzahl an Gästen. Nicht nur in Predigt und in den zur Taufe hinführenden Gedanken hat man also die Chance das Evangelium an viele weiterzugeben. Das Besondere ist, dass die Täuflinge selbst – allein dadurch dass sie sich willentlich taufen lassen – deutlich machen, dass das Evangelium aktuell ist und persönlich angenommen werden will. Für viele der nominellen Christen ist das etwas völlig Neues. Hieran lässt sich dann auch prima in persönlichen Gesprächen anknüpfen.

Christsein entdecken!

Bei uns in der Gemeinde haben wir kürzlich begonnen, das vierte Mal den evangelistischen Glaubenskurs Christsein entdecken anzubieten. Nun gibt es viele dieser Kurse, so dass sich die Frage stellt, welchen man wählt. Auch ich habe mir vor einigen Jahre eine ganze Reihe davon angesehen und mich schließlich für Christsein entdecken entschieden. Aus meiner Sicht sprechen einige gute Gründe für diesen Kurs:

Der Kurs hat eine hohe inhaltliche Qualität

Alle Materialien sind ganz hervorragend ausgearbeitet und aufeinander abgestimmt. Vorträge, Gesprächseinheiten, Schulungsmaterial sind sowohl inhaltlich-theologisch sehr gut als auch wunderbar aufbereitet. Alle Materialien kann man ohne großen Aufwand für die eigene Durchführung verwenden.

Der Kurs legt einen Schwerpunkt auf Gespräch

Für jeden Termin sind zwei sogenannte Gruppengespräche vorgesehen. Hier können Fragen gestellt werde und es wird über das Gelesene und Gehörte diskutiert. Wir erleben es immer wieder, dass diese Gespräche auch auf eine persönliche Ebene kommen, Mitarbeiter ihr Zeugnis erzählen etc. Das alles ist sehr wertvoll, denn es hilft dabei, dass die Inhalte auch auf das persönliche Leben bezogen werden.

Welche Themen sollte ein Glaubenskurs unbedingt beinhalten? Oder anders gefragt: was sollte man unbedingt über den christlichen Glauben vermitteln? Gar nicht so einfach zu beantworten und eine Frage, über die die Meinungen sicher auseinandergehen… Christsein entdecken schlägt hier den Weg ein, sich auf die wenigen absolut entscheidenden Themen zu konzentrieren, diese aber sehr intensiv zu behandeln. So dreht sich der Kurs im Großen und Ganzen um drei Fragen: 1. Wer war Jesus?, 2. Warum ist Jesus gekommen? und 3. Was bedeutet es, ihm nachzufolgen? Es gibt sicherlich Kurse, die thematisch breiter aufgestellt sind, aber Christsein entdecken geht bei diesen Grundfragen des christlichen Glaubens dafür deutlich stärker in die Tiefe. Das finde ich sehr wertvoll!

Der Kurs führt die Teilnehmer in das fortlaufende Bibellesen ein

Während man in vielen Glaubenskursen zwischen einer Vielzahl verschiedener Bibelstellen hin- und herspringt, was gerade den in der Bibel Nichtkundigen verwirren dürfte, konzentriert sich Christsein entdecken auf das Markusevangelium. Die Teilnehmer lesen zu Hause selbstständig (mit einigen Hilfen) dieses kurze Evangelium durch, und auch Gruppengespräche und Vorträge basieren auf Texten aus Markus. Der Vorteil ist, dass die Teilnehmer einen guten Überblick über ein biblisches Buch bekommen. Außerdem werden sie von Anfang an damit vertraut gemacht, was es bedeutet fortlaufende Bibeltexte zu lesen.

Der Kurs verschweigt die schwierigen Themen nicht

Bei Christsein entdecken werden auch die schwierigen und unangenehmen Stellen nicht übergangen (was man bei fortlaufender Bibellese ja auch nicht kann – ein Riesenvorteil!!). Es geht um Hölle, Strafe und Gericht. Natürlich nicht ständig und an erster Stelle. Aber diese Themen werden eben nicht verschwiegen. Mancher Teilnehmer muss auch mal schlucken, aber er spürt, dass er nicht auf einer Verkaufsveranstaltung gelandet ist, in der die Vorzüge der Sache ins beste Licht gerückt werden, sondern das hier offen und ehrlich das ganze Bild gezeigt wird. Christsein entdecken vermittelt also kein Kuschelevangelium, sondern die Botschaft vom gekreuzigten Christus – manchen ein Ärgernis und manchen eine Torheit, uns aber Gottes Kraft und Weisheit (nach 1Kor 1,23-24).

Die deutschsprachige Version von Christsein entdecken ist im 3L-Verlag erschienen. Alle Materialien können direkt dort bezogen werden.