Wie wahrscheinlich ist eine Corona-Infektion im Gottesdienst?

Natürlich kann diese Frage niemand mit letzter Sicherheit beantworten. Aber man kann eine rechnerische Annäherung versuchen, um eine Vorstellung davon zu gewinnen, ob die Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion eher hoch oder eher gering ist. Ich habe mir für unsere Rahmenbedingungen in der EFG Borken ein paar Gedanken gemacht: Im Kreis Borken leben rund 370.000 Menschen. Stand 02.06.20 gelten von dieser Einwohnerzahl 121 Menschen als Corona-infiziert und stehen dementsprechend unter Quarantäne. Da davon auszugehen ist, dass diese Menschen die Quarantänemaßnahmen einhalten (es gibt Kontrollen!), geht von dieser Personengruppe keine Gefahr aus. Wenn wir nun eine Dunkelziffer von 50% annehmen (dies ist m.E. hoch gegriffen, da unser Kreis schon seit geraumer Zeit sehr weitreichend testet und die Dunkelziffer erheblich reduziert haben dürfte) würde dies bedeuten, dass es weitere 121 Menschen gibt, die Corona-infiziert sind. Da diese Menschen nichts von ihrer Infektion wissen, sind sie potenziell geeignet diese weiterzugeben. Wir nehmen ferner an, dass bei 2/3 dieser Menschen, die Corona-Infektion symptomfrei bzw. symptomarm verläuft. (Auch das ist eher hoch gegriffen, da die Mehrzahl zumindest geringe Symptome hat und die Menschen durch die Berichterstattung auch für diese sensibel geworden sind). Diese Menschen erleben sich also als gesund und ziehen sich dementsprechend nicht aus dem öffentlichen Leben zurück. Dies hieße, dass es im Kreis Borken aktuell 81 Personen gibt, die ihre Corona-Infektion weitergeben könnten.

Wie wahrscheinlich ist es nun, dass sich unter den 36 Besuchern, die maximal zu unseren Gottesdiensten zugelassen sind, eine oder mehrere Personen befinden, die zu diesen 81 unwissentlich und symptomfrei Corona-infizierten Personen gehören? Die Wahrscheinlichkeit beträgt lediglich 0,79%. Bisher haben maximal 25 Personen unsere Gottesdienste besucht. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in diesem noch kleineren Personenkreis eine oder mehrere unwissentlich Corona-infizierte Person/en befanden, liegt sogar nur bei 0,55%. Nimmt man nun an, dass wir 180 Personen zu einem Gottesdienst versammeln könnten – so wie es die in die Schlagzeilen geratene Baptistengemeinde in Frankfurt tat – wäre die Wahrscheinlichkeit 3,87%. Das ist zwar immer noch recht gering, aber doch bedeutend höher. Entsprechend würde die Wahrscheinlichkeit bei einer Versammlung von 500 oder gar 1000 Personen auf 10,37% bzw. 19,67% steigen. Man sieht also, dass allein durch die deutliche Beschränkung der Besucherzahl das Risiko, auf unwissentlich und symptomfrei Corona-infizierte Personen zu treffen, drastisch sinkt!

Zurück zu der für unsere Gottesdienste mit 36 Personen ermittelte Wahrscheinlichkeit von 0,79%. Man beachte, dass dies nicht die Wahrscheinlichkeit für eine Corona-Infektion im Gottesdienst ist! Es ist lediglich die Wahrscheinlichkeit, dass am Gottesdienst eine oder mehre unwissentlich Corona-infizierte Person/en zu teilnehmen. Für den schon sehr unwahrscheinlichen Fall, dass dies tatsächlich eintritt, gibt es dann ja noch die Vorsichtsmaßnahmen unseres Schutzkonzeptes, wie z.B. das Abstandsgebot, die das Risiko einer Corona-Infektion im Gottesdienst nochmals deutlich reduzieren dürften. Fazit: Es ist zum aktuellen Zeitpunkt extrem unwahrscheinlich, dass es in einem unserer Gottesdienste zu einer Corona-Infektion kommt. Selbstverständlich kann eine Infektion – wie jedes andere Lebensrisiko auch – nicht vollständig ausgeschlossen werden. Absolute Gewissheiten gibt es eben nur bei unserem Herrn Jesus Christus! Wer sich auf ihn verlässt, der kann in jeder Lebenslage mit dem Apostel Paulus bekennen: Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39 weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8,38-39).

Über das Gottesdienstverbot in NRW

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens wird nicht müde zu betonen, dass sie zu keinem Zeitpunkt Gottesdienste verboten habe (z.B. hier). Das stimmt so leider nicht! Wahr ist, dass man sich zwar mit Vertretern der großen Kirchen und einiger anderer Religionsgemeinschaften beraten hat und diese sich zur vorübergehenden Aussetzung ihrer Veranstaltungen selbstverpflichtet haben. Tatsache ist allerdings auch, dass z.B. die Freikirchen in diese Beratungen nicht einbezogen wurden und keine entsprechenden Selbstverpflichtungen abgegeben haben. Freikirchliche Veranstaltungen wurden dann allerdings durch das allgemeine Veranstaltungsverbot mit untersagt. Fazit: Wer sich nicht zur Aussetzung selbstverpflichtet hat, dem wurden seine Veranstaltungen verboten. Insgesamt nicht mehr als eine durchsichtige PR-Nummer Laschets.

Ich möchte allerdings auch erwähnen, dass Nordrhein-Westfalen „Versammlungen zur Religionsausübung“ ab dem 1. Mai wieder gestattet. Positiv ist, dass wir an dieser Stelle eine relativ liberale Regelung haben, die die nötigen „Beschränkungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln“ den Kirchen selbst überlässt. Gleichwohl sind das schon verrückte Zeiten, in denen wir uns schon über solche Mini-Erfolge freuen müssen, obwohl doch die uneingeschränkte Religionsausübung ein grundgesetzlich garantiertes Recht ist!

Gottesdienstverbot unverzüglich aufheben

Unsere Regierungen in Deutschland halten in der aktuellen Situation zwar eine weitgehende Öffnung des Einzelhandels für verantwortbar, verwehren aber andererseits Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften pauschal jegliche Zusammenkünfte – auch mit entsprechenden Schutzmaßnahmen. Damit bin ich nicht einverstanden! Aus diesem Grund habe ich mich heute schriftlich an insgesamt sieben Abgeordnete gewandt, die meine Stadt auf Landes- bzw. Bundesebene vertreten. Was ich ihnen geschrieben habe, will ich auch hier veröffentlichen:

Sehr geehrter Herr …,

mit Enttäuschung und Unverständnis habe ich die Entscheidungen der Videokonferenz der Ministerpräsidenten der deutschen Länder mit Bundeskanzlerin Merkel vom 15.04.20, sowie die daraus folgende Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vom 16.04.20 zur Kenntnis genommen. Während man Lockerungen in weiten Teilen des Einzelhandels für verantwortbar hält, dürfen in Kirchengemeinden weiterhin keine Veranstaltungen stattfinden. Das ist unlogisch und nicht verhältnismäßig. Es erschließt sich nicht, warum es möglich sein soll den Einzelhandel – unter Beachtung von geeigneten Schutzmaßnahmen – zu öffnen, Kirchen jedoch nicht. Es drängt sich hier leider der Eindruck auf, dass den Regierenden die Interessen der steuerzahlenden Wirtschaft wichtiger sind, als die verfassungsrechtlich verbrieften Rechte der Religionsgemeinschaften.

Für mich als Pastor einer kleinen evangelischen Freikirche im Münsterland ist dieser Eindruck umso bitterer, da wir als Kirchengemeinden die Mitte März eingeführten Schutzmaßnahmen konsequent mitgetragen haben. Wir haben mit der Umsetzung nicht gezögert, obwohl das für uns den schmerzhaften Verzicht auf gemeinschaftliche Gottesdienste an den höchsten christlichen Feiertagen – Karfreitag und Ostern – bedeutete. Viele Christen haben zudem in ihrem Verantwortungsbewusstsein für den Nächsten, die erlassenen Regelungen auch im privaten Leben äußerst gewissenhaft umgesetzt.

Ich appelliere an Sie: Setzen Sie sich dafür ein, dass das Verbot von Gottesdiensten, Bibelstunden, Gebetskreisen und anderen religiösen Veranstaltungen unverzüglich aufgehoben wird und dass dem Grundrecht auf ungestörte Religionsausübung (GG Art. 4,2) endlich wieder uneingeschränkte Geltung verschafft wird! Online-Gottesdienste und ähnliche Angebote sind für uns jedenfalls nicht mehr als ein Notbehelf. Dementsprechend heißt es in der Hl. Schrift, der Grundlage des christlichen Glaubens: Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. 42 Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. 46 Und sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen“ (Apostelgeschichte 2,41-42.46)

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Wobig

Wer mag, darf sich gerne von meinen Gedanken inspirieren lassen und sich ebenso an Entscheidungsträger in unserem Land wenden.

Zeitgeist statt Bibel

Das Gemeindejugendwerk (GJW) des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gibt seit einigen Jahren eine eigene Zeitschrift mit dem Titel „Herrlich“ heraus. Die aktuelle Ausgabe 02/2018 (hier auch als Download), die mir vor kurzem zugeschickt wurde, steht unter dem Titel „All you need is love: Von Liebe, Sex und Zärtlichkeit.“ Ansich ist es eine positive Sache, dieses wichtige und trotzdem oft vernachlässigte Thema zu behandeln. Wer in der Ausgabe jedoch biblisch fundierte und seelsorgerlich hilfreiche Impulse erwartet, wird leider enttäuscht.

Ein erschütterndes Beispiel stellt der Artikel zweier BEFG-Pastoren dar, indem sie häufige Fragen zum Thema Sexualität und Liebe beantworten. So positionieren sich die beiden Autoren zum Thema Homosexualität klar positiv. Alle Bibelstellen, die sich kritisch zu homosexueller Praxis äußern, werden mit der bloßen Behauptung, „dass die Bibel bei diesen Beispielen über etwas völlig anderes spricht als über liebevolle, gleichberechtigte, partnerschaftliche Beziehungen“, einfach vom Tisch gewischt. Eine Auseinandersetzung mit auch nur einer einzigen dieser Bibelstellen findet nicht statt. Stattdessen bedienen sich die Autoren eines Kunstgriffes und verweisen auf den ersten Halbsatz aus 1Mose 2,18, wo Gott über Adam sprach „Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei.“ Dass Gott Adam daraufhin – es steht noch im selben Vers – eine „Gehilfin“ schafft, „die ihm entspricht“ – nämlich eine Frau – wird bezeichnenderweise nicht erwähnt. Stattdessen ziehen die Verfasser eine abenteuerliche Schlussfolgerung: „Homosexuellen Menschen die Möglichkeit einer Partnerschaft abzusprechen, bedeutet ihnen eine Bürde aufzuerlegen, die Gott als ’nicht gut‘ bezeichnet.“ (23) Die Schlichtheit dieser Argumentation ist erschütternd.

Im gleichen Artikel wird z.B. auch die Frage behandelt, ob Pornos zu schauen ok sei. Völlig zu Recht weisen die Autoren auf einige Probleme im Zusammenhang mit Pornografie hin: „Was tue ich den Frauen an, die in dieser Industrie ausgenutzt werden? Gehören körperliche und emotionale Nähe nicht zusammen?“ (22). Doch statt einer klaren Antwort und echter Hilfestellung wie man der Versuchung durch Pornografie begegnen kann, verharmlosen die Autoren die Gefahren durch Pornos: „Einfach gesagt: Pornos sind irgendwie wie Fastfood – beides kürzt den eigentlichen Weg ab, und beides tut auf Dauer nicht gut.“ Man kann nur entgegnen: Nein, Pornos sind nicht wie Fastfood! Hin und wieder und in Maßen Fastfood zu sich zu nehmen, ist ja völlig unbedenklich. Bei Pornografie ist das vollkommen anders. Hier macht nicht die Menge das Gift, nein Pornokonsum – auch der gelegentliche – ist in jedem Fall schädlich und eine Sünde. Und das sollten Pastoren Jugendlichen – und anderen natürlich ebenso – auch so sagen!

Aber vor klaren, biblisch begründeten Antworten scheuen sich die beiden Kollegen spürbar. Bloß niemandem auf die Füße treten und ja nicht eine in dieser Welt unpopuläre Ansicht vertreten, scheint die Devise zu sein. So ist es kein Wunder, dass die Autoren in ihren Statements regelmäßig dort landen, wo der Zeitgeist bereits auf sie wartet. Eine dezidiert christliche Aussage – die so nicht auch andere, wie Psychologen, Pädagogen etc. hätten treffen können – sucht man in diesem Artikel jedenfalls vergeblich.

Welches Fazit soll man ziehen? Einerseits ist dieser Beitrag ein erneuter Beleg dafür, dass es um die geistliche Ausrichtung des GJW Elstal nicht gut bestellt ist. Dort stört es offenbar niemanden oder es wird sogar noch begrüßt, wenn z.B. in diesen ethischen Fragen bibelwidrige Positionen verbreitet werden. Andererseits kann man nur dazu auffordern, GJW Publikationen gründlich und kritisch zu prüfen und im Zweifelsfall nicht zu zögern, diese der blauen Tonne zu übergeben. Zuletzt kann man nur dafür beten, dass es eine neue Hinwendung zu Gott und seinem zuverlässigen Wort, der Hl. Schrift, geben möge.

Soziales Engagement – Hauptaufgabe der Kirchen?

Eine Umfrage im Auftrag von Idea kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass die Menschen in Deutschland von den Kirchen in erster Linie soziales Engagement erwarten (43%). Klar, soziales Engagement ist sympathisch und kommt immer und überall gut an. Auch unter freikirchlichen Christen ist die Erwartung an soziales Engagement sehr hoch (48%) und wird nur knapp von der Erwartung, dass die Kirchen den „Zugang zu Gott eröffnen“ (53%), übertroffen.

Nun ist soziales Engagement zweifellos eine sehr gute Sache – und Christen in allen Jahrhunderten haben hier Außerordentliches geleistet. Doch – und das muss in aller Klarheit gesagt werden – der Hauptauftrag der christlichen Gemeinde ist es nicht. Jesus Christus, der Herr der Gemeinde, hat sie ins Leben gerufen, um Jünger zu machen: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker.“ (Mt 28,19a). Soziales Engagement bzw. christliche Liebestätigkeit ist also nicht der Kern der Sache. Es erwächst vielmehr aus der Begegnung mit Gottes rettender Gnade in Jesus Christus ganz natürlich und zwangsläufig.

Kirchen und Gemeinden müssen an dieser Stelle aufpassen, sich dem Erwartungsdruck der Gesellschaft nicht zu beugen. Denn klar ist, dass soziales Engagement mit Applaus und öffentlicher Anerkennung bedacht wird, evangelistische Bemühungen dagegen zunehmend als fundamentalistisch empfunden werden. Dennoch sind wir Jesus Christus und seinem Wort verpflichtet und weder den Erwartungen der Mehrheitsgesellschaft noch den Wünschen der eigenen Gemeindemitglieder.

Übrigens: wer Diakonie und soziales Engagement fördern will, muss nicht große Diakoniekonzerne gründen oder der Ortsgemeinde künstlich soziale Projekte überstülpen (die dann womöglich noch auf Kosten evangelistischer Aktivitäten gehen). Vielmehr gilt es das Evangelium von Jesus Christus in den Mittelpunkt des Gemeindelebens zu stellen! D.h. dieses Evangelium zu predigen, diese Botschaft aktiv zu den Menschen zu bringen (ja, durch Worte) und auch den langjährigen Nachfolgern Jesu das Evangelium immer kostbarer zu machen! Denn die Menschen müssen diese einzigartige Liebe Gottes – die sich darin zeigt, dass Gott selbst seinen eigenen Sohn nicht verschonte, sondern ihn für uns dahingab (vgl. Röm 8,32), und zwar als wir noch Sünder waren (Röm 5,8) – persönlich erfahren! Wenn wir von dieser Liebe Gottes, wie sie sich im Evangelium Jesu manifestiert, ergriffen sind, dann werden wir aus Dank und Liebe zu unserem Erlöser ganz natürlich danach trachten, „Gutes zu tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.“ (Gal 6,10).

Zu dem Verhältnis von sozialem Engagement und dem eigentlichen Missionsauftrage Jesu ist übrigens das Buch „Was ist der Missions-Auftrag der Gemeinde Jesu?“ von Greg Gilbert und Kevin DeYoung sehr zu empfehlen!

Warum ich nicht für die „Ehe für alle“ bin

Nachdem in den letzten Tagen nach SPD und Grünen auch die FDP erklärt hat, die Einführung der sogenannten „Ehe für alle“ zur Koalitionsbedingung zu machen, scheint es jetzt auf einmal sehr schnell zu gehen. Wie man der aktuellen Berichterstattung entnehmen kann, soll der Deutsche Bundestag wohl noch in dieser Woche ein entsprechendes Gesetz zur Einführung der sogenannten „Ehe für alle“ verabschieden.

Doch was ist aus christlicher Sicht dazu zu sagen? Sollten Christen – auch wenn sie gelebte Homosexualität entsprechend dem biblischen Befund als Sünde verstehen – nicht auch für die „Ehe für alle“ sein? Schließlich wollen wir doch unsere Glaubensüberzeugungen nicht anderen aufzwängen oder? Und außerdem, so hört man oft, würde traditionellen Ehen und Familien doch nichts weggenommen werden, wenn der Ehebegriff auch auf homosexuelle Partnerschaften erweitert wird.

Die Bibel sieht die Ehe als Schöpfungsordnung Gottes (1Mose 1-2). Sie ist allen Menschen aller Kulturen und Religionen gegeben (und nebenbei bemerkt: ist es nicht interessant, dass es die Ehe in fast allen Kulturen gibt?) In aller Kürze drei Aspekte die für ein biblisches Eheverständnis grundlegend sind:

  1. Die bipolare Ergänzung von Mann und Frau

Man beachte in 1Mose 2,18 die Feststellung: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sein.“ Danach führt Gott Adam zunächst die ganzen Tiere vor, damit er sie benennen würde. Viele, viele Tiere unterschiedlichster Art ziehen an Adam vorüber, aber das Fazit in V. 20 ist eindeutig: „aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.“ Erst danach überkommt Adam ein tiefer Schlaf und Gott erschafft die Frau. Als Adam sie das erste Mal erblickt, bricht die Begeisterung aus ihm heraus: „Das ist doch Bein und Fleisch von meinem Fleisch!“ (V. 23) Wir halten fest: die bipolare Ergänzung von Mann und Frau ist ganz wesentlich für ein biblisches Eheverständnis.

  1. Sexualität

In 1Mose 2,24 heißt es „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“. Zum biblischen Eheverständnis gehört auch die Sexualität grundlegend hinzu. Für die Ehe hat Gott Sexualität geschaffen, hier soll sie gelebt werden.

  1. Fortpflanzung

In 1Mose 1,28 lesen wir das erste Gebot der Bibel. Gott spricht zu den Menschen: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.“ Die Ehe ist prinzipiell auf Fortpflanzung angelegt. Dass nicht jede einzelne Ehe Kinder hervorbringt, tut dieser grundsätzlichen Tatsache keinen Abbruch.

Es wird deutlich, dass auf die sogenannte „Ehe für alle“ längst nicht alle Punkte zutreffen. Aber warum sollte sich staatliches Handeln am biblischen Eheverständnis orientieren?

Nun, nach der Schrift ist die staatliche Obrigkeit, als „Gottes Dienerin“, dazu verpflichtet, das Gute zu fördern und das Böse zu bekämpfen (Röm 13,1-4). Weil sie in Ehe und Familie etwas Gutes und Wertvolles erkannten, haben die Väter des Grundgesetzes diese zu Recht unter besonderen Schutz gestellt (Art. 6). Schließlich sind Ehe und Familie Keimzelle der Gesellschaft und als solche Voraussetzung für ein gesunde Gesellschaft. Andererseits ergibt sich daraus auf der anderen Seite eben dann auch, dass der Staat schöpfungswidriges Verhalten in keiner Weise fördern oder aufwerten sollte.

Letzteres trifft eben auch auf die sogenannte „Ehe für alle“ zu. Gleichgeschlechtliche Sexualität kann eben grundsätzlich nicht dem Leben schaffenden Schöpferwillen Gottes gerecht werden, wie ihn 1Mose 1,28 zum Ausdruck bringt. Stellen wir uns nur mal vor, dass das in unserer Gesellschaft vorherrschende heterosexuelle Verhalten durch homosexuelles Verhalten vollständig ersetzt würde. Unsere Gesellschaft verlöre ihre Zukunftsfähigkeit und genau diese aufrechtzuerhalten, ist die Pflicht und auch im Interesse des Staates. Andererseits sollte man auch bedenken, dass die Ergänzung von Mann und Frau eine wichtige Voraussetzung für eine normale Entwicklung und Erziehung von Kindern ist. Es ist bezeichnend und traurig, dass die Frage nach dem Kindeswohl in der Debatte um die sogenannte „Ehe für alle“ kaum vorkommt. Stattdessen wird von Gleichberechtigung und angeblicher Diskriminierung schwadroniert.

Aus Christ lehne ich aus diesen Gründen die sogenannte „Ehe für alle“ ab. Im Endeffekt wird die Ehe selbst mit diesem Vorhaben abgeschafft. „Ehe für alle“ ist letztendlich Ehe für keinen, wie auch ein FAZ-Journalist treffend kommentiert.

Aber ich mache mir keine Illusionen. Die „Ehe für alle“ wird kommen. Für mich ein deutliches Beispiel, dass Christen, die der Schrift treu bleiben wollen, in zunehmendem Maße zu gesellschaftlichen Außenseitern werden. Können wir damit umgehen?

Petition gegen massenhafte Abtreibungen

Schon vor einer Woche hatte ich darüber geschrieben, dass ein christlicher Chefarzt beschlossen hatte, in seiner Abteilung keine Abtreibungen nach der sogenannten Beratungsregelung mehr durchzuführen. Nach großer öffentlicher Empörung, wo auch mancher von einem „Recht auf Abtreibung“ sprach (das es gar nicht gibt), musste er schließlich seinen Hut nehmen.

Erfreulicherweise hat sich Idea dieses Themas angenommen. Es wurde nicht nur ein sehr guter Kommentar zu dem Vorfall veröffentlicht, sondern auch eine Petition an den Deutschen Bundestag gestartet. Der Bundestag wird dazu aufgefordert „dafür zu sorgen, dass gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Leben ungeborener Kinder wieder umfassend geschützt wird.“ Ich empfehle unbedingt, diese Petition zu unterstützen.

Durch Idea wurde auch bekannt, dass es sich bei dem betreffenden Chefarzt um einen Christen aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden handelt. Als Pastor dieses Gemeindebundes freut mich das besonders 🙂 Das wäre eine gute Gelegenheit, dass auch die Leitung unseres Gemeindebundes eine klare, öffentliche Stellungnahme zum Schutz des ungeborenen Lebens abgibt! (Die Evangelische Allianz hat es ja schon längst getan).

Es gibt kein Recht auf Abtreibung

Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, hatte ein christlicher Chefarzt beschlossen, dass in seiner Abteilung keine Abtreibungen mehr nach der sogenannten Beratungsregelung durchgeführt werden (Bericht z.B. hier). Als Chefarzt ist es sein gutes Recht, solche Rahmenbedingungen für seine Abteilung vorzugeben. Wie zu erwarten war, ließ die öffentliche Empörung der Abtreibungs-Lobby nicht lange auf sich warten. Pro Familia, die Organisation mit dem wohl unpassendsten Namen überhaupt (das ist so, als würde sich der örtliche Schlachthof als Tierschutzorganisation bezeichnen), zeigte sich „entsetzt“ und die SPD-Gesundheitsministerin von Niedersachsen drohte dem betroffenen Krankhaus unverhohlen mit finanziellen Nachteilen. Obwohl die Klinikleitung die Entscheidung des Chefarztes mittrug und dieser seine Position auch vor seiner Einstellung mitteilte, kam es, wie es zu befürchten war: der christliche Chefarzt wird letztendlich die Klinik verlassen (Bericht hier).

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht aus biblischer Sicht auf dieses Thema eingehen, obwohl es da sehr viel zu sagen gäbe… über das menschliche Leben, über Christen in Welt usw.

Nein, ich möchte nur auf eine Tatsache hinweisen. Abtreibung ist in Deutschland nach wie vor eine Straftrat. Abtreibung bleibt lediglich unter bestimmten Bedingungen straffrei. Die Abtreibungs-Lobby möchte auch hier der Öffentlichkeit weismachen, dass es ein Recht auf Abtreibung gäbe. Das gibt es aber nicht. Es ist ein riesiger Skandal, wenn ein Chefarzt oder eine Klinik hier von Lobbyisten und sogar durch Regierungsmitglieder (!) unter solch massiven Druck gesetzt werden, rechtswidrig zu handeln! Dass solche Menschen keinen Respekt vor Gottes Wort haben, sollte einen nicht wundern. Aber dass hier nicht mal mehr die Gesetzeslage respektiert wird, ist schon erschreckend.

Die Deutsche Evangelische Allianz hat zu diesem Vorgang übrigens eine gute Stellungnahme verfasst, die hier zu finden ist.