„Hier steht das Wort Gottes im Mittelpunkt“

Vor einiger Zeit bekam ich von jemandem, der schon seit längerer Zeit regelmäßig unsere Gottesdienste besucht, ein unverhofftes Lob: „Hier steht das Wort Gottes im Mittelpunkt. Das find ich gut!“ Im weiteren Gespräch stellte sich heraus, dass mein Gesprächspartner bisher in anderen Kirchen andere Erfahrungen gemacht hatte. Dort gab es von den Kanzeln wohl überwiegend Kommentare zur Tagespolitik zu hören. „Wenn ich was zur Politik wissen will, kauf ich mir den Focus oder eine andere Zeitung“, fuhr mein Gesprächspartner fort, „aber in der Kirche da will ich was aus der Bibel hören und hier bei euch ist das so!“

Kann man sich als Pastor ein schöneres Lob vorstellen? Wohl kaum… Natürlich hat das Wort Gottes auch etwas zu politischen Fragen zu sagen – das Evangelium ist in dem Sinne nicht unpolitisch. Aber Aufgabe eines Predigers ist es nicht, die Tagespolitik mit seinen persönlichen Einschätzungen zu kommentieren. Die Aufgabe eines Predigers ist es, den Menschen Christus zu predigen, ihnen das Wort Gottes treu auszulegen, so dass sie durch und durch in ihrer ganzen Person erneuert werden (vgl. Röm 12,2).

Also liebe Prediger, habt Mut einfach das Wort Gottes zu predigen. Die Menschen wollen es hören und sie erwarten, dass sie es von euch in der Kirche hören!

Und liebe Predigthörer: ermutigt eure Pastoren und Prediger, wenn sie das tun! Ermutigung können auch sie sehr gut gebrauchen 🙂

PREDIGT-Tipp: Das Evangelium in 4. Mose

Wer noch ein bisschen Zeit hat und was für sein geistliches Leben tun will, dem sei diese lange, aber sehr sehr gute, Predigt von Ligon Duncan wärmstens empfohlen. Er spricht über 4. Mose 5,1-4. Klingt erstmal überhaupt nicht spannend oder relevant… Aber die Predigt hat es wirklich in sich!!

Ligon Duncan wird übrigens auch einer der Redner auf der nächsten Evangelium21-Konferenz in Hamburg sein.

Der Glaube achtet allein auf Jesus Christus

„Die menschliche Vernunft hat als Gegenstand das Gesetz: Das habe ich getan, das habe ich nicht getan. Der Glaube aber, wenn er in seinem eigentlichen Werk ist, hat keinen anderen Gegenstand als Jesus Christus, den Sohn Gottes, hingegeben für die Sünde der Welt. Der Glaube achtet nicht auf die Liebe, sagt nicht: was habe ich getan, was habe ich gesündigt, was habe ich verdient?, sondern was hat Christus getan, was hat er verdient? Da sagt die Wahrheit des Evangeliums: Er hat dich von der Sünde erkauft, vom Teufel, von dem ewigen Tod. Der Glaube erkennt an, daß er an der Person Jesu Christi Vergebung der Sünden und ewiges Leben habe. Wer diesem Gegenstand ausweicht, hat nicht den wahren Glauben, sondern den geschminkten Glauben und eigene Meinung und wendet die Augen von der Verheißung zum Gesetz, das ihn erschreckt und in die Verzweiflung bringt.“

Martin Luther zu Galater 2,4f:Es hatten sich aber einige falsche Brüder eingedrängt und eingeschlichen, um auszukundschaften unsere Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, und uns so zu knechten. Denen wichen wir auch nicht eine Stunde und unterwarfen uns ihnen nicht, auf dass die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.“

 

Ziel erreicht und Gott vergessen

In meiner persönlichen Bibellese bin ich vor einigen Tagen auf einen Vers gestoßen, der mir hängengeblieben und noch länger durch den Kopf gegangen ist: Als aber das Königtum Rehabeams sich gefestigt hatte und er mächtig war, verließ er das Gesetz des HERRN und ganz Israel mit ihm.” (2Chronik 12,1)

Hier hat jemand sein Ziel erreicht. Rehabeam, König von Juda und Nachfolger Salomos, hat sein Königtum gefestigt und seine Macht ist gesichert. Er hat das erreicht, wonach alle Könige streben und das in der schwierigen Zeit nach der Teilung von Israel in Nord- und Südreich für ihn sicherlich ganz besonders wichtig war. Ziel erreicht, wunderbar, ein Grund zum Danken, könnte man meinen. Und doch ist es bei Rehabeam mit der endgültigen Abwendung vom Herrn und seinem Wort verbunden. Zugegeben, Rehabeam ist ein König, der auch vorher in der Bibel nicht besonders gut wegkommt. Anders als sein Vater Salomo trifft er eben keine weisen Entscheidungen, sondern sorgt durch seine Politik mit dafür, dass Israel in Nord- und Südreich zerfällt (1Könige 12-14 berichten über Rehabeams Leben). Trotzdem bedenkenswert: ein Mensch erreicht ein großes Ziel und vergisst Gott darüber. Gibt es das auch noch heute?

Ich denke ja! Da hat vielleicht jemand das große Ziel, das Studium erfolgreich abzuschließen, eine Familie zu gründen oder sich beruflich zu etablieren. Gute Ziele und Dinge, die uns nicht in den Schoß fallen. Und dann ist es endlich geglückt – wie wunderbar! Aber mit der Erleichterung, die sich verständlicherweise breit macht, geht dann auf einmal ein Gefühl der Selbstsicherheit einher: „Ich hab es geschafft!“ Man fühlt sich jetzt unabhängig, man hat ja alles im Griff, man hat das Leben gemeistert…

Das Schlimme bei Rehabeam ist, dass nicht nur er selbst von Gott abkommt, sondern dass er sein ganzes Volk mitreißt.

Ich will nicht so sein wie Rehabeam. Nein, auch im Erfolg, wenn Ziele erreicht sind, wenn ich froh und erleichtert bin, wenn alles gesichert erscheint, will ich Gott nicht vergessen. Denn er ist es, der jeden Erfolg geschenkt hat. Er ist es auch, der diese ganze Welt – also auch dich und mich – erhält. Ohne ihn geht gar nichts. Wie dumm, so zu tun, als bräuchte man ihn nicht. Möge Gott uns in seiner Gnade vor diesem törichten Irrtum bewahren!

PREDIGT: Gottes Gnade und das Zeugnis des Paulus

Am vergangenen Sonntag habe ich bei uns in der Gemeinde über Gal 1,11-24 gepredigt. Paulus gibt in diesem Abschnitt sein Zeugnis. Er berichtet also, wie er durch Gottes Gnade vom Christenverfolger zum vollmächtigen Apostel wurde. Ein ganz gewaltiges und beeindruckendes Beispiel!

Dabei können wir froh sein, dass Paulus in diesem Abschnitt überhaupt sein wunderbares Zeugnis gibt. Hätte es um die Gemeinden in Galatien besser gestanden, hätten sich dort keine Irrlehrer eingeschlichen, dann hätten wir das Zeugnis des Paulus in dieser Klarheit gar nicht in unserer Bibel (ja, ich weiß, dass Paulus auch in der Apg über seine Bekehrung spricht).

Denn Paulus schreibt im Galaterbrief sein Zeugnis nur aus einem einzigen Grund. Er gibt sein Zeugnis einzig und allein, um Angriffe auf das Evangelium abzuschmettern. Denn solche Angriffe gab es damals in Galatien. Es gab dort gewisse Menschen, die nach Paulus in die Gemeinde gekommen waren und die den Menschen dort etwas anderes sagten als Paulus. Es gab Menschen, die die Botschaft des Evangeliums, die Paulus den Galatern gebracht hatte, veränderten und verdrehten.

Dabei gingen diese falschen Lehrer sehr geschickt vor. Sie sagten zum Beispiel, dass die Botschaft die Paulus ihnen gepredigt hatte, seine Botschaft ist: „Es ist seine Weisheit, seine Erkenntnis, seine Erfahrung, die euch Paulus weitergegeben hat. Es sind doch lediglich seine Gedanken und Überlegungen – hört doch auch auf unsere Weisheit, ihr dürft euch doch nicht allein von Paulus abhängig machen.“

Paulus widerspricht dem vehement. In V. 12 heißt es: 12 Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.  13 Denn ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum, wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte” (Gal 1,12-13)

Paulus widerlegt hier diesen Gedanken, dass er das Evangelium durch Lernen oder durch eigenes Nachdenken erkannt hat. „Nein, schaut auf meine Biografie“, sagt Paulus, „bei mir gab es nicht so einen schrittweisen Prozess, indem ich über die Jahre mehr und mehr von Christus verstanden habe. Nein, ihr wisst doch“, ruft Paulus uns hier zu, „ich habe Christus gehasst, seine Gemeinde verfolgt und von einem Tag auf den anderen, habe ich auf einmal das Gegenteil von dem, was ich zuvor geglaubt habe, verkündigt. Liebe Galater, ihr müsst doch erkennen, dass das Evangelium nicht lediglich das Ergebnis meiner eigenen Weisheit und Überlegungen ist…!“

Aber die Irrlehrer in Galatien hatten noch ein anderes Argument auf Lager: „Der Paulus“, so sagten sie, „war doch in Jerusalem gewesen. Er hat dort doch von den Aposteln, den Jüngern Jesu, gelernt. Er hat doch dort das gelernt, was er euch hier gepredigt hat, seine Botschaft ist doch eigentlich nur aus zweiter Hand…Und außerdem, wisst ihr was“, so sagten die falschen Lehrer weiter zu den Galatern, „wir waren auch in Jerusalem, wir stammen sogar aus Jerusalem, wir sind auch unterrichtet worden von den Aposteln dort, von einem Petrus, von einem Johannes, von einem Jakobus… Und wisst ihr was: wir kennen uns aus. Wir haben in der Apostelschule besser aufgepasst als Paulus, wir waren länger da als Paulus, und wir wissen, dass er euch nicht die ganze Wahrheit gesagt hat…. Darum hört uns zu…!“

Klingt überzeugend oder? Du willst wissen, was Paulus dem entgegnet? Dann schau nach in Gal 1,15ff oder hör hier meine ganze Predigt über Galater 1,11-24: „Nur das Evangelium zeigt Gottes erstaunliche Gnade“

Das Evangelium – nicht von Menschen

„Alle Worte sind so gesetzt, daß Paulus klar macht, sein Evangelium sei nicht von einem Menschen. (…)

Aber warum behandelt Paulus diese Sache mit soviel Worten? Denn fast bis zum Überdruß prägt er ein, er habe das Evangelium nicht von einem Menschen, noch von den Aposteln selbst gelernt. Er will die Gemeinden Galatiens, die durch die Lügenapostel schon umgeworfen waren, wieder darin festmachen, daß sein Evangelium göttliches Wort sei. Darum besteht er mit solcher Heftigkeit auf der Sache. (…)

Das Amt des Apostels und der Bestand aller Gemeinden erforderte es also, daß er in erzwungenem und heiligem Stolz seine Berufung und die ihm von Christus geschenkte Offenbarung des Evangeliums heraushob, damit die Gewissen dessen versichert würden, daß Pauli Lehre Gottes Wort sei. Hier ging es um eine große und ernste Sache, nämlich, daß alle Gemeinden in der gesunden Lehre bewahrt blieben. Im Grunde ging es um ewiges Leben und ewigen Tod. Denn wenn das reine und gewisse Wort weg ist, dann gibt es auch nicht weiter Trost, Heil, Leben etc.“

Martin Luther zu Galater 1,18-19: „Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder.“

 

Warum Galater?

In diesem Jahr wird es 500 Jahre her sein, dass ein junger Mönch – Martin Luther – 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Luther protestierte damit gegen den Ablasshandel, gegen ein falsches Heilsverständnis, gegen das Papsttum und viele andere unbiblische Entwicklungen. Mit diesem 31. Oktober 1517 nahm die Reformation ihren Anfang. Wichtige biblische Glaubenswahrheiten wurden neu entdeckt und proklamiert: Dass Gott uns allein aus Gnade rettet. Dass Gott allein der Glaube an Christus rettet und nicht die guten Werken. Dass allein Jesus Christus der Mittler ist, der uns mit Gott versöhnt. Und dass allein die Hl. Schrift, Gottes Wort, der Maßstab ist, an dem jede Glaubensaussage geprüft werden muss. Alles entscheidende Grundsätze auf denen wir auch heute noch als Freikirchen stehen.

500 Jahre Luthers Thesenanschlag, 500 Jahre Reformation – Grund genug diesen zentralen Glaubenswahrheiten, die das eine Evangelium ausmachen, nachzuspüren. Und darum habe ich in unserer Gemeinde am 8. Januar eine Predigtreihe durch den Galaterbrief begonnen.

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Aber warum gerade Galater? – Man hätte doch auch den Römerbrief nehmen können oder verschiedene Schlüsseltexte aus unterschiedlichen Bibelbüchern.

Warum also Galater?

Weil wohl kein Buch der Bibel besser passen würde, als dieser Brief von dem Martin Luther so liebevoll sagte „Der Brief an die Galater ist mein Epistelchen (d.h. Brief), dem ich mich anvertraut habe; er ist meine Käthe von Bora.“

Dieser Brief war ihm so lieb, so ans Herz gewachsen wie seine Frau Käthe von Bora. Weil in diesem Brief der Apostel Paulus voller Leidenschaft davon schreibt und dafür kämpft, was Luther wichtig war, was in der Reformation im Mittelpunkt stand und was bis heute das Wichtigste ist: das eine Evangelium von Jesus Christus.

Darum ist der Galaterbrief eine gute Wahl, um sich mit den zentralen Wahrheiten des Evangeliums auseinanderzusetzen. Und darum wird der Galaterbrief in den kommenden Wochen in unserer Gemeinde im Mittelpunkt stehen.

Hier kannst du die erste Predigt nachhören oder runterladen: „Nur das Evangelium ist Gottes einzigartige Offenbarung“ (Galater 1,1-10)

Warum man auch mal „Richter“ lesen sollte

Wenn man eine Statistik über die am wenigsten gelesenen oder gepredigten Bücher der Bibel anfertigen würde, wäre das Buch Richter zweifellos dabei. So findet man in der  Perikopenordnung der Evangelischen Kirchen nicht einen Predigttext aus diesem Buch und auch ich persönlich kann mich nicht erinnern, mal in einem Gottesdienst eine Predigt zu einem Richter-Text gehört zu haben.

In unserer Bibelstunde haben wir uns vor einiger Zeit (über insgesamt 14 Wochen) mit dem ganzen Richter-Buch beschäftigt. Und auch wenn die Bibelstunde bei uns in erster Linie von langjährigen Christen besucht wird, gab es für alle eine ganze Menge Neues zu entdecken.

Warum lohnt es sich, auch die unbekannteren und nicht so beliebten biblischen Bücher – und das Buch Richter im Speziellen – zu studieren?

  1. Die ganze Bibel ist das Wort Gottes und als solches „nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung…“ (2Tim 3,16f).

Das ist eine richtige und ganz wichtige Überzeugung! Aber ob wir sie wirklich glauben und danach handeln, zeigt sich erst, wenn wir wirklich Interesse an der ganzen Bibel haben. Wie sieht es also aus mit deinem Interesse am Buch Richter? Oder am Buch Numeri, an den Chroniken-Büchern, am Propheten Zefanja oder am Judasbrief?

Übrigens: wir haben bei jedem einzelnen Text einige sehr konkrete Anwendungen für uns und unsere heutige Zeit gefunden – was 2Tim 3,16f sagt, stimmt also wirklich 😉

  1. Wir verstehen den großen Zusammenhang der biblischen Heilsgeschichte besser

Wer seine Aufmerksamkeit immer nur auf einzelne Verse oder Kapitel konzentriert, kann nur sehr schwer ein Gesamtbild von der Bibel bekommen. Weil die Bibel aber nicht nur eine Sammlung von 66 Büchern ist, sondern auch ein Buch, darum erzählt sie auch eine Geschichte. Jedes einzelne biblische Buch trägt zum Gesamtbild seinen Anteil bei.

Das Buch Richter zeigt uns einerseits, warum Israel das von Gott verheißene Land nicht vollständig eroberte, obwohl es Mose und Josua doch zugesagt war (Ri 1,1-2,5). Es bereitet uns ferner auf die Könige-Zeit vor, indem immer wieder deutlich gemacht wird, dass aufgrund der Abwesenheit eines Königs das Volk im Chaos versinkt (Ri 17,6 u.a.). Und vor allem bereitet es uns auf das Kommen des vollkommenen Königs und Retters Jesus Christus vor. So wird in jeder Erzählung und bei jedem einzelnen Richter deutlich, wie begrenzt und unvollkommen doch die geschenkte Rettung ist und dass es einen besseren und größeren Retter braucht.

  1. Das Buch Richter zeigt uns, wie eine gottlose Gesellschaft aussieht

„So ein grausames Buch, warum soll ich das lesen…?“, fragt mancher, wenn er vom Buch Richter hört. Und in der Tat schildert uns das Buch Richter schreckliche Gewalt und viele grausame Geschichten (Jeftah, ein gläubiger Mann, der seine Tochter opfert in Ri 11, ein Mann der seine Nebenfrau vergewaltigen lässt in Ri 19 usw.) Es zeigt uns in schonungsloser Offenheit, wozu Menschen fähig sind. Die Erklärung im Buch Richter ist äußerst beunruhigend: Zu der Zeit war kein König in Israel, und jeder tat, was ihn recht dünkte (Ri 17,6). Wir lernen: wenn wir Menschen tun, was wir persönlich für richtig halten, endet das im Fiasko. Wir brauchen jemanden, der uns sagt was gut ist, der uns Grenzen setzt und Weisung gibt. Letztendlich brauchen wir Gott und seine gute Herrschaft.

  1. Das Buch Richter zeigt uns, dass Gott trotz allem Chaos souverän ist

„Wo ist Gott?“, mag man sich angesichts des großen Chaos im Buch Richter fragen (und man kann sich das genauso gut angesichts des großen Chaos in unserer heutigen Welt fragen). Das Buch Richter lehrt uns, dass Gott – trotz allem – stets souverän ist und alles unter seiner Kontrolle hält. Ein gutes Beispiel ist der Simson-Zyklus in Ri 13-16. Simson, obwohl von Gott berufener Richter, lädt jede Menge Schuld auf sich. Er ist nicht immer gehorsam und sicher nicht in jeder Situation ein Glaubensvorbild. Trotz allem wirkt Gott gerade durch diesen Mann und seine oftmals sündigen Handlungen. (erhellend ist Ri 14,4: Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN kam; denn er suchte einen Anlaß gegen die Philister.)

  1. Das Buch Richter zeigt uns, wie groß Gottes Gnade ist

Immer und immer wieder heißt es im Buch Richter, dass die Israeliten „taten, was dem Herrn missfiel“. Immer und immer wieder heißt es aber auch, dass die Israeliten zum Herrn schrien und der Herr sie errettete. Wer gibt so viele Chancen? Nur Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus! Das Buch Richter macht den Gott der Gnade groß!