Was Christi Tod für uns bedeutet

„Er hat sich in die Gewalt des Todes begeben, nicht um von diesem verschlungen zu werden, sondern um ihn, der doch uns zu verschlingen drohte, selbst zu verschlingen! Er hat sich dem Tod unterworfen, nicht um von seiner Macht erdrückt zu werden, sondern um ihn selbst zu Boden zu werfen, der doch uns allezeit drohte und schon über unseren Sturz frohlockte! Endlich ist er gestorben, um durch den Tod den zunichte zu machen, der des Todes Gewalt hat, das ist: den Teufel, und um die zu erlösen, „die durch Furcht des Todes im ganzen Leben Knechte sein mussten!“ (Hebr 2,15). Das ist die erste Frucht, die uns sein Tod gebracht hat.

Die zweite Wirkung des Todes Christi für uns ist die, dass er uns in die Gemeinschaft seines Sterbens hineinzieht; dadurch hat er unsere irdischen Glieder getötet, so dass sie nicht weiter ihr böses Werk tun, dadurch hat er auch unseren alten Menschen zunichte gemacht, dass er jetzt nicht mehr gedeiht und seine Früchte bringt! Und dazu ist er auch begraben worden, nämlich, dass wir jetzt selbst mit an seinem Begräbnis teilhaben und damit auch der Sünde begraben werden. Denn nach Paulus sind wir Christo durch einen gleichen Tod einverleibt, und mit ihm sind wir begraben und dadurch der Sünde gestorben; durch sein Kreuz ist „uns die Welt gekreuzigt und wir der Welt!“ (Gal 2,19; 6,14). Aber damit will uns der Apostel nicht etwa bloß ermuntern, das Vorbild seines Todes gewissermaßen an uns zu Darstellung und Ausdruck zu bringen; sondern er erklärt uns, dass in dem Tode Christi eine solche Kraft wohnt, die nun in allen Christenmenschen sichtbar werden muss, wenn sie den Tod Christi an sich nicht nutzlos und fruchtlos machen wollen!“

Johannes Calvin, Institutio II,16,7.

Prüft die Geister!

„Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt.Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt.“ (1Joh 4,1-3)

Prüft die Geister

Johannes möchte nicht, dass seine Leser leichtgläubig jedem Verkündiger vertrauen, der so dahergelaufen kommt. Kritische Prüfung ist nötig, weil es eben auch viele „falsche Propheten“ gibt. Auch Jesus hat schon davor gewarnt, falschen Verkündigern nicht auf den Leim zu gehen (Mt 7,15). An dieser Stelle geht es nicht darum, jedem Prediger mit einer übertriebenen Kritiksucht zu begegnen, noch sind wir dazu aufgefordert wegen kleinerer Meinungsverschiedenheiten einen Streit vom Zaun zu brechen. Nein, es geht um das große Ganze: „Prüft die Geist, ob sie von Gott sind.“ Ja, es gibt die Möglichkeit, dass in christlichen Kreisen Verkündiger unterwegs sind, die nicht von Gottes Geist geleitet sind. Soviel Realismus muss sein. Darum ist Prüfung nötig!

Nur zwei Möglichkeiten

Wie für Paulus (vgl. Eph 2,2), so gibt es auch für Johannes nur zwei Möglichkeiten: entweder jemand ist von Gottes Geist geleitet oder aber der Geist des Antichrists, d.h. des Teufels, beherrscht ihn. Eine neutrale Sphäre gibt es hier nicht. Darum ist es so wichtig, hier gründlich zu prüfen, weil man sonst sich keinen neutralen, sondern einen teuflischen Geist ins Haus holt. Gleichwohl macht uns das auch deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns selbst fest an Jesus Christus binden, damit sich sein guter Geist immer stärker Raum in uns verschafft.

Welcher Geist spricht da?

Woran kann man nun erkennen, welcher Geist in jemandem wirkt? Johannes sagt: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott.“ Zur Zeit von Johannes war die falsche Vorstellung sehr verbreitet, dass Jesus Christus zwar Gott aber nicht wahrer Mensch gewesen sei. Gott habe sich quasi als Mensch verkleidet, als er in Jesus über diese Erde lief. Insofern war für Johannes die Sache klar: Wer sich dazu bekennt, dass Jesus ins Fleisch gekommen ist, d.h. wahrer Mensch geworden ist, in dem ist der Geist Gottes aktiv. Denn das war die entscheidene Frage, an der sich die Geister schieden. Gott sei Dank ist diese Lehre heutzutage nicht mehr umstritten. Aber es sind andere gewichtige Fragen, an denen sich heute die Geister scheiden. Z.B.: Ist Jesus Christus der einzige Weg zu Gott? Ist Jesus Christus leibhaftig von den Toten auferstanden? Ist Jesus Christus einen stellvertretenden Sühnetod gestorben? Kurzgesagt: ein Mensch, in dem der Geist Gottes wirkt, wird sich möglicherweise noch in vielen Dingen irren oder andere Meinungen vertreten als wir, aber zu allen Fragen an denen das Evangelium im Kern hängt, wird er sich mit Freude bekennen!

Warum Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sein musste

„Denn unsere Ungerechtigkeit stand ja wie eine Wolke zwischen uns und ihm, sie entfremdete uns gänzlich vom Himmelreich, und deshalb konnte uns keiner wieder Frieden schaffen als der, der vollen Zutritt zu ihm hatte. (…)

Es wäre wahrhaft jämmerlich um uns bestellt gewesen, wenn nicht Gottes Majestät selber zu uns herniedergekommen wäre – denn hinaufsteigen konnten wir ja eben nicht! So musste der Sohn Gottes für uns zum Immanuel werden, das heißt „Gott mit uns!“, und zwar so, dass seine Gottheit und die menschliche Natur sich aufs innigste miteinander vereinten. Auf keine andere Weise konnte Gott uns ganz nahekommen, auf keine andere Art eine feste innere Verbundenheit und damit die zuversichtliche Hoffnung entstehen, dass er wahrhaft unter uns wohne!“

Johannes Calvin, Institutio II,12,1.

Soziales Engagement – Hauptaufgabe der Kirchen?

Eine Umfrage im Auftrag von Idea kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Menschen in Deutschland von den Kirchen in erster Linie soziales Engagement erwarten (43%). Klar, soziales Engagement ist sympathisch und kommt immer und überall gut an. Auch unter freikirchlichen Christen ist die Erwartung an soziales Engagement sehr hoch (48%) und wird nur knapp von der Erwartung, dass die Kirchen den „Zugang zu Gott eröffnen“ (53%), übertroffen.

Nun ist soziales Engagement zweifellos eine sehr gute Sache – und Christen in allen Jahrhunderten haben hier Außerordentliches geleistet. Doch – und das muss in aller Klarheit gesagt werden – der Hauptauftrag der christlichen Gemeinde ist es nicht. Jesus Christus, der Herr der Gemeinde, hat sie ins Leben gerufen, um Jünger zu machen: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ (Mt 28,19a). Soziales Engagement bzw. christliche Liebestätigkeit ist also nicht der Kern der Sache. Es erwächst vielmehr aus der Begegnung mit Gottes rettender Gnade in Jesus Christus ganz natürlich und zwangsläufig.

Kirchen und Gemeinden müssen an dieser Stelle aufpassen, sich dem Erwartungsdruck der Gesellschaft nicht zu beugen. Denn klar ist, dass soziales Engagement mit Applaus und öffentlicher Anerkennung bedacht wird, evangelistische Bemühungen dagegen zunehmend als fundamentalistisch empfunden werden. Dennoch sind wir Jesus Christus und seinem Wort verpflichtet und weder den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft noch den Wünschen der eigenen Gemeindemitglieder.

Übrigens: wer Diakonie und soziales Engagement fördern will, muss nicht große Diakoniekonzerne gründen oder der Ortsgemeinde künstlich soziale Projekte überstülpen (die dann womöglich noch auf Kosten evangelistischer Aktivitäten gehen). Vielmehr gilt es das Evangelium von Jesus Christus in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen! D.h. dieses Evangelium zu predigen, diese Botschaft aktiv zu den Menschen zu bringen (ja, durch Worte) und auch den langjährigen Nachfolgern Jesu das Evangelium immer kostbarer zu machen! Denn die Menschen müssen diese einzigartige Liebe Gottes – die sich darin zeigt, dass Gott selbst seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern ihn für uns dahingab (vgl. Röm 8,32), und zwar als wir noch Sünder waren (Röm 5,8) – persönlich erfahren! Wenn wir von dieser Liebe Gottes, wie sie sich im Evangelium Jesu manifestiert, ergriffen sind, dann werden wir aus Dank und Liebe zu unserem Erlöser ganz natürlich danach trachten, „Gutes zu tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.“ (Gal 6,10).

Zu dem Verhältnis von sozialem Engagement und dem eigentlichen Missionsauftrage Jesu ist übrigens das Buch „Was ist der Missions-Auftrag der Gemeinde Jesu?“ von Greg Gilbert und Kevin DeYoung sehr zu empfehlen!

Nachfolge, weil Jesus vorneweg gegangen ist

Kurz vor Weihnachten stelle ich meistens fest, wie wenig Tage es nur noch sind bis zum großen Fest, und dass ich noch soviel erledigen muss. Ich merke: mir blüht in den nächsten Tagen nun ziemlicher Stress. Und ziemlich schnell nehme ich mir dann vor: „Nächstes Jahr passiert mir das nicht! Nächstes Jahr kümmere ich mich rechtzeitig – am besten schon im Sommer – um diese Dinge.“

Und was passiert im nächsten Jahr? Wieder das gleiche. Ich vergesse es, ich vertage es, ich schieb es raus – und schwupps ist schon wieder Weihnachten und der Stress beginnt erneut. Vielleicht kennst du das – so oder ähnlich – auch. Denn so ist das mit unseren menschlichen Vorhaben und Planungen. So ist das mit unseren guten Vorsätzen. Ganz oft bleibt es nur beim richtigen Gedanken oder der verbalen Ankündigung – aber wir setzen es doch nicht um.

Ganz anders ist es bei Jesus unserem Herrn. Es heißt in Lk 9,51: „Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war  dass er hinweggenommen werden sollte, da wandte er sein Angesicht stracks nach Jerusalem zu wandern.“ Jesus hat Gottes Plan, sein Ziel für sein Leben, Gottes Auftrag für ihn klar vor Augen. Jesus weiß, dass Gottes Plan für ihn ist, hinauf nach Jerusalem zu ziehen, um dort zu leiden und zu sterben am Kreuz von Golgatha. Dieser Vers, er macht uns hier ganz deutlich, dass dieses Leiden Jesu keine unglückliche Fügung war. Es ist nicht irgendwie dumm gelaufen für Jesus, sein Leiden und Sterben war kein Unfall, es war keine Abweichung von Gottes Plan. Nein, ganz im Gegenteil, war es vollumfänglich Gottes Plan, dass Jesus nach Jerusalem ziehen sollte, um dort verworfen, verurteilt und hingerichtet zu werden. Und Jesus weiß das. Er hat diesen Plan Gottes vor Augen – und anders als es oft bei uns ist – setzt er ihn ohne zu zögern, 100% entschlossen, um. „Da wandte er sein Angesicht stracks nach Jerusalem zu wandern.“ Nichts sollte ihn, nichts würde ihn davon abhalten, nach Jerusalem zu gehen, um dort den stellvertretenden Opfertod zu sterben, für alle die an ihn glauben. Jesus ist fest entschlossen, er macht sein Angesicht fest, er wandte sich stracks nach Jerusalem zu wandern, um sein Leben für uns hinzugeben. Ganz bewusst und ganz gezielt.

Hier ist die Basis für alle weiteren Dinge, die man über Nachfolge oder den christlichen Glauben allgemein sagen kann. Jesus stirbt den stellvertretenden Tod am Kreuz aus Liebe – weil er uns retten will. Er trifft den festen Entschluss das zu tun und lässt sich auch von nichts niemandem davon abhalten. Und wir wissen: selbst Petrus sein Jünger wollte ihn daran hindern. Und wir wissen ebenso, wie im Garten Gethsemane die Versuchung da war, den leichteren Weg zu gehen. Aber Jesus blieb treu. Er hat den Plan Gottes vor Augen gehabt und ihn 100% umgesetzt.Darum können wir heute – du und ich – erlöste Menschen sein. Und darum sind wir auch berufen als Jünger Jesu ihm nachzufolgen, seine Ehre zu suchen, uns zu heiligen, von Jesus zu lernen usw. Aus Dankbarkeit und Freude über das, was Jesus getan hat.Einfach, weil Jesus vorneweg gegangen ist.

Wenn du mehr über dieses Thema hören willst, dann hast du die Gelegenheit hier in meine Predigt „Nachfolge, weil Jesus vorneweg gegangen ist“ (Lk 9,51-62) reinzuhören.

Von Gottes Liebe ergriffen

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“ (1Joh 3,1a)

Was hat Johannes wohl empfunden, als er diese Worte schrieb? Was können wir heraushören, wenn wir auf den Ton in diesen Zeilen achten?

Ich spüre aus diesen Zeilen eine große Begeisterung, ja ein echtes Erstaunen heraus über diese wunderbare Wirklichkeit, dass Gott uns durch Christus tatsächlich zu seinen Kindern macht. Obwohl diese grundlegende Heilstatsache dem Johannes seit vielen Jahrzehnten bekannt war, ist er noch immer ergriffen davon. Die Liebe Gottes, die sich in seinem Erlösungshandeln zeigt, beeindruckt Johannes nach wie vor.

Ich wünsche mir das auch für mich. Dass ich mich nicht daran gewöhne, ein Kind Gottes zu sein. Dass es für mich nicht zur langweiligen Selbstverständlichkeit wird, dass Gott seinen vollkommenen Sohn geopfert hat, um mich zu erlösen. Nein, dass ich vielmehr davon ergriffen bleibe, dass Gottes Liebe zu mir so groß war, dass er Jesus in den Tod gab. Ich wünsche mir auch, dass ich – wie Johannes – begeistert und begeisternd davon reden kann. Dass ich das anderen mitgeben kann, „seht““, „schaut hin“, „passt auf“, „überseht doch nicht!“ Denn was Gott für uns getan hat, ist ja nicht eine Information zum Hören und Abhaken, sondern die frohe Botschaft, die unser Leben verändert!

Jesus und die Bibel

„Denen, die der Schrift eine hohe Wertschätzung entgegenbringen, wird oft Götzendienst vorgeworfen, weil sie das Wort Gottes so sehr verehren. Doch diese Anschuldigung richtet sich gegen die Falschen. ‚Ein Christus, der seinen Nachfolgern erlaubt, ihn als Richter der Schrift einzusetzen, nämlich als einen, der erst ihre Autorität bestätigen muss, bevor sie verpflichtend wird, und durch dessen gegenteiliges Urteil sie an anderer Stelle ungültig gemacht wird, ist ein Christus menschlicher Vorstellung, gemacht im eigenen Bilde des Theologen. Einer, dessen Haltung zur Schrift das Gegenteil von der Haltung des historischen Christus ist. Wenn die Konstrunktion eines solchen Christus nicht ein Bruch des zweiten Gebotes ist, was ist es dann?‘ Jesus mag sich sehr wohl als der Fokus der gesamten Schrift gesehen haben, doch niemals als ihr Richter. Der einzige Jesus, der über der Schrift steht, ist unser selbst erfundener Jesus.“

Kevin DeYoung, Gott beim Wort nehmen: Warum die Bibel es wert ist, sie zu kennen und ihr zu vertrauen, Waldems: 3L, 2016, 102.

Was ist Glaube?

Greg Gilbert erklärt:

„Wenn Sie Ihren Glauben allein auf Christus setzen, bedeutet das, dass Sie voll und ganz jede andere Hoffnung, vor Gott als gerecht befunden zu werden, aufgeben. Vertrauen Sie auf Ihre eigenen guten Taten? Glaube bedeutet einzugestehen, dass Sie kläglich unzulänglich sind, und allein Christus zu vertrauen. Vertrauen Sie auf das, was Sie als Ihr eigenes gutes Herz betrachten? Glaube bedeutet anzuerkennen, dass Ihr Herz keineswegs gut ist, und allein Christus zu vertrauen. Anders ausgedrückt, es bedeutet, vom Rand des Swimmingpools zu springen und zu sagen: „Jesus, wenn du mich nicht auffängst, bin ich erledigt. Ich habe keine andere Hoffnung, keinen anderen Retter. Rette mich, Jesus, oder ich sterbe.“ Das ist Glaube.“

Greg Gilbert, Was ist das Evangelium?, Waldems: 3L, 2011, 98.

Jesu Auferstehung – Grundstein des Glaubens

„Die Auferstehung Jesu [ist] keine nebensächliche Angelegenheit (..). Sie ist nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit einiger Geschichten über die Auferstehung. Das gesamte Neue Testament wurde mit Blick auf die Auferstehung geschrieben. Die Auferstehung kann in der Tat als Grundstein des frühchristlichen Glaubens bezeichnet werden.

Die ersten Christen glaubten, dass Jesus sowohl seinen Tod als auch seine Auferstehung vorhersah. Die Evangelien wurden nicht geschrieben, um die Worte und Taten eines großen verstorbenen Lehrers festzuhalten. Sie wurden geschrieben, weil ihre Verfasser glaubten, dass der Jesus, den sie persönlich gekannt hatten, nicht durch den Tod besiegt worden war, sondern dass er noch lebte. Sie glaubten, dass die wahre Botschaft Jesu nur durch den Glauben an die Auferstehung erfasst werden könnte. Die Apostelgeschichte zeigt uns, dass die Auferstehung die zentrale Botschaft der ersten Christen war. Sie ist die Grundvoraussetzung aller neutestamentlichen Briefe, ja, des gesamten Neuen Testaments.

Wenn dieser Glaube nicht in einer Tatsache begründet läge, so würde die Botschaft des ganzen Neuen Testaments auf einer Täuschung beruhen.“

George E. Ladd, Die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, Neuhausen: Hänssler, 1979, 42f.

Jesus trug Gottes Zorn

„Als Jesus die Schuld unserer Sünden alleine trug, goss Gott der Vater, der mächtige Schöpfer, der Herr des Universums, auf Jesus die Glut seines Zornes aus: Jesus wurde zum Gegenstand des tiefen Hasses der Sünde und der Rache gegen die Sünde, die Gott geduldig seit dem Anfang der Welt aufgespart hatte.

Röm 3,25 sagt uns, dass Gott Christus als ein „Sühnopfer“ dargestellt hat; dieses Wort bedeutet „ein Opfer, das den Zorn Gottes bis ans Ende trägt und, indem es dies tut, Gottes Zorn gegen uns in Gunst verwandelt“. Paulus schreibt uns, dass dies geschah „um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist.“ (Röm 3,25-26). Gott hatte in den vergangenen Generationen nicht einfach die Sünde vergeben und die Strafe vergessen. Er hatte Sünden vergeben und seinen gerechten Zorn gegen jene Sünden aufgespart. Doch am Kreuz entbrannte die Glut all jenes aufgesparten Zornes gegen die Sünde gegen Gottes eigenen Sohn in ihrer ganzen Heftigkeit.“

Wayne Grudem, Biblische Dogmatik: Eine Einführung in die Systematische Theologie, Bonn: VKW, 2013, 636.