Psalm 114: Wir sind Kinder des allmächtigen Gottes

„Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk, 2 da wurde Juda sein Heiligtum, Israel sein Königreich.

3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück. 4 Die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe. 5 Was war mit dir, du Meer, daß du flohest, und mit dir, Jordan, daß du dich zurückwandtest? 6 Ihr Berge, daß ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel, wie die jungen Schafe?

7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Gott Jakobs, 8 der den Felsen wandelte in einen See und die Steine in Wasserquellen!“ (Psalm 114)

Ps 114 gehört zu den sogenannten Hallel-Psalmen (Lobpsalmen), genauer gesagt zum Ägyptischen Hallel. Diese Psalmen wurden zu den großen Festen gesungen und hatten besonders beim Passah ihren festen Platz. Ps 113 und 114 sang man vor dem Mahl, Ps 115-118 nach dem Mahl.

Die ersten beiden Verse blicken auf die Geburtsstunde Israels, den Auszug aus Ägypten, zurück. Mit mächtiger Hand und durch viele Wunder hatte Gott das Volk aus der ägyptischen Gefangenschaft befreit, damit es sein Eigentum sein sollte (vgl. 2Mose 19,5).

V. 3-6 blicken auf die „Naturwunder“ während des Auszugs zurück und deuten diese als Reaktion (man beachte die rhetorischen Fragen in V. 5-6) auf das Wunder der göttlichen Erwählung Israels. Die Natur [beim Durchzug durch das Rote Meer (2Mose 14,21f) und durch den Jordan (Jos 3,16), sowie das Beben des Berges Sinai (2Mose 19,18)] legt Zeugnis für dieses mächtige Handeln Gottes ab. Die Reaktion der Natur ist dabei zweigeteilt: Ehrfurcht (V. 3) und große Freude (V. 4).

V. 7 fordert die Natur (Antwort auf V. 5-6,) aber letztendlich natürlich alle dazu auf, Gott, dem Herrscher des Universums, die Ehre zu geben. Er, der Herrscher des Universums, ist gleichzeitig „Gott Jakobs“ (V. 7b) geworden. Was für ein Vorrecht, dass dieser mächtige Herrscher, in Christus für jeden zum Vater wird, der an ihn glaubt (vgl. Joh 1,12, Gal 4,4-7).

  1. Der Exodus war die Geburtsstunde Israels, durch die Gott sie zu seinem Eigentum machte. Was ist deine persönliche „Geburtsstunde“, durch die Gott dich zu seinem Eigentum gemacht hat?
  2. Gott ist nicht nur unser persönlicher Begleiter durch den Alltag, sondern der Herrscher des Universums, der alles – auch die Schöpfung – lenkt und erhält. Wie kannst du dir diese Wahrheit mehr ins Bewusstsein rufen?

Psalm 113: Den einzigartigen und uns erlösenden Gott loben!

„Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN! 2 Gelobt sei der Name des HERRN von nun an bis in Ewigkeit! 3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!

4 Der HERR ist hoch über alle Völker; seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist. 5 Wer ist wie der HERR, unser Gott, im Himmel und auf Erden?

6 Der oben thront in der Höhe, der herniederschaut in die Tiefe, 7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Schmutz, 8 daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes; 9 der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja! Halleluja!“ (Psalm 113)

Ps 113 gehört zu den sogenannten Hallel-Psalmen (Lobpsalmen), genauer gesagt zum Ägyptischen Hallel. Diese Psalmen wurden zu den großen Festen gesungen und hatten besonders beim Passah ihren festen Platz. Ps 113 und 114 sang man vor dem Mahl, Ps 115-118 nach dem Mahl.

In den ersten drei Versen finden wir den wiederholten Aufruf Gott zu loben. Gott Lob darzubringen, ist die Aufgabe der Menschen, die sich ihm zugehörig fühlen – sie sind seine Knechte (V. 1). Dieses Lob kennt keine zeitliche Beschränkung – „von nun an bis in Ewigkeit“ (V. 2) soll es erklingen. Noch kennt dieses Lob eine geographische Beschränkung: „vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang“, d.h. auf dem ganzen Erdball soll das Lob Gottes erklingen.

Gott wird gelobt, um seiner selbst willen (V. 4-5). Er ist der souveräne Herrscher über alle Völker (V. 4a), ja über die Völker und die Erde hinaus (V. 4b). Die Einzigartigkeit seines Wesens (V. 5) ist Grund genug ihn zu loben.

Aber Gott wird nicht nur um seiner selbst willen gelobt, sondern auch aufgrund seines erlösenden Handelns (V. 6). Der Gott, der so erhaben ist, schaut in seinem Erbarmen auch auf den Geringen herab. Unwillkürlich denkt man an Christus, den es immer wieder „jammerte“, wenn er die verlorenen Menschen sah (Mt 9,36). Aber Gott schaut nicht nur auf den Geringen herab und lässt ihm geringe Linderung widerfahren. Nein, er, der selbst in der Höhe thront, erhöht auch den Geringen (V. 7b), indem er z.B. Gebete in Notlagen erhört (V. 8-9 zitieren aus dem Lobgesang der Hanna, vgl. 1Sam 2,8). Aber ultimativ erhöht er die Geringen, indem der Gottessohn Jesus Christus, uns zu Söhnen des Vaters (Gal 3,26) und seinen Brüdern (Hebr 2,11) macht.

  1. Gott ist der souveräne Herrscher (V. 4) – was bedeutet das für mein alltägliches Leben, für meine Weltsicht, für meinen Umgang mit guten und schlechten Erlebnissen?
  2. Welche Eigenschaften Gottes – neben seiner Souveränität – führen mich noch ins Gotteslob?
  3. Kann ich die V. 6-9 im Hinblick auf meine eigene, in Christus geschenkte, Erlösung so mitbeten? Warum oder warum nicht? Muss ich ggf. den Blick auf meine Erlösung anpassen?

Der Sieg des Königs

8 Die Erde bebte und wankte, und die Grundfesten der Berge bewegten sich und bebten, da er zornig war.  9 Rauch stieg auf von seiner Nase und verzehrend Feuer aus seinem Munde; Flammen sprühten von ihm aus.  10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, und Dunkel war unter seinen Füßen.  11 Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher, er schwebte auf den Fittichen des Windes.  12 Er machte Finsternis ringsum zu seinem Zelt; in schwarzen, dicken Wolken war er verborgen.  13 Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken dahin mit Hagel und Blitzen.  14 Der HERR donnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen mit Hagel und Blitzen.  15 Er schoß seine Pfeile und streute sie aus, sandte Blitze in Menge und jagte sie dahin.  16 Da sah man die Tiefen der Wasser, und des Erdbodens Grund ward aufgedeckt vor deinem Schelten, HERR, vor dem Odem und Schnauben deines Zornes. (Psalm 18,8-16)

Was David hier in markigen, bildhaften Worten beschreibt ist das Gericht Gottes über Davids Feinde. Das ist, was David erlebte. Dass der Herr gegen seine Feinde gewaltsam vorging und ihn selbst so rettete.

Bei Jesus dagegen ist es etwas Entscheidendes ganz anders! Als Jesus am Kreuz stirbt, wird es auf einmal dunkel – gegen 12 Uhr – mitten am Tag also. Ein Zeichen für das Gericht Gottes. Als Jesus stirbt, übt Gott Gericht für alle Grausamkeiten, alle Schuld, jedes Verbrechen – soweit die Gemeinsamkeiten mit David.

Aber über wen kommt das Gericht Gottes in diesem Moment? Kommt Gott in seiner Gewalt und Macht und tilgt sie alle davon, die Feinde Jesu? Die römischen Soldaten, die ihn verlacht und ans Kreuz geschlagen hatten? Die Pharisäer und Schriftgelehrten, die Hohenpriester, die sich so für seine Kreuzigung eingesetzt hatten? Die große Menschenmenge, die sich hat aufstacheln lassen und „Kreuzige ihn“ schrien? Kommt Gott in seiner Gewalt und tilgt sie davon, die Feinde Jesu?

Gott übt Gericht auch bei Jesus, auch an Karfreitag. Aber Gott übt das Gericht nicht an den Feinden, um so den Unschuldigen – Jesus – zu retten. Gottes Gericht kommt über das unschuldige Opfer – über Jesus – er trägt das Gericht! Gottes Gericht geht an Karfreitag auf Jesus herab – nicht auf die Feinde Jesu – um die Feinde, um uns, zu retten. Was für ein wunderbarer Gegensatz zu David. Er war das Opfer und Gott richtete seine Feinde. Später war Jesus, der Sohn Gottes, das Opfer und wir seine Feinde – und Gott richtet seinen Sohn, um uns, die Feinde zu retten.

In V. 17-20 lesen wir, wie David, der unschuldig Verfolgte, diese wunderbare Rettung aus der Not empfand: 17 Er streckte seine Hand aus von der Höhe und faßte mich und zog mich aus großen Wassern. 18 Er errettete mich von meinen starken Feinden, von meinen Hassern, die mir zu mächtig waren;  19 sie überwältigten mich zur Zeit meines Unglücks; aber der HERR ward meine Zuversicht.  20 Er führte mich hinaus ins Weite, er riß mich heraus; denn er hatte Lust zu mir. Jesus war derjenige, der überhaupt keine Schuld hatte – nicht mal ein bisschen. Er ist das unschuldige Opfer schlechthin. Und doch gilt, was wir eben gelesen haben, nicht mehr dem unschuldigen Opfer, sondern es gilt jetzt uns, den schuldigen Feinden, den Verfolgern Jesu. Wir werden gerettet! Die schuldigen Verfolger werden gerettet! Denn ja, wir sind schuld am Tode Jesu – auch wenn wir nicht direkt beteiligt waren. Auch wenn andere die direkte Verantwortung tragen. Aber es war deine und meine Schuld, die Christus ans Kreuz gebracht hat. Es war das Gericht, das du und ich hätten erleben müssen, was Christus durchlitten hat. Der Sieg des Königs am Kreuz, besiegelt durch seine Auferstehung, bewahrt uns vor dem Gericht und schenkt uns – den Feinden – die Rettung. Jesus Christus spricht: „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.” (Joh 5,24)

Meine ganze Predigt, die ich an Ostersonntag über Psalm 18 gehalten habe, findest du hier: Der Sieg des Königs

Psalm 22 – Jesu Leidenspsalm?

Ich sitze zur Zeit an meiner Karfreitagspredigt über Psalm 22, der gemeinhin als Psalm des Gekreuzigten bzw. Jesu Leidenspsalm gilt. Nicht zuletzt, weil Jesus selbst aus diesem Psalm am Kreuz zitierte und auch die Evangelisten an mehreren Stellen auf diesen Psalm Bezug nahmen. Ursprünglich ist dieser Psalm allerdings ein davidischer Psalm. In welchem Verhältnis steht nun die ursprüngliche Situation anlässlich der David diesen Psalm dichtete und die Passion Jesu? Dürfen wir überhaupt Jesu Leidensgeschichte von diesem Psalm her deuten?

Franz Delitzsch erklärt:

„Daß David, der von Samuel gesalbte, ehe er zum Throne gelangte, einen Leidensweg zu gehen hatte, der dem Leidenswege Jesu, des von Johannes getauften Davidssohnes, gleicht, und daß dieses typische Leiden Davids für uns in den Ps. wie in Spiegelbildern fixiert ist, das ist eine Veranstaltung göttlicher Mach und Gnade und Weisheit. Aber Ps. 22 ist doch  nicht bloß ein typischer. Denn in dem Wesen des Typus liegt der Abstand vom Antitypus. In Ps. 22 aber steigt David mit seinen Klagen in eine Tiefe hinab, die jenseits der Tiefe seines Leidens liegt, und steigt mit seinen Hoffnungen in eine Höhe hinau, die jenseits der Höhe seines Leidenslohnes liegt. Mit anderen Worten: die Redefigur der Hyperbel, ohne welche die poetische Diktion in den Augen des Semiten matt und fahl wäre, steht hier im Dienste des Geistes Gottes. Das hyperbolische Element wird dadurch zum prophetischen. Diese Steigerung des Typischen zum Prophetischen ist auch psychologisch nicht so unbegreiflich (…). Seit David mit dem Öle der Königsweihe und zugleich mit dem h. Geiste, dem Amtsgeiste des Königtums der Verheißung, gesalbt ist, sieht er sich selbst als Messias Gottes an, auf welchen die Verheißungen zielen, und vermöge dieser Selbstanschauung im Lichte des höchsten heilsgeschichtlichen Berufs idealisiert sich ihm die historische Wirklichkeit seiner Erlebnisse, und sowohl was er erlebt als was er erhofft gewinnt dadurch eine in die Geschichte des schließlich und wahrhaftigen Christus Gottes hinausreichende Tiefe und Höhe des Hintergrundes. Wir behaupten damit kein Überschwanken von seiner eignen Person zu der des künftigen Christus. Nein, sich selbst als den Christus Gottes ansehend, sieht er sich, wenn wir es erfüllungsgeschichtlich ausdrücken, in Jesu Christo an. Er unterscheides sich nicht von dem Künftigen, sondern sieht in sich selber den Künftigen, dessen Bild erst später sich von ihm ablöst und dessen Geschichte mit dem Überschwenglichen seiner Aussagen sich decken wird. Denn wie Gott der Vater die Geschichte Jesu Christi ratschlußmäßig gestaltet, so gestaltet sein Geist darauf hin auch die Selbstaussagen Davids, des Typus des Künftigen. Durch diesen Geist, welcher der Geist Gottes und des künftigen Christus zugleich ist, hat Davids typische Geschichte, wie er sie in seinem Ps. und bes. diesem aussagt, jene ideale Vertiefung, Verklärung und Potenzierung erhalten, vermöge welcher sie weit über ihren typischen Thatbestand hinausgeht, bis zu dessen ratschlußmäßiger Wurzel durchdringt und zum Worte der Weissagung erwächst, so daß sich gewissermaßen mit Recht sagen läßt, Christus rede hier durch David, inwiefern der Geist Chrisi durch ihn redet und das vorbildliche Leiden seines Ahns zum Darstellungsmittel seines künftigen eignen macht. Ohne Anerkennung dieses unumstößlichen Sachverhalts kann Ps. 22 weder verstanden noch nachempfunden werden.“

Von David beten lernen

EIN PSALM DAVIDS, VORZUSINGEN, BEIM SAITENSPIEL.  2 Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst; sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!  3 Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern! SELA.  4 Erkennet doch, daß der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.  5 Zürnet ihr, so sündiget nicht; redet in eurem Herzen auf eurem Lager und seid stille. SELA.  6 Opfert, was recht ist, und hoffet auf den HERRN.  7 Viele sagen: »Wer wird uns Gutes sehen lassen?« HERR, laß leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!  8 Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben.  9 Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, daß ich sicher wohne. (Psalm 4)

Ein paar Gedanken zu diesem kurzen Psalm Davids:

  1. David betete voller Ernst und Erwartung

Erhöre mich, wenn ich rufe“, sagt David hier in V. 2.Wir spüren aus diesen Worten echten Ernst und eine aufrichtige Erwartungshaltung beim Gebet heraus. David rechnet in der Tat damit, dass Gott ihn erhört, wenn er zu ihm ruft.Er betet voller Ernst und Erwartung.

Man denkt vielleicht: „Das ist ja nichts Besonderes, das macht Gebet doch aus, dass man zu Gott spricht, damit er uns hört und unser Gebet auch erhört.“ Ja natürlich, das ist der Sinn von Gebet und das wissen wir an sich. Und dennoch kann ich, wenn ich mal nur von mir spreche, hier wieder neu von David lernen mit echtem Ernst und echter Erwartung zu beten. Denn wie leicht rutscht man rein in ein Beten aus reiner Gewohnheit.Man tut es halt, weil man es als Christ so tut. Man tut es vielleicht auch, weils einem selbst gut tut – Dinge vor Gott auszusprechen, loszuwerden und einfach mal gesagt zu haben. Aber erwarten, dass Gott wirklich uns erhört, dass er also in irgendeiner Form reagiert, etwas tut, eingreift oder verändert – damit rechnet man vielleicht gar nicht mehr.

Auf der anderen Seite ist das vielleicht auch der Grund, warum es bei uns so mangelt an Gebet – warum unser Leben so gebetsarm ist. Als Christ, der der Bibel glaubt, weiß ich natürlich, dass Gott gebeten werden möchte und Beten wichtig ist usw. – klar, viele von uns haben das schon ganz früh gelernt. Aber dass Gott mich wirklich erhört, wenn ich zu ihm rufe, dass er also in irgendeiner Form reagiert, etwas tut, eingreift oder verändert – damit rechne ich vielleicht gar nicht, diese Erwartung hab ich vielleicht gar nicht mehr. Warum also dann noch beten? Wozu? Wenn ich doch eh – vielleicht nicht denke, aber manchmal fühle – das nichts passiert?

David betet hier voller Ernst und Erwartung „Erhöre mich, wenn ich rufe!“ Er ist sich im Klaren: wenn er betet, steht er vor Gott.Beim Gebet tritt er in die Gegenwart des Allmächtigen, des Schöpfers von Himmel und Erde, der die ganze Welt geschaffen hat und alles in seiner Hand hält und kennt – von Mount Everest dem höchsten Berg der Welt bis zur kleinen Pfütze in unserem Garten, vom Blauwal dem größten Säugetier der Welt bis hin zum kleinsten Insekt. Vor diesen Gott, der alles hört, der alles sieht, alles überblickt, alles lenkt und an jedem Ort der Welt gegenwärtig ist und dessen Macht unbeschränkt ist, vor diesen Gott tritt David im Gebet.

Und vor diesen Gott treten auch wir, wenn wir als Jünger Jesu zu unserem Vater im Himmel beten. Wir treten vor genau diesen Gott: Der unbeschreiblich groß ist, der allmächtig ist, der uns liebt und uns als der gute Vater, der uns liebt, gerne gibt – Jesus hat das immer wieder in seinen Predigten und Gleichnissen uns beschrieben. Vor diesen Gott treten wir im Gebet – und kein Gebet geht bei ihm verloren oder irgendwie unter – die Offenbarung beschreibt uns, dass jedes Gebet eines jeden Christen, sorgsam bei Gott aufbewahrt wird.Er nimmt es ernst und es ist ihm ganz wichtig, wenn wir zu ihm beten. Vor diesen Gott trittst du, wenn du im Namen Jesu betest.

Ist uns das immer klar? Wahrscheinlich nicht. Ich möchte für mein Gebetsleben von David lernen, mit vollem Ernst und großer Erwartung zu betet. „Erhöre mich, wenn ich rufe“ – Unser Gott ist in der Lage und willens unsere Gebete zu hören und zu handeln.

  1. David betete gut begründet

Er betet: „Erhöre mich, wenn ich rufe, Gott meiner Gerechtigkeit.“ „Gott meiner Gerechtigkeit“ – das ist die Begründung, die David Gott nennt, warum er ihn erhören soll. David sagt damit aus, dass Gott Inhaber und Urheber aller Gerechtigkeit ist – Gott ist gerecht und Gott handelt gerecht und Gott macht gerecht. Wie wir, so hat es auch David schon erlebt, dass Gott uns durch seine Gnade für gerecht erklärt hat. Und David sagt aus, dass er von Gott her Gerechtigkeit auch für sich und seine Situation erwartet. Denn seine Situation ist ein bisschen schwierig, wir haben das beim ersten Lesen des Psalms schon vernommen. David wird offenbar verfolgt – viele Ausleger meinen, dass der Psalm entstanden ist, als Davids Sohn Absalom mit seinen Gefolgsleuten seinen eigenen Vater verfolgte, und ihm das Königtum streitig gemacht hat. David musste vor seinem eigenen Sohn fliehen, weil er David als dem legitimen und von Gott erwählten König das Amt wegnehmen wollte.Und in dieser Situation der ungerechten Verfolgung unter der David zu leiden hatte, betete er hier um Hilfe. Und die Begründung die er nennt, ist Gottes Gerechtigkeit: „Gott, du bist doch gerecht, du schaffst Gerechtigkeit, greif ein, bewahre mich vor dieser ungerechtfertigten Verfolgung!“„Ich erwarte von dir Gott, dass du es so lenkst, dass mir Gerechtigkeit widerfährt, denn du bist doch ein gerechter Gott!“ David betet hier also gut begründet.

Und das ist ein Prinzip, dass sich durch die ganze Bibel zieht. Immer wieder wenn Menschen zu Gott beten, nennen sie Gründe, warum Gott antworten und ihr Gebet erhören sollte. Sie berufen sich auf den Charakter Gottes, so wie David hier – „Gott du bist doch ein gerechter Gott“ oder „Du bist doch ein barmherziger und gnädiger Gott, darum…“ Oder sie berufen sich auf Gottes Treue in der Vergangenheit: „Herr, du hast schon so oft in Not geholfen, darum bitte greif doch auch in dieser Notlage wieder ein…!“ Oder sie begründen ihr Gebet mit ihrer Position vor Gott: „Gott, ich bin dein Kind, du hast für mich deinen Sohn geopfert, darum bitte greif jetzt ein…“

Gut begründet beten – das ist sicherlich nicht darum wichtig, um Gott irgendwie zu überzeugen oder zu überreden. Nein, ich denke, dass es eine gute Gewohnheit ist, um auch herauszufinden, ob mein Gebet, ob meine Bitte mit dem Willen Gottes übereinstimmt, ob es im Sinne Jesus ist – oder ob es vielleicht eher sehr egoistisch ist. Ein gutes Beispiel ist die Situation in 2Mose 32, als Mose auf dem Berg Sinai ist und dort die Gesetzestafeln von Gott empfängt und währenddessen das Volk Israel sich das Goldene Kalb gießt und dieses Kalb nun als Gott verehrt. Mose kehrt dann zurück und sieht das und Gott sagt zu Mose, dass der das Volk Israel als Strafe jetzt vernichten will und stattdessen Mose und seine Nachkommen zu einem großen Volk machen will. Und was tut Mose? Er hält Fürbitte für sein Volk und bittet Gott um Barmherzigkeit und Gnade. Und er begründet das auch. Er sagt nicht: „Gott, das kannst du doch jetzt nicht tun – dann wäre meine ganze Arbeit dieses Volk bis hierhin zu führen doch völlig umsonst gewesen.“ Er sagt auch nicht: „Gott, das kannst du mir doch nicht antun – dann verlier ich ja auch meinen Bruder Aaron, an dem ich so hänge…“ Mose begründet es anders – er sagt: „Gott, sei diesem Volk gnädig, damit dein Name groß gemacht und du verherrlicht wirst, damit alle Welt erkennt, dass du ein mächtiger Gott bist, der sein Volk befreit und in das gelobte Land führt.“

Gut begründet zu beten, bewahrt uns vor selbstsüchtigen und egoistischen Gebeten. Es hilft uns, im Gebet die Ehre Gottes und das Wohl anderer im Blick zu behalten. Ich will von David lernen, meine Gebete gut begründet vor meinen Vater im Himmel zu bringen.

  1. David betete in der Erinnerung an Gottes Taten

Wir sehen das hier in V. 2 wo es heißt: „Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst“, etwas genauer übersetzt müsste es allerdings noch heißen „der du mich getröstet hast in Angst.“ David blickte schon auf viele Jahre mit Gott zurück, auf zahlreiche Erfahrungen mit ihm. David hatte es schon erlebt, dass Gott in sein Leben eingegriffen hat, ihm Trost geschenkt hat. Gerade in seinen ersten Jahren als König, war Davids Herrschaft alles andere als gesichert – er war ein König, der permanent sein Amt verteidigen musste, er war in unzähligen Kriegen persönlich im Einsatz gewesen, hatte viele Gefahrensituationen erlebt. Im Rückblick auf solche Situationen kann er sagen: Gott du hast mich getröstet in meiner Angst, du warst so oft für mich da, wenn ich dich gebraucht habe.

Wenn wir schon länger als Christen mit Jesus leben, können wir – da bin ich ganz sicher – auch auf viele Erfahrungen mit Gott zurückblicken. Wo er uns bewahrt hat vor echten Gefahren, wo er eine aussichtslose Situation noch gewendet hat, wo aus einer ganz schlechten Erfahrung doch noch was Gutes gewachsen ist. Wir haben es erlebt, dass wir zu Gott gebetet haben, und er diese Gebete erhört hat. Er ist dagewesen.

Von David will ich lernen in der Erinnerung an Gottes Taten zu beten. Das heißt, im Gebet zunächst einmal Gott zu danken, für das was er mir schon Großartiges geschenkt hat. Vielleicht kurz innezuhalten und zu überlegen, wofür kann ich dankbar sein? Die Gedanken schweifen zu lassen: Wo hat Gott mich gesegnet? Wo hat er geholfen? Wo hat er mir seine Güte erwiesen? Das will ich mehr und mehr lernen – damit ich sehe, wie reich mich Gott beschenkt, damit mein Glaube wächst, und damit ich dann auch mit größerer Zuversicht und mehr Glauben, Gott meine Bitten bringen kann.

  1. David erlebt Gottes Antwort auf sein Gebet

Hierzu müssen wir uns die V. 3-4 genauer anschauen. In V. 3 heißt es:  „Ihr Herren, wie lange soll meine Ehre geschändet werden? Wie habt ihr das Eitle so lieb und die Lüge so gern!“ David wendet sich hier vermutlich an die Leute um Absalom – jedenfalls an Menschen, die die Ehre Davids, des legitimen, rechtmäßigen und von Gott erwählten Königs von Israel in den Staub ziehen wollten, ihm das Amt streitig machen wollten. Das ist die eine Seite, das sind die Gegner Davids. Und dann heißt es in V. 4 folgendermaßen: Erkennet doch, daß der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe.“ David sagt – mal mit meinen Worten gesagt: „Ich gehöre zu Gott, ich bin ein von ihm erwähltes Kind Gottes – und weil das so ist, rufe ich Gott nicht vergebens an, sondern mein Gebet findet bei ihm Gehör!“ Das ist die Position von David vor Gott und das ist Position von jedem Kind Gottes vor Gott. Hier wird also ein Gegensatz aufgebaut, zwischen David der Gott auf seiner Seite hat, einen Gott der ihn erhört und zwischen seinen Gegnern, den Gottlosen, bei denen das nicht so ist. David sagt quasi, dass wir wenn wir zu Gott gehören, ein Privileg haben: als Kinder Gottes dürfen wir uns sicher sein, dass Gott unser Gebet beantworten. Wir wissen das: nicht immer so wie wir wollen, und auch nicht immer so schnell, aber unsere Gebete finden definitiv vor dem Vater im Himmel immer Gehör.

Und das ist ein großes Vorrecht, was wir als Kinder Gottes haben: Einen Vater, der uns hört, der uns erhört. Wir dürfen Gebet darum nicht trivialisieren. Es gibt so Redewendungen wie z.B. „Da hilft nur noch beten“ – und man meint damit eigentlich „Da hilft gar nichts mehr.“ Nein, Gebet sollten wir nicht trivialisieren und unterschätzen. Für uns als Kinder Gottes ist es eine heilige, intime Sache – ein großes Vorrecht, dass unser Vater im Himmel unser Gebet hört und wir erleben dürfen, dass er antwortet.

Das ist übrigens auch ein guter Grund, diese persönliche Beziehung zu Jesus Christus zu suchen. Denn „seine Heiligen“, also die die zu ihm gehören, führt der Herr wunderbar – für sie gilt dieses Vorrecht. Darum ist es wichtig, zu Jesus und damit zu Gott unserem Vater zu gehören. D.h. zu erkennen, dass ich als Mensch ein Geschöpf Gottes und ihm verantwortlich bin.Dass ich aber von Natur aus mehr oder weniger offensichtlich in Rebellion gegen Gott lebe, selbstbestimmend mein Leben führen möchte, Gott nicht Gott sein lasse. Und dass ich Vergebung für diese Schuld brauche, dass ich einen Mittler zwischen mir und Gott brauche. Dass ich Jesus Christus brauche, der dieser Mittler ist – der als wahrer Mensch und wahrer Gott völlig sündlos war und zur Vergebung meiner Schuld am Kreuz gestorben ist. Er will mir dadurch neues Leben geben und wenn ich als Mensch zu ihm umkehre, meine Schuld bekenne, dann kann ich ein neues Leben mit Jesus und mit Gott beginnen. Dann gehöre ich zu Gott, dann bin ich ein „Heiliger Gottes“ – ein Heiliger Gottes, der wunderbar geführt vom Herrn wird und auf dessen Gebet Gott antwortet. Darum: wenn du noch nicht so ein „Heiliger Gottes“ bist – du kannst es werden, indem du zu Jesus umkehrst und mit ihm ein Leben beginnst!

Und dann ist V. 4 eine große Verheißung – und übrigens auch ein guter Anfang für jedes Gebet, wie ich finde: Erkennet doch, daß der HERR seine Heiligen wunderbar führt; der HERR hört, wenn ich ihn anrufe. Und auch das möchte ich hier lernen, nämlich zu vertrauen, dass Gottes Antwort auf mein Gebet kommen wird, weil ich sein Heiliger bin.

Warum man Gottes Wort vertrauen kann

Welche Erfahrungen hast du so gemacht, wenn du mit anderen Menschen, die nicht an Jesus Christus glauben, über deinen Glauben gesprochen hast?

Manche finden das interessant, sie sind offen und stellen Fragen. Andere wiederum nehmen das mehr oder weniger gleichgültig zur Kenntnis. Aber es gibt auch Leute, die da sehr kritisch sind, den Glauben ablehnen und sich vielleicht sogar drüber lustig machen. Ich erinnere mich an eine Person, mit der ich schon vor vielen Jahren relativ häufig über Glauben gesprochen habe. Diese Person war da sehr kritisch und glaubte überhaupt nicht an die Existenz Gottes.

Ich wurde dann mit solchen Fragen getriezt, wie z.B. „Kann Gott, der doch allmächtig ist, einen so schweren Stein erschaffen, dass er ihn selbst nicht heben kann?“ Viele werden diese Frage wohl kennen. Heute könnte ich sicher eine bessere Antwort geben als früher, aber darum geht es mir an dieser Stelle nicht. Oft ist es ja auch so, dass die Leute den Gedanken, dass es einen Gott gibt, noch irgendwie mitgehen können – an so ein höheres Wesen glauben ja viele, aber wenn es dann um Jesus Christus geht, um seinen Tod am Kreuz zur Vergebung unserer Schuld, oder um seine Auferstehung oder um seinen Wiederkunft in Herrlichkeit, dann wird es oft schwierig und man stößt auf Widerstand. Denn viele Menschen halten diese Glaubensinhalte schlicht für nicht glaubhaft, ja für nicht wahr, sondern – ja – für Märchen und Erfindungen von Menschen.

Aber das ist nichts Neues, schon vor ca. 2000 Jahren war das so. Zur Zeit des 2Petr – geschrieben vermutlich Mitte der 60er des 1. Jahrhunderts, also über 30 Jahre nach dem Jesus gekreuzigt wurde, auferstand und zum Himmel gefahren ist – machten sich die Leute auch schon über die Christen lustig und fragten sie: „Ja wo bleibt denn nun euer Herr? Wo bleibt Jesus Christus, von dem ihr doch glaubt, dass er in Herrlichkeit wiederkommt? Jetzt ist das schon über 30 Jahre her und ihr wartet immer noch. Der hat euch wohl vergessen…“ Eine Frage, die sich heute natürlich noch viel dringender stellt.

Der Apostel Petrus schreibt in dieser Situation dann Folgendes:

16 Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.  17 Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.  18 Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.  19 Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, daß ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.  20 Und das sollt ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.  21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. (2Petrus 1,16-21)

Drei Punkte, die Petrus uns hier sagt über die Vertrauenswürdigkeit des Evangeliums, über der Vertrauenswürdigkeit von Gottes Wort.

Drei Punkte, die uns Mut machen sollen, diesem Wort unseres Gottes ganz zu vertrauen – und zwar nicht nur, indem wir verstandesmäßig zustimmen, sondern indem wir es praktisch tun.

  1. Gottes Wort ist wahr … weil es bezeugt durch die Apostel ist (V. 16-18)

Zur Zeit des 2Petr gab es also Leute, die die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit in Frage gestellt haben: „Jetzt wartet ihr schon so lange, wo bleibt der denn? Der kommt ja wohl gar nicht wieder. “

Und auch Christen hatten längst begonnen, daran zu zweifeln und haben sich gefragt: „Vielleicht kommt er wirklich nicht wieder, vielleicht haben wir uns tatsächlich getäuscht?“

Aber Petrus reagiert da ganz entschlossen drauf – er weiß, dass er bald sterben wird – und ihm ist wichtig, die Zuverlässigkeit dieser Botschaft nochmal glasklar deutlich zu machen. Und so sagt er ihnen: „Dass Jesus Christus in Herrlichkeit wiederkommt, das haben wir uns nicht selbst ausgedacht. Nein, wir als Apostel, wir waren Augenzeugen seiner Herrlichkeit – wir haben diese Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen. Wir können Jesu Wiederkunft in Herrlichkeit bezeugen!“

Petrus denkt hier an die sogenannte Verklärung Jesu, nachzulesen z.B. in Lk 9. Da nimmt Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit auf einen Berg und sie beten und es verändert sich dann das Aussehen Jesu, er strahlt voller Herrlichkeit und dann erscheinen noch Elia und Mose als die großen Glaubenshelden aus dem AT und schließlich spricht Gott: Das ist mein geliebter Sohn! Und Petrus ist so begeistert von diesem Ereignis, dass er gleich dableiben will! Er will Hütten bauen für Mose, Elia und Jesus – er will in dieser Herrlichkeit bleiben. Die Apostel haben in diesem Moment die ganze Herrlichkeit Jesu gesehen, sie waren Augenzeugen, sie waren live dabei.

Wir sehen hier einen ganz wichtigen Unterschied zwischen dem christlichen Glauben und irgendwelchen religiösen Mythen und Legenden: unser christlicher Glaube basiert auf Geschichte und realen Ereignissen. Er basiert auf Ereignissen, die sich tatsächlich von Menschen, von Augenzeugen beobachten ließen.

Auch Paulus sieht das so: „Wenn Christus nicht auferstanden ist, ist es sinnlos, dass wir das Evangelium verkünden, und sinnlos, dass ihr daran glaubt.“ (1Kor 15,14)

Christlicher Glaube ist an geschichtliche Ereignisse gebunden, an Tatsachen, die passiert sind, die sich von Augenzeugen beobachten ließen.

Nur warum ist ausgerechnet die Verklärung Jesu, die diese drei Apostel auf diesem Berg erlebt haben, ein Garant dafür, dass Jesus auch tatsächlich in Herrlichkeit wiederkommen wird? Warum meint Petrus, dass dieses Ereignis die Wiederkunft Jesu garantieren würde?

Petrus versteht diese Verklärung Jesu so, dass Gott seinen Sohn in diesem Moment als König eingesetzt hat, als König der am Ende der Zeit über die ganze Welt herrschen wird. Es passiert das, was in Psalm 2 verheißen wird. Dort heißt es: „´Gott spricht`: »Ich selbst habe meinen König eingesetzt hier auf dem Zion, meinem heiligen Berg“. Auch hier ist also davon die Rede, dass ein König eingesetzt wird. Und weiter spricht Gott auch in diesem Psalm zu dem eingesetzten König: „Du bist mein Sohn!“ Das läuft also parallel – Psalm 2 sagt voraus, was dann in der Verklärung Jesu geschieht: Gott setzt seinen Sohn als König über die Welt ein. Aber dann geht’s ja weiter noch in Psalm 2: „Ich gebe dir ´alle` Nationen zum Erbe, die Erde bis an ihr äußerstes Ende soll dein Besitz sein!“ – Gott verheißt seinem Sohn, den er als König eingesetzt hat, die sichtbare Herrschaft über die ganze Welt. Und das ist der Punkt: diese sichtbare Herrschaft ist ja noch nicht da – Jesus herrscht noch nicht sichtbar über die ganze Welt, sondern erst dann wenn er wiederkommt.

Petrus meint also: wenn ein Teil dieses Psalms schon erfüllt wurde, als nämlich der Sohn Gottes von Gott in diese Rolle als König über die ganze Welt eingesetzt wurde bei der Verklärung auf dem Berge wo auch die Apostel anwesend waren, dann wird auch garantiert der Rest dieser Voraussage erfüllt werden. Dann wird Jesus Christus auch garantiert diese Rolle, in die er schon eingesetzt wurde, auch ausüben, dann wird er ganz sicher auch in Herrlichkeit wiederkommen und seine sichtbare Herrschaft über die ganze Welt ausüben.

In diesem Ereignis auf dem Berg, bei der Verklärung Jesu, da hat etwas begonnen, dass eine Fortsetzung nötig macht: von dem was da begonnen hat, steht noch etwas aus.

Und darum ist es so gut und wichtig und Mut machend, dass es Augenzeugen gab von diesem Ereignis. Gott hat das nicht einfach irgendwo in den himmlischen Sphären gemacht, wo das kein Mensch mitkriegt, sondern in der Gegenwart von drei menschlichen Augenzeugen.

Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, handelt in der Gegenwart von Augenzeugen – er lässt sich dabei beobachten, er lässt sein Handeln von Menschen bestätigen. Das ist ein Prinzip, das wir ja aus dem alltäglichen Leben kennen. Auch dort haben Augenzeugen eine ganz wichtige Funktion: Bei der Aufklärung von Verbrechen, von Katastrophen oder Unfällen. Stets werden Augenzeugen gesucht, Leute die beschreiben können, was sie gesehen haben und was passiert ist. Und wenn man dann mehrere Augenzeugen hat und die übereinstimmen in ihrer Beschreibung, dann kann man davon ausgehen, dass das wirklich stimmt, dass das wirklich so passiert ist, wie sie es beschrieben haben.

Deshalb ist es so gut für uns, so ermutigend für uns, dass es auch Augenzeugen für die Ereignisse gibt, auf denen unser Glaube ruht

Das wird übrigens auch an anderen Stellen der Bibel erzählt: z.B. am Anfang vom Lk schreibt Lukas, wie er methodisch gearbeitet hat, wie er sein Evangelium zusammengetragen hat und er erwähnt, dass er Augenzeugen befragt hat: sie befragt hat, was sie von Jesu Leben gesehen haben, was er getan hat, was er gesagt hat

Oder Paulus schreibt in 1Kor, dass Jesus nach seiner Auferstehung von über 500 Menschen gesehen wurde. Auch für Jesu Auferstehung gibt es also jede Menge Augenzeugen.

Darum haben wir gute Gründe auf das zu vertrauen, was wir in der Bibel lesen. Es sind keine Märchen, die dort aufgeschrieben sind. Das haben sich nicht clevere Theologen ausgedacht, sondern es gibt Augenzeugen! Gerade für die Schlüsselereignisse vom Leben Jesu – da stützen sich die Evangelisten auf Augenzeugen oder waren sogar selbst welche. Und darum möchte ich uns herausfordern, dem Wort Gottes, der Schrift zu vertrauen – in allen ihren Aussagen. Man kann natürlich sagen: Ja, ich glaube, was in der Bibel steht, ich halte für das richtig, ich vertraue Gottes Wort – und dieser Entschluss der ist auf jeden Fall wichtig und notwendig. Aber echtes Vertrauen zeigt sich nicht, in dem ich nur mit meinem Verstand irgendwelchen Aussagen zustimme, sondern erst in der Praxis.

Es zeigt sich dann, wenn ich Gottes Wort auch umsetze. Wenn ich das tue, was da drin steht und vor allem wenn ich dann auch das tue, was meinem normalen Menschenverstand widerspricht oder was mich zunächst einschränkt oder was mir nicht gefällt. Wenn ich dann trotzdem so handle, wie es Gottes Wort mir sagt, dann zeig ich echtes Vertrauen, weil ich mich darauf verlasse, dass das gut für mich ist, was Gottes Wort von mir fordert. Z.B. dann wenn Gottes Wort Verzicht von mir fordert: Verzicht auf Rache z.B., oder Verzicht auf einen Teil meines Geldes, Verzicht darauf sich manchen Wunsch zu erfüllen, manchem Verlangen nachzugeben usw. In der Praxis der konkreten Umsetzung von Gottes Wort, da zeigt sich echtes Vertrauen!

Und dazu möchte ich herausfordern: Denn Gottes Wort ist zuverlässig, Gottes Wort ist wahr: was es uns lehrt, ist bezeugt durch die Apostel, durch richtige Augenzeugen!

  1. Gottes Wort ist wahr … weil es sichere Voraussagen macht (V. 19)

Dadurch wissen wir nun erst recht, dass die Botschaft des prophetischen Wortes zuverlässig ist.“

Mit dem prophetischen Wort ist an dieser Stelle das ganze Alte Testament gemeint, es ist einfach ein anderer Ausdruck für die „Schrift“, weil nach damaligem Verständnis die ganze Schrift eben auch prophetischen Charakter hat. Gerade haben wir gesehen, dass bei der Verklärung Jesu ein Teil von Psalm 2, also ein Teil der Schrift, ein Teil des prophetischen Wortes, Realität wurde. Wenn schon ein Teil erfüllt wurde – so läuft das Argument hier – dann können wir umso sicherer sein, dass auch der Rest erfüllt werden wird.

Es gibt ja so Menschen, die sind sehr zuverlässig – wenn die sagen, dass sie zu einem Termin kommen oder dass sie dies und das machen, dann weiß man, dass man sich darauf hundertprozentig verlassen kann. Andererseits gibt es auch Menschen bei denen ist das ganz anders: sie sagen zwar oft zu Terminen zu, aber man wartet dann vergeblich – sie halten die Termin nicht ein, sie sind eben unzuverlässig. Jetzt nehmen wir mal an, dass wir uns verabredet haben mit einem dieser sehr zuverlässigen Menschen und einem sehr unzuverlässigen Menschen. Doch dann – fünf Minuten später als verabredet ist noch keiner von beiden da. Was denken wir nun über beide?

Über den unzuverlässigen Menschen denken wir vermutlich: „Der kommt eh nicht, der hat es wieder vergessen, das ist ja typisch, kein Verlass!“ Über den zuverlässigen Menschen werden wir sicher ganz anders denken: „Der kommt noch. Da ist bestimmt was passiert, was dazwischengekommen, der ist sicher gleich da.“ Und auch nach 20 Minuten, wenn der zuverlässige Mensch noch immer nicht da ist, bin ich mir doch sicher, dass wir noch immer fest damit rechnen, dass er jeden Moment da sein wird…

Und warum? Ganz einfach, weil wir es erlebt haben! Weil wir sooft die Erfahrung gemacht haben: dieser Mensch ist zuverlässig! Was der sagt, das hält er auch ein!

Und so ist es eben auch mit Gottes Wort: Gottes Wort ist wahr, es ist zuverlässig. Und woher wissen wird das? Eben weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass es sichere Voraussagen macht. Dass das eintrifft, was Gottes Wort sagt – so wie eben bei der Verklärung Jesu schon ein Teil erfüllt wurde. Und wenn da schon ein Teil erfüllt wurde, dann können wir umso sicherer sein, dass auch der Rest erfüllt werden wird.

Darum sollen wir Gottes Wort leben, ausleben, es soll unser Herz, das dunkel ist erleuchten. Denn unser Herz ist von Natur aus dunkel, es ist finster darin. Jesus sagt das einmal so: „aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Aussagen, Verleumdungen. 20 Das ist es, was den Menschen in Gottes Augen unrein macht“ (Mt 15,19)

Das ist es, was dunkel ist in unserem Herzen und darum brauchen wir Licht. Und das Wort Gottes gibt uns Licht, es zeigt uns, was verkehrt läuft bei uns und wie wir damit umgehen sollen. Und das Wort Gottes sagt uns, dass wir mit unserer Sünde, mit unseren Bösen Gedanken nicht vor einem heiligen, gerechten Gott bestehen können – wir sind dann vor ihm unrein, dreckig, schmutzig – und er ist absolut rein und das beißt sich total und geht nicht zusammen. Und dann sagt uns Gottes Wort, dass Jesus Christus es ist, der uns rein macht, wenn wir zu ihm umkehren und ihm unsere Schuld bekennen.

Und wenn wir das machen, wenn hier an die Botschaft der Bibel glauben – und Petrus zeigt uns ja, dass wir gute Gründe dafür haben, dann wird uns zugesagt, dass wir Jesus Christus in seiner ganzen Herrlichkeit sehen werden – genau wie die Apostel bei der Verklärung: „Haltet euch an diese Botschaft, bis der Tag anbricht und das Licht des Morgensterns – damit ist Jesus Christus gemeint – es in euren Herzen hell werden lässt.“

Wenn du darauf vertraust, was die Bibel über Jesus Christus sagt und du dein Vertrauen selbst auf Jesus setzt – dann wirst du seine Wiederkunft in Herrlichkeit erleben, du wirst ihn selbst in Herrlichkeit sehen und es wird dich verändern, es wird in deinem dunklen Herzen hell werden!

  1. Gottes Wort ist wahr … weil es durch den Heiligen Geist inspiriert ist (V. 20-21)

Petrus muss sich noch mit einem anderen Vorwurf auseinandersetzen, mit einem Vorwurf, der überhaupt nichts an Aktualität verloren hat und den wir auch heute noch kennen. „Das, was in der Bibel steht, das haben sich doch nur Menschen ausgedacht. Das ist noch nur das Produkt ihrer Fantasie und einer gewissen religiösen Erfahrung. “Und das ist eine Ansicht, die heutzutage sehr verbreitet ist, die auch viele Theologen und auch manche Christen so oder ähnlich vertreten – aber sie ist nicht biblisch! Petrus schreibt hier: „In diesem Zusammenhang ist es von größter Wichtigkeit, dass ihr Folgendes bedenkt: Keine einzige prophetische Aussage der Schrift ist das Ergebnis eigenmächtiger Überlegungen des jeweiligen Propheten. Anders gesagt: Keine Prophetie hat je ihren Ursprung im Willen eines Menschen gehabt. Vielmehr haben Menschen, vom Heiligen Geist geleitet, im Auftrag Gottes geredet. Das was in der Schrift steht, alles was in diesem Buch hier steht, ist im Auftrag Gottes geschrieben, es ist vom Heiligen Geist offenbart worden. Die Menschen, die diese Schriften verfasst haben, sind vom Heiligen Geist inspiriert worden. Wohlgemerkt nicht so, dass Gott ihre Persönlichkeit ausgeschaltet hätte und ihnen mechanisch Wort für Wort diktiert hätte. Nein, Gott hat durch seinen Heiligen Geist die Verfasser der Bibel dazu befähigt, dass sie unter Verwendung ihrer eigenen Persönlichkeit seine Offenbarung, Gottes Offenbarung zuverlässig und fehlerfrei aufschreiben konnten. Bei der Bibel haben wir es also immer mit einem menschlichen Autor, aber natürlich auch immer mit Gott selbst als Autor zu tun. Beides gehört zusammen und darf nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Weil das so ist können wir Gottes Wort bedingungslos vertrauen. Wir können dem Glauben schenken was darin steht. Unser christlicher Glaube basiert eben nicht auf Märchen, nicht auf frommen Legenden, nicht auf klugen Gedankengebäuden. Nein, wir haben hier gesehen: es gab Augenzeugen, die Jesu Herrlichkeit selbst gesehen haben, die selbst gesehen haben, wie er in diese Rolle als König, der über die ganze Welt herrschen soll eingesetzt wurde. Und wir haben verstanden, wie damit ein Teil des AT erfüllt wurde, so dass wir sicher sein können, dass auch der Rest der Schrift erfüllt wird und Jesus ganz sicher in Herrlichkeit wiederkommt und seine Rolle als König über die ganze Welt dann auch ausfüllt.

Und Petrus sagt auch ganz deutlich: Das, was wir in der Schrift lesen, sind auch keine Erfindungen von Menschen, sondern Menschen haben unter der Inspiration von Gottes Geist die Bibel verfasst, so dass die Bibel zurecht als Gottes Wort bezeichnet wird.

Ich wünsche mir, dass uns das Mut macht und dass das unser Vertrauen stärkt. Dass wir neuen Mut bekommen, unser ganzes Leben, alle Bereiche unseres Lebens, dem Jesus Christus anzuvertrauen, von dem die Bibel berichtet. Und dass wir dann auch Mut haben, echtes Vertrauen zur Schrift zu leben, in dem wir das, was Gottes Wort von uns fordert auch umsetzen. Dass wir es auch dann umsetzen, wenn es uns unangenehm ist, wenn wir von unserem menschlichen Denken her, meinen, dass es anders besser sein müsste. Denn dann, wenn ich dann trotzdem so handle, wie Gottes Wort es sagt, dann praktiziere ich echtes Vertrauen!

Und dazu möchte ich dich herausfordern: Gibt es etwas, was du aus der Bibel weißt, was du tun solltest oder nicht tun solltest – aber wo du trotzdem anders handelst, weil du es einfach nicht tun willst oder nicht wirklich glaubst, dass es gut so wäre, wie Gottes Wort es sagt?

Denk darüber mal und dann tu es am besten trotzdem mal! Auch wenn sich bei dir selbst da einiges gegen sträubt – tu es trotzdem im Vertrauen darauf, dass Gottes Wort wahr ist!

„Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!“

4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!  5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.  6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.  7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!  8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.  9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.  10 Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.

Psalm 25,4-10

„Als Werner Kahmann mit dem Studium beginnt, ist Willy Brandt noch deutscher Bundeskanzler, AC/DC gründen sich, und man debattiert über die Watergate-Affäre. Seit diesem Sommer hat die Hochschule Köln-Deutz nun einen Langzeitstudenten weniger: Kahmann, 61, ist endlich fertig mit dem Studium und darf sich nach 63 Semestern „Ingenieur für Technische Gebäudeausrüstung“ nennen.“ So berichtete die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 2.10.2012 über einen außergewöhnlichen Studenten. Manch einer wird – wenn er das liest – entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, wie jemand nur so lange sein Studium nicht abschließen konnte. Mancher wird vielleicht auch beeindruckt sein, dass sich dieser Mann über einen so langen Zeitraum nicht von seinem Ziel – dem Studienabschluss – abbringen ließ. Und wieder andere könnten sagen, dass dieser Mann doch ein wunderbares Vorbild dafür ist, was es heißt, lebenslang zu lernen.

Als Christen sind wir in der Tat Menschen, die lebenslang lernen sollen. Wir sind Jünger, d.h. Lernende und gehen während unserer gesamten Lebensspanne in die göttliche Schule. Nie sind wir fertig, und niemals kommen wir an den Punkt, an dem es für uns nichts mehr zu lernen gibt.

Schon König David wusste um diese Wahrheit, als er Psalm 25 dichtete. In dem kurzen Abschnitt, der oben abgedruckt ist, finden wir drei Mal das Wort „lehren“, dazu zwei Mal das Wort „leiten“ und je einmal die Wörter „zeigen“ und „weisen.“ David wusste also, dass er Lehre und Leitung brauchte und er wusste wo er sie finden konnten. Das ist der erste wichtige Punkt, der in diesen Versen deutlich wird: Wir brauchen Gott, dass er uns lehrt und leitet. Wir lernen nicht ausreichend aus eigener Erfahrung heraus, nicht genug von anderen Menschen oder aus anderen Quellen. Nein, wir brauchen unbedingt Gott, dass er uns lehrt und leitet. Gott soll unser Lehrer und Leiter für unser Leben sein!

Außerdem wird deutlich, dass es etwas ganz besonderes – ein wertvolles Geschenk nämlich – ist, dass Gott uns lehrt und leitet. David betet in V. 8: Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.“  Hier wird deutlich, dass wir keinen Anspruch darauf haben, dass Gott uns den Weg weist. Nein, es wäre vollkommen verständlich, wenn Gott uns als Sünder weiter unseren selbstgewählten Weg in die Irre gehen lassen würde. Aber Gott tut es nicht. Er ist bereit und willens, uns zu lehren und zu leiten. Darum danken wir Gott, dass er uns lehrt und leitet. Wir danken ihm, dass wir die Bibel haben, die uns Gottes Orientierung für unser Leben gibt. Dass er geistliche Lehrer in die Gemeinde hineinstellt, die uns sein Wort erklären. Und dass er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der uns in alle Wahrheit leiten wird (vgl. Joh 16,13).

Als letztes erinnert uns David daran, dass Gott uns immer recht lehrt und gute Wege weist: „Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.“ (V. 10). Seiner Leitung und Lehre folgen zu können, ist keine negative Einschränkung der eigenen Freiheit. Nein, von Gott geleitet und gelehrt zu werden, ist äußerst lohnenswert und segensreich für das eigene Leben: Ja, „glücklich sind die, die im Weg ohne Tadel sind, die im Gesetz des HERRN wandeln.“ (Ps 119,1) Wir wollen Gott auch loben, dass er uns lehrt und leitet!