„Wenn ich Gottes Stimme hören könnte…“

„Wenn ich Gottes Stimme persönlich hören würde und er zu mir sprechen würde, dann würde ich gerne an Gott glauben“, hat schon so mancher zweifelnder Zeitgenosse gesagt. Und auch mancher Christ denkt: „Ja, wenn ich Gottes Stimme so persönlich hören würde, das wäre doch eine grandiose geistliche Erfahrung und mit Sicherheit ganz toll.“ Wenn wir so denken, wissen wir nicht, worum wir eigentlich bitten…

Als Gott dem Volk Israel die Zehn Gebote gibt (2Mose 20), spricht Gott direkt zu den Menschen. Seine Stimme ist von allen zu hören. Live, akustisch, echt. Und was ist die Reaktion des Volkes? Sie sind nicht vor Begeisterung entzückt, sie jubeln auch nicht über diese einzigartige geistliche Erfahrung. Nein, sie bekommen es mit der Angst zu tun und rennen nur noch weg (2Mose 20,18). Und sie äußern Mose gegenüber eine Bitte: „Rede du mit uns, wir wollen hören; aber lass Gott nicht mit uns reden, wir könnten sonst sterben.“ (2Mose 20,19)

Gottes Stimme zu hören ist für die Menschen fast unerträglich. Warum? Ich denke, weil in der göttlichen Stimme Gott selbst gegenwärtig ist – mit seiner ganzen Autorität und Macht…!

Übrigens: Wenn wir die Bibel lesen, begegnet uns hier genauso Gottes Wort. Es ist nicht weniger wert oder weniger autoritativ, als Gottes Stimme, die die Israeliten damals akustisch und wahrnehmbar vernehmen konnten.

„Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung….“ – und die Alternative der Genügsamkeit

Gott warnt uns in der Bibel vor den Gefahren des Reichtums. Nicht dass Reichtum, Geld, Wohlstand und Besitz grundsätzlich abzulehnen sind – nein so eine negative Sicht finden wir in der Bibel nicht. Dennoch ist die Bibel sehr realistisch und schildert uns die Gefahren, die es in diesem Zusammenhang zweifellos gibt. Z.B. in 1Tim 6,6-10:  Dort geht es um die Gefahr, die aus dem Wunsch nach materiellen Dingen erwächst und um den Vorteil der Genügsamkeit.

Das erste wovon Paulus hier spricht, ist Genügsamkeit, Zufriedenheit, mit dem was man hat: Die Frömmigkeit aber ist ein großer Gewinn für den, der sich genügen läßt.” Aber – und das kennen wir alle – Genügsamkeit, Zufriedenheit ist etwas, was sehr leicht zu verlieren ist. Wie schnell denken wir: wenn ich noch etwas mehr habe, dann bin ich zufrieden. Und wenn wir dann etwas mehr haben, denken wir ganz schnell wieder: wenn ich das und das noch habe, dann bin ich wirklich zufrieden…

Denken wir an ein junges Paar, das heiratet –  vielleicht beide noch Studenten oder in der Ausbildung. Sie haben nicht viel Geld und ziehen darum zusammen in eine kleine, alte Wohnung irgendwo in einer günstigen und nicht so schicken Gegend. Alles ein bisschen ab vom Schuss, so dass sie, wenn sie mal wohin müssen, mit dem Fahrrad oder Bus fahren müssen. Und natürlich wünschen sie sich, irgendwann eine größere schönere Wohnung zu beziehen. Und eines Tages ist es auch soweit, sie verdienen Geld und können in eine größere Wohnung umziehen und ein Auto konnten sie inzwischen auch anschaffen und sie sind ganz zufrieden. Und dann bekommen sie einige Zeit später ein Kind und sie wünschen sich – logisch und verständlich – eine noch größere Wohnung mit Balkon oder am besten ein kleines Häuschen mit Garten. Das ganze aber möglichst doch in einer guten Gegend, man ist ja auch um das soziale Umfeld besorgt, in dem die Kinder aufwachsen, mit wem sie zur Schule gehen usw… Und sie sagen sich: „wenn wir das haben, unser eigenes kleines Häuschen mit Garten in einem schönen Wohngebiet, dann werden wir glücklich sein, da werden wir zufrieden sein.“ Und sie sind sich ganz sicher: „da werden wir bleiben bis an unser Lebensende – mehr wollen und mehr brauchen wir nicht!“

Sicher?

Ich will keinen dieser Wünsche verurteilen, sie sind alle verständlich und legitim. Und trotzdem lauert da auch eine Gefahr und wir müssen uns eine Frage stellen: Wieviel ist eigentlich genug? Und wieviel ist zu viel?

Jemand hat mal die Gefahr des „Immer-mehr-Wollens“ mit der Situation verglichen, in der sich ein abgestürzter Bergsteiger befindet, der den steilen Abhang immer weiter herunterrutscht. Aufgrund der Schwerkraft rutscht er ganz von selbst immer weiter herunter. Das passiert von ganz alleine, dazu muss er nichts tun. Entscheidend ist jetzt nicht, an welchem Punkt des Abhangs er seinen Pickel in den Berg haut, sondern dass er es überhaupt irgendwann mal tut. Entsprechend sagt uns die Bibel nicht, wieviel Reichtum oder Wohlstand erlaubt ist. Wohl aber warnt sie uns vor den Gefahren des Materialismus! Und wir tun gut daran, für uns persönlich zu überlegen, an welchem Punkt wir den Pickel einhauen… Wieviel ist also genug? Und wieviel ist zu viel? Darüber lohnt es sich wirklich mal in Ruhe nachzudenken…

Zufriedenheit mit dem, was hier haben, ist jedenfalls etwas, was extrem leicht zu verlieren ist. Paulus schreibt in Phil 4, dass er zufrieden ist, wenn er wenig hat und wenn er viel hat. Er ist zufrieden, unabhängig von dem, was er hat.

Wie geht das? Nun auch bei den griechischen Philosophen zur Zeit von Paulus war das ein hoher Wert, es war eine Tugend genügsam und zufrieden zu sein mit den eigenen Lebensumständen. Man musste lernen, unabhängig von allen Dingen und Menschen zu werden und man musste die Stärke entwickeln, die eigenen Wünsche zu verleugnen.

Bei Paulus ist das anders: Er ist nicht aus eigener Kraft in allen Lebensumständen zufrieden, es ist keine Selbstgenügsamkeit bei ihm, es ist nicht sein starker Wille der jedem äußeren Druck widersteht. Nein, Paulus ist von den äußeren Lebensumständen nicht abhängig, nicht weil er selbstgenügsam ist, sondern weil er „Gott-genügsam“ ist. Es ist Jesus, der ihm die Kraft gibt, es ist Jesus der seine wahren Wünsche stillt. Unsere Zufriedenheit soll auf etwas gegründet sein, das die aktuellen Umstände übertrifft. Das ist ganz entscheidend, sonst wird der Wunsch nach „Mehr“ uns immer wieder erfassen

Zurück zu 1Tim 6. In V. 7 nennt Paulus dann einen Grund, warum wir zufrieden und genügsam mit unseren Lebensumständen sein sollen: Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Er sagt also: wenn wir uns auf die materiellen Dinge verlassen, machen wir einen schlechten Schachzug, weil diese Dinge vergänglich sind. In V. 8 macht er dann noch deutlich, dass die materiellen Sachen unterschiedlich notwendig sind: Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen. Kleidung und Essen stehen stellvertretend für das, was wir brauchen. Es gibt ganz selbstverständlich viele Ausgaben, die wir tätigen müssen, das versteht Paulus auch. Wir sollen ja z.B. für unsere Familien sorgen – das fordert Paulus auch anderer Stellen in seinen Briefen. Aber nicht alles ist eben gleich notwendig – und daran müssen wir immer wieder denken.

In einem zweiten Teil werden wir dann noch auf die drastischen Gefahren schauen, die uns Paulus in V. 9-10 beschreibt.

„Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!“

4 HERR, zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!  5 Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich! Denn du bist der Gott, der mir hilft; täglich harre ich auf dich.  6 Gedenke, HERR, an deine Barmherzigkeit und an deine Güte, die von Ewigkeit her gewesen sind.  7 Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend und meiner Übertretungen, gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit, HERR, um deiner Güte willen!  8 Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.  9 Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.  10 Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.

Psalm 25,4-10

„Als Werner Kahmann mit dem Studium beginnt, ist Willy Brandt noch deutscher Bundeskanzler, AC/DC gründen sich, und man debattiert über die Watergate-Affäre. Seit diesem Sommer hat die Hochschule Köln-Deutz nun einen Langzeitstudenten weniger: Kahmann, 61, ist endlich fertig mit dem Studium und darf sich nach 63 Semestern „Ingenieur für Technische Gebäudeausrüstung“ nennen.“ So berichtete die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 2.10.2012 über einen außergewöhnlichen Studenten. Manch einer wird – wenn er das liest – entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, wie jemand nur so lange sein Studium nicht abschließen konnte. Mancher wird vielleicht auch beeindruckt sein, dass sich dieser Mann über einen so langen Zeitraum nicht von seinem Ziel – dem Studienabschluss – abbringen ließ. Und wieder andere könnten sagen, dass dieser Mann doch ein wunderbares Vorbild dafür ist, was es heißt, lebenslang zu lernen.

Als Christen sind wir in der Tat Menschen, die lebenslang lernen sollen. Wir sind Jünger, d.h. Lernende und gehen während unserer gesamten Lebensspanne in die göttliche Schule. Nie sind wir fertig, und niemals kommen wir an den Punkt, an dem es für uns nichts mehr zu lernen gibt.

Schon König David wusste um diese Wahrheit, als er Psalm 25 dichtete. In dem kurzen Abschnitt, der oben abgedruckt ist, finden wir drei Mal das Wort „lehren“, dazu zwei Mal das Wort „leiten“ und je einmal die Wörter „zeigen“ und „weisen.“ David wusste also, dass er Lehre und Leitung brauchte und er wusste wo er sie finden konnten. Das ist der erste wichtige Punkt, der in diesen Versen deutlich wird: Wir brauchen Gott, dass er uns lehrt und leitet. Wir lernen nicht ausreichend aus eigener Erfahrung heraus, nicht genug von anderen Menschen oder aus anderen Quellen. Nein, wir brauchen unbedingt Gott, dass er uns lehrt und leitet. Gott soll unser Lehrer und Leiter für unser Leben sein!

Außerdem wird deutlich, dass es etwas ganz besonderes – ein wertvolles Geschenk nämlich – ist, dass Gott uns lehrt und leitet. David betet in V. 8: Der HERR ist gut und gerecht; darum weist er Sündern den Weg.“  Hier wird deutlich, dass wir keinen Anspruch darauf haben, dass Gott uns den Weg weist. Nein, es wäre vollkommen verständlich, wenn Gott uns als Sünder weiter unseren selbstgewählten Weg in die Irre gehen lassen würde. Aber Gott tut es nicht. Er ist bereit und willens, uns zu lehren und zu leiten. Darum danken wir Gott, dass er uns lehrt und leitet. Wir danken ihm, dass wir die Bibel haben, die uns Gottes Orientierung für unser Leben gibt. Dass er geistliche Lehrer in die Gemeinde hineinstellt, die uns sein Wort erklären. Und dass er uns den Heiligen Geist geschenkt hat, der uns in alle Wahrheit leiten wird (vgl. Joh 16,13).

Als letztes erinnert uns David daran, dass Gott uns immer recht lehrt und gute Wege weist: „Die Wege des HERRN sind lauter Güte und Treue für alle, die seinen Bund und seine Gebote halten.“ (V. 10). Seiner Leitung und Lehre folgen zu können, ist keine negative Einschränkung der eigenen Freiheit. Nein, von Gott geleitet und gelehrt zu werden, ist äußerst lohnenswert und segensreich für das eigene Leben: Ja, „glücklich sind die, die im Weg ohne Tadel sind, die im Gesetz des HERRN wandeln.“ (Ps 119,1) Wir wollen Gott auch loben, dass er uns lehrt und leitet!

PREDIGT: „Was soll dann das Gesetz?“

Ansich würde (hoffentlich) jeder Christ zustimmen, dass wir Menschen allein aufgrund von Gottes Gnade durch Glauben vor Gott gerecht werden. Dass es nicht die Werke, die guten Taten, das vorbildliche Verhalten ist, das vor Gott zählt. Sondern, dass er uns allein durch den Glauben an Jesus Christus erlöst. Das ist das einzigartige am Evangelium! Das ist, was den christlichen Glauben – richtig verstanden – ausmacht! Er, Gott, tut alles – wir tun nichts, nehmen seine Gnade nur noch dankbar im Glauben an.

Und doch regt sich häufig wenn man darüber spricht, eine gewisse Skepsis oder echter Widerstand. Gerade auch im Gespräch mit frommen Leuten ist das so…: Kann das wirklich so sein? Ist das tatsächlich wahr, dass Gott uns allein aus Gnade und Glauben annimmt? Ist das nicht zu einfach, zu billig? Sind nicht gute Taten auch wichtig? Heißt das jetzt, dass wir Gottes Geboten – seinem Gesetz – gar nicht gehorchen brauchen? Dass wir einfach tun und lassen können, was wir wollen? Und wenn meine Errettung einzig und allein daran hängt, was Christus für mich getan hat, warum sollte ich dann überhaupt noch danach streben ein heiliges Leben zu führen?

Kurz gesagt: Sind wir als Christen Gottes Gesetz eigentlich noch in irgendeiner Form verpflichtet? Über dieses spannende und wichtige Thema habe ich am letzten Sonntag gepredigt und wer möchte, darf sich meine Predigt gern anhören: Nur das Evangelium bringt das Gesetz zur rechten Geltung (Gal 3,15-25).

Auch die Predigt von der Woche zuvor ist online und kann nachgehört werden: Nur das Evangelium stets vor Augen halten (Galater 3,1-14) oder wie man auf Abrahams Spuren wandeln kann 😉

Geld strategisch einsetzen

Eins der schwierigsten Gleichnisse, die Jesus erzählt, finden wir in Lukas 16,1-8. Es ist das Gleichnis vom „unehrlichen Verwalter“. Und auch dieses Gleichnis lehrt uns etwas Wichtiges darüber, wie wir als Christen mit Geld umgehen sollen. Kurzgesagt: wir sollen uns nicht davon einfach fernhalten, sondern es strategisch und durchdacht einsetzen.

Aber schauen wir zunächst näher auf das Gleichnis. Jesus erzählt hier von einem Verwalter, quasi einem Manager, der für einen reichen Mann einen Teil seines Besitzes verwaltete. Vermutlich wohnte dieser einfach zu weit weg oder hatte andere Dinge zu tun. Solche Verwalter hatten damals große Freiheiten: sie konnten mit dem Besitz wirtschaften, Geld verleihen, Land verpachten uvm. Und natürlich konnten sie auch selbst gut daran verdienen. Solange sie das treu und erfolgreich machen und der Profit für den Eigentümer stimmte, war alles in Ordnung.

Eines Tages bekommt der reiche Mann im Gleichnis Informationen darüber, dass sein Verwalter in irgendeiner Form – das wird hier offen gelassen – untreu gehandelt hat. Er lässt ihn rufen, stellt ihn zur Rede, der Verwalter kann die Vorwürfe offensichtlich nicht ausräumen, er ist wahrscheinlich tatsächlich schuldig und so wird der Verwalter gefeuert. Er hat allerdings noch einige Tage Zeit, bis die Kündigung wirksam wird. Und der Verwalter fragt sich: „Was soll ich tun? In wenigen Tagen bin ich arbeitslos, ich weiß nicht mehr wovon ich leben soll, ich will keine harte Arbeit annehmen und betteln will ich auch nicht. Womit soll ich dann in Zukunft meinen Lebensunterhalt verdienen?“ Ziemlich schnell hatte der durchtriebene Verwalter einen raffinierten Plan: „Ich weiß, was ich tun werde: ich muss meine jetzige Stellung noch ausnutzen und mir Freunde verschaffen, die mich aufnehmen, sobald ich meinen Schreibtisch hier endgültig räumen muss!“

Nacheinander ruft er nun alle Schuldner zu sich und erkauft mit seiner Großzügigkeit ihre Dankbarkeit. Er fragt sie nach ihrer Schuld, und wenn sie dann kleinlaut die immense Summe nannten, dann erließ er ihnen willkürlich und überhaupt nicht nachvollziehbar einen erheblichen Teil davon.

Aber passiert hier wirklich das, was man auf den ersten Blick denkt? Reduziert hier der Verwalter tatsächlich die Schulden der Schuldner, um sich beliebt zu machen? Tut er das einfach so – obwohl es zum Schaden seines Herrn ist, für den er ja nur noch kurze Zeit tätig ist? Das nennt man doch Betrug! Passiert hier also wirklich ein Betrug und wie kann das sein, dass Jesus dann dieses Verhalten lobt? Oder müssen wir das irgendwie anders verstehen?

In der Auslegungsgeschichte dieses Gleichnisses sind tatsächlich immer wieder auch andere Erklärungsmöglichkeiten vorgeschlagen worden, um dem Gleichnis diese Anstößigkeit zu nehmen, dass Jesus hier ein betrügerisches Verhalten lobt. Manche haben vorgeschlagen, dass der Verwalter ursprünglich einen viel zu hohen Zinssatz genommen hat und dass er diesen nun auf ein faires Maß reduziert. Andere haben angenommen, dass der Verwalter die Schulden hier reduzieren kann, weil er auf seinen Anteil, der ihm als Provision sozusagen zustand, verzichtete. Mich überzeugt das alles nicht. Nein, dieser Verwalter tut genau das, wonach es aussieht: Er betrügt seinen Herrn, der ihn entlassen hat, indem er die Schulden der Schuldner drastisch reduziert, damit er deren Wohlwollen gewinnt! Er tut das, weil er sich für die Zukunft erhofft, dass sie ihm dankbar sind, dass sie sich bei ihm revanchieren, wenn er ohne Arbeit ist. Und Jesus lobt dieses Verhalten auch noch!

Warum? Wie kann das sein?

Wir müssen bedenken, dass Gleichnisse immer einen Vergleichspunkt haben. Nicht aus jeder Kleinigkeit so einer Beispielgeschichte darf man eine Anwendung für uns ableiten wollen. Nein, es gibt immer einen Vergleichspunkt, eine Sache also, die Jesus ganz deutlich machen will. Und das ist hier nicht der Betrug, sondern das ist die kluge Vorausschau des Verwalters. Er wusste, dass er bald seinen Job verlieren würde und dann mittellos dastehen würde. Deshalb verwendet er solange es geht die Ressourcen seines Herrn um sich Freunde zu machen, die ihn später mit Freuden in ihre Häuser „aufnehmen“ würden.

Jesus verdeutlicht das durch seine Worte in V. 8b: „Die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“ Jesus stellt die Ungläubigen (die Kinder dieser Welt) den Christen (Kinder des Lichts) gegenüber. Und er sagt quasi: „wenn’s ums liebe Geld geht, dann stellen sich die Ungläubigen, die die gar keine moralischen Maßstäbe kennen, wirklich sehr geschickt an – von denen könnt ihr euch noch eine Scheibe abschneiden und viel von ihnen lernen!“ Wohlgemerkt: natürlich nicht von ihrem Sinn für Betrügereien, wohl aber von ihren klaren Sicht auf die eigene Zukunft und ihrem großen Einsatz für ihre eigene Zukunft. Dass sie nämlich ganz entschlossen ist – koste es, was es wolle – das Beste für sich rauszuholen! Jesus meint also: Wenn’s ums Geld geht, wenn’s um den eigenen Vorteil geht, haben die Ungläubigen ihre Zukunft fest im Blick und geben alles dafür, um ihre Zukunft positiv zu gestalten. Und Jesus wählt dieses drastische Beispiel, was aufhorchen lässt, auch gerade deshalb um die Lektion für uns als Jünger Jesu umso deutlicher zu machen: Auch ihr als Christen sollt eure Zukunft im Blick haben, ihr sollt die Ewigkeit im Blick haben.

Jesus fordert also nicht dazu auf, dass sich Christen vom Geld („dem ungerechten Mammon“) fernhalten sollen (das geht auch sowieso nicht), sondern dass wir es strategisch einsetzen können. Oder anders formuliert: Geld kann für Christen ein nützliches Werkzeug sein. Und Jesus möchte, dass wir das Geld das uns anvertraut ist, als solches klug benutzen – quasi bevor unsere Dienstzeit auf Erden zu Ende ist.

Daraus ergeben sich einige persönliche Fragen:

  • Habe ich meine Zukunft – und Jesus meint damit nicht unser Rentenalter, sondern die Ewigkeit – klar im Blick?
  • Was könnte mir helfen, damit ich meinen Alltag mit einer stärker ausgeprägten Ewigkeitsperspektive lebe?
  • Machst du dir Gedanken darüber, wie du deine finanziellen Mittel nutzt – und wenn ja, kommen Gott, Glaube und Ewigkeit in deinen Überlegungen vor?
  • Wie kann ich das, was Gott mir finanziell anvertraut hat, strategisch (im Hinblick auf die Ewigkeit) nutzen?
  • „Freunde machen mit dem ungerechten Mammon“ heißt es in V. 9. Was kann das praktisch bedeuten?
  • Und zum Weiterdenken: Was bedeutet es eigentlich, dass vor dem Gleichnis vom „unehrlichen Verwalter“ das berühmte Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ steht?

Anmerkung: Dies ist der dritte Beitrag zum Thema „Geld und Glaube“. Hier findest du den einführenen Beitrag und hier den zweiten Beitrag zum Thema „Klug investieren.“

Was uns das Leben von Joasch lehrt

Wie schon in diesem Beitrag erwähnt, lese ich zur Zeit unter anderem 2Chronik. Dort begegnen einem die Lebensgeschichten vieler Könige. Es gibt gute und schlechte Könige und einige, bei denen es beides – Licht und Schatten – gibt. Über die Lebensgeschichte von König Joasch (2Chronik 24), die ich schon vor einigen Tagen las, musste ich noch länger nachdenken. Man kann eine Menge daraus lernen:

  1. Auf wen höre ich? Wer sind meine Ratgeber?

Der Einfluss anderer Menschen auf Joasch ist groß – und zwar sein ganzes Leben lang. Ich denke, dass es so im Grunde bei uns allen ist. Mancher meint zwar: ich bin ein selbstständiger Denker, ein freier Geist, aber letztendlich ist es doch eine Illusion. Jeder Mensch lässt sich massiv von anderen beeinflussen. Ob man es jetzt merkt oder nicht, aber andere Menschen prägen uns.

Die Frage ist also nicht: lass ich mich überhaupt beeinflussen, sondern von wem lasse ich mich beeinflussen?

Bei Joasch war das unterschiedlich. Jojada, der fromme Hohepriester, beeinflusste ihn gerade in seinen jungen Lebensjahren sehr positiv. Seine späteren Ratgeber schmeichelten dem König zwar , aber bringen ihn vom guten Weg ab. Wieder etwas später sendet Gott Propheten, auf die er nicht hört. Schlussendlich lässt er sogar Secharja umbringen, der ihm die unbequeme Wahrheit sagt.

Wer beeinflusst dich? Und ist der Einfluss positiv? Und hörst du auch auf Worte, die erstmal unbequem sind, die aber die Wahrheit sind?

  1. Was tue ich eigentlich, wenn mich keiner sieht?

Joasch ist ein guter König, solange Jojada lebt und er ein Auge auf ihn hat. Als er stirbt, ist von seinem frommen Wandel nicht mehr viel übrig. Das wirft die Frage auf: Wie verhältst du dich eigentlich, wenn dich keiner sieht, du keiner sozialen Kontrolle unterliegst? Wie verhältst du dich, wenn du nicht von frommen Freunden oder anständigen Kollegen umgeben bist?

Man sagt, dass unser Verhalten wenn wir alleine und unbeobachtet sind, unseren wahren Charakter offenbart! Aber bedenken wir hier auch, dass wir immer vor Gottes Angesicht leben. Das muss uns nicht erschrecken, sondern kann uns motivieren: er sieht, wenn wir im Kleinen treu sind, wenn wir auch dann auf seinen Wegen bleiben, wenn es keiner sieht, wenn wir kein Lob dafür kriegen oder wenn es uns auch nicht so wichtig erscheint.

  1. Wen kann ich positiv prägen?

Der Priester Jojada prägt Joasch sehr positiv, er hat wirklich guten Einfluss auf ihn. Das erinnert uns daran, dass auch wir Einfluss auf andere Menschen haben. Du kannst vielleicht keinen König oder anderen Mächtigen beeinflussen (obwohl wer weiß 😉 ), aber du kannst Menschen beeinflussen – und jeder einzelne zählt. Überleg doch mal, wer das sein könnte – ein Freund, ein Kollege, jemand aus deiner Verwandtschaft, jemand aus der Gemeinde – wem kannst du helfen Gott näher zu kommen oder im Glauben zu wachsen.

  1. Wie wird das Volk auf Joasch Herrschaft zurückgeblickt haben?

Joasch hatte eine außergewöhnlich lange Herrschaft: 40 Jahre! Wie werden die Bewohner des Südreichs wohl auf diese Herrschaftszeit zurückgeblickt haben? Nun, 2Chr 24 schildert uns ja eindrücklich, dass es Licht und Schatten gab. Aber wir lesen auch, dass Joasch nicht bei den Königen begraben wurde. Ein deutlicher Hinweis, dass sie seine Herrschaft ingesamt negativ beurteilt haben.

Wie gut, dass wir als Christen unter der Herrschaft eines vollkommenen Königs leben. Wie gut, dass Jesus Christus unser König ist. Er macht keine Fehler, er ist immer treu!

Klug investieren

In Zeiten von Niedrig- und Negativzinsen fragt sich so mancher, wo er überhaupt noch sein Geld investieren soll. Interessant ist, dass auch Jesus darüber spricht, was eine kluge Investition ist. So heißt es in Mt 6,19-20: 19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.  20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.

Eins vorneweg: Jesus redet hier nicht über unseren Umgang mit den lebensnotwendigen Dingen, die wir brauchen, sondern es geht eben um unseren Umgang mit den materiellen Dingen, die wir über das Lebensnotwendige hinaus haben.

Hier gibt es nach Jesus nur zwei Möglichkeiten: entweder sammelt man Schätze auf Erden oder man sammelt sie im Himmel. Entweder ich suche nach einer Investitionsmöglichkeit im irdischen oder im himmlischen Bereich. Übersehen wir folgendes nicht: Jesus fordert hier nicht dazu auf, gar keine Schätze zu sammeln. Nein, das Gegenteil ist richtig: er befiehlt es sogar! Jesus sagt bloß: Hört auf, sie am falschen Ort zu sammeln und fangt endlich an, sie an der richtigen Stelle zu sammeln.

Jesus sagt also nicht, dass das Anhäufen von Reichtum unmoralisch ist. Reichtum an sich wird überhaupt in der Bibel nicht so negativ bewertet, wie es häufig in unserer Gesellschaft üblich ist. Auch viele fromme Menschen der Bibel waren sehr reich (man denke nur an Abraham oder Hiob). Also Jesus verurteilt den Reichtum nicht als unmoralisch.

Jesus erinnert uns vielmehr daran, dass materielle Dinge auf Dauer nicht bestehen werden, weil sie vergänglich sind: Der Neuwagen, der schon in dem Moment die Hälfte seines Wertes verliert, wenn ich vom Parkplatz des Händlers fahre und spätestens 20 Jahre später nur noch Schrottwert hat oder das neue Iphone, bei dem dieser Prozess noch viel schneller geht. Und selbst die Dinge die wirklich wertbeständig sind (meinetwegen Gold) muss ich spätestens beim Tod zurücklassen. Der Herr gibt uns hier also den guten Rat, nicht falsch zu investieren, d.h. nicht in die vergänglichen Dinge zu investieren, die ihren Wert verlieren oder die wir verlieren!

Stattdessen können wir „Schätze im Himmel“ sammeln. Für den Umgang mit unserem Geld bedeutet das also, dass wir die Möglichkeit haben, dieses vergängliche Gut (was auch noch der Inflation unterliegt) in Ewiges zu investieren, man könnte auch sagen einzutauschen. Das ist Schätze-Sammeln im Himmel!

Wenn wir das wirklich glauben – und wir sollten es glauben, weil es die zuverlässigen Worte unseres Herrn Jesus Christus sind – dann ist es kein scheußlicher Zwang mehr, etwas von meinem Geld abgeben zu müssen. Ich verliere dadurch ja nichts! Vielmehr ist eine attraktive Gelegenheit, etwas Unvergängliches zu sammeln, d.h. etwas von ganz großem Wert zu gewinnen. Wir bekommen dann auch einen ganz anderen Blick auf das Geld und eine andere Perspektive dafür, was Geben bedeutet. Ich frage mich dann nicht mehr: Was muss ich abgeben, um ein gehorsamer Christ zu sein, sondern: Was kann ich investieren in meinen ewigen Schatz im Himmel?

Machen wir’s nochmal konkret. Angenommen, du erlebst morgen einen unerwarteten Geldsegen (z.B. eine Steuerrückzahlung): Eine Summe, mit der du nicht gerechnet hast und die du auch nicht benötigst, um deine laufenden Kosten zu bestreiten. Normalerweise ist unser erster Gedanke in solchen Situationen: „Was gönne ich mir jetzt davon? Soll ich mir ein neues Handy kaufen? Oder lieber diese schicke Couch, die ich neulich im Katalog gesehen habe? Oder sollten wir einfach mal einen Kurzurlaub am Wochenende machen?“

Wenn wir aber Jesu Lehre aus diesen Versen bedenken, stellen wir uns hoffentlich eine andere Frage: „Was ist jetzt eigentlich die klügste Investition für diese Summe?“

Nun, ich denke nicht, dass die Antwort hier immer sein muss, das Geld wegzugeben und in das Reich Gottes zu investieren. Es kann sein, dass es in diesem Moment tatsächlich klüger ist, das Geld in einen erholsamen Kurzurlaub zu stecken. Ich kann dann ausruhen und auftanken und in meinen alltäglichen Arbeiten und Pflichten dem Herrn wieder mehr die Ehre geben. Es wird aber auch tatsächlich oft der Fall sein, dass die klügere Investition nicht das neue Smartphone oder irgendein anderer Luxusgegenstand ist. Sondern, dass es klüger ist, beispielsweise in die theologische Ausbildung in Südamerika zu investieren, in Gemeindegründungsarbeit in Frankreich oder die eigene Ortsgemeinde. Wenn ich hier investiere, bekomm ich schließlich etwas Ewiges und Unverlierbares!

Anmerkung: Dies ist der zweite Beitrag zum Thema „Geld und Glaube“. Den ersten Beitrag findest du hier.

PREDIGTEN: Am Evangelium ausrichten…

In christlichen Gemeinden ist es manchmal gar nicht so einfach. Denn hier treffen ganz unterschiedliche Menschen aufeinander. Menschen, die sich sonst gar nicht unbedingt begegnen würden: Alte und Junge, Akademiker und Arbeiter, kreative und eher bodenständige Menschen, Verheiratete und Singles, Angehörige unterschiedlicher Nationen usw… Das ist gut und soll so sein!

Aber unterschiedliche Menschen bringen natürlich auch unterschiedliche Vorstellungen darüber mit, wie Gemeinde sein sollte. Das kann bereichernd sein, aber häufig ist es auch anstrengend und manchmal kommt es sogar zum Streit. Gal 2,11-14 berichtet uns eine ziemlich heftige Auseinandersetzung zwischen den zwei Aposteln Paulus und Petrus. Paulus ist über das Verhalten des Petrus so erbost, dass er ihn in aller Öffentlichkeit zur Rede stellt (übrigens zu Recht). Nichts wird hier unter den Tisch gekehrt, nein, es gibt einen großen Knall. Streit in Gemeinden und unter Christen ist also nichts Neues…

Wie geht man nun aber um mit solchen Unterschieden oder gar mit zerstörerischen Uneinigkeiten? Wie kann man in einer Gemeinde echte Einheit leben?

Als Menschen versuchen wir das meistens durch Kompromisse, ein aufeinander-zugehen, vermitteln, wir schauen, dass möglichst alle zu ihrem Recht kommen (und das ist sicherlich auch richtig).

Im ganzen zweiten Kapitel des Galaterbriefs macht Paulus nun aber deutlich, dass die tiefste Ursache für Uneinigkeiten, die zu Spaltungen führen, ein mangelndes Verständnis des Evangeliums ist. Wir werden solche zerstörerischen Uneinigkeiten nicht überwinden können, wenn wir uns als Gemeinden und Einzelne nicht konsequent am Evangelium ausrichten. Wir brauchen also nicht zuallererst mehr Arbeitskreise, in denen wir uns darüber austauschen, wie der eine oder andere dies oder jenes sieht (obwohl es gut ist, miteinander zu reden). Wir brauchen auch nicht in erster Linie mehr Menschen, die in Gemeinden geschickt zwischen den verschiedenen Interessen vermitteln können (obwohl auch das positiv sein kann). Nein, in erster Linie müssen wir das Evangelium besser verstehen und auf unser persönliches Leben anwenden.

Man könnte noch viel mehr dazu schreiben…, aber ich verweise einfach mal auf die letzten beiden Predigten, die ich über Galater 2 gehalten habe:

Nur das Evangelium stiftet echte Einheit (Galater 2,1-10)

Nur das Evangelium soll unser ganzes Leben prägen (Galater 2,11-21)

Geld und Glaube

Das Thema „Geld und Glaube“ hat mich schon immer interessiert. Mein Vater war viele Jahre Kassenverwalter in meiner Heimatgemeinde, so dass ich da schon einiges zu diesem schwierigen Thema mitbekommen konnte. Auch meinen ersten größeren Dienst hab ich in diesem Bereich getan. „Wie der Vater so der Sohn“, dachte sich mein damaliger Jugendleiter, und machte mich zum Verwalter unserer Jugendkasse. Eine verantwortungsvolle Aufgabe – immerhin hatten wir schon damals jedes Jahr deutlich vierstellige Umsätze.

„Geld und Glaube“ ist also ein Thema zu dem ich schon lange persönlichen Bezug habe. Aber es ist auch ein Thema, das Vielen sehr unangenehm ist und über das große Unkenntnis und Verwirrung herrscht. Und – auch das habe ich über die Jahre festgestellt und es schockiert mich immer wieder – es ist tatsächlich ein Punkt, an dem bei manchem Schluss ist mit dem Frommsein. „Bei Geld hört die Freundschaft auf“, sagt der Volksmund und ich muss hinzufügen: Bei manchem hört beim Geld leider auch der Glaube auf.

All das ist Grund genug, dass ich in den nächsten Wochen an dieser Stelle immer mal wieder den einen oder anderen biblischen Aspekt zu diesem Thema darlegen möchte. Ich werde das in lockerer Reihenfolge und auch nicht streng systematisch tun. Aber ich hoffe, dass es dem einen oder anderen eine Hilfe ist… Gespannt bin ich auch – gerade bei diesem Thema – auf Fragen und Meinungen meiner Leser… also nur Mut, die Kommentarfunktion zu nutzen!

Ziel erreicht und Gott vergessen

In meiner persönlichen Bibellese bin ich vor einigen Tagen auf einen Vers gestoßen, der mir hängengeblieben und noch länger durch den Kopf gegangen ist: Als aber das Königtum Rehabeams sich gefestigt hatte und er mächtig war, verließ er das Gesetz des HERRN und ganz Israel mit ihm.” (2Chronik 12,1)

Hier hat jemand sein Ziel erreicht. Rehabeam, König von Juda und Nachfolger Salomos, hat sein Königtum gefestigt und seine Macht ist gesichert. Er hat das erreicht, wonach alle Könige streben und das in der schwierigen Zeit nach der Teilung von Israel in Nord- und Südreich für ihn sicherlich ganz besonders wichtig war. Ziel erreicht, wunderbar, ein Grund zum Danken, könnte man meinen. Und doch ist es bei Rehabeam mit der endgültigen Abwendung vom Herrn und seinem Wort verbunden. Zugegeben, Rehabeam ist ein König, der auch vorher in der Bibel nicht besonders gut wegkommt. Anders als sein Vater Salomo trifft er eben keine weisen Entscheidungen, sondern sorgt durch seine Politik mit dafür, dass Israel in Nord- und Südreich zerfällt (1Könige 12-14 berichten über Rehabeams Leben). Trotzdem bedenkenswert: ein Mensch erreicht ein großes Ziel und vergisst Gott darüber. Gibt es das auch noch heute?

Ich denke ja! Da hat vielleicht jemand das große Ziel, das Studium erfolgreich abzuschließen, eine Familie zu gründen oder sich beruflich zu etablieren. Gute Ziele und Dinge, die uns nicht in den Schoß fallen. Und dann ist es endlich geglückt – wie wunderbar! Aber mit der Erleichterung, die sich verständlicherweise breit macht, geht dann auf einmal ein Gefühl der Selbstsicherheit einher: „Ich hab es geschafft!“ Man fühlt sich jetzt unabhängig, man hat ja alles im Griff, man hat das Leben gemeistert…

Das Schlimme bei Rehabeam ist, dass nicht nur er selbst von Gott abkommt, sondern dass er sein ganzes Volk mitreißt.

Ich will nicht so sein wie Rehabeam. Nein, auch im Erfolg, wenn Ziele erreicht sind, wenn ich froh und erleichtert bin, wenn alles gesichert erscheint, will ich Gott nicht vergessen. Denn er ist es, der jeden Erfolg geschenkt hat. Er ist es auch, der diese ganze Welt – also auch dich und mich – erhält. Ohne ihn geht gar nichts. Wie dumm, so zu tun, als bräuchte man ihn nicht. Möge Gott uns in seiner Gnade vor diesem törichten Irrtum bewahren!