Das Evangelium – nicht von Menschen

„Alle Worte sind so gesetzt, daß Paulus klar macht, sein Evangelium sei nicht von einem Menschen. (…)

Aber warum behandelt Paulus diese Sache mit soviel Worten? Denn fast bis zum Überdruß prägt er ein, er habe das Evangelium nicht von einem Menschen, noch von den Aposteln selbst gelernt. Er will die Gemeinden Galatiens, die durch die Lügenapostel schon umgeworfen waren, wieder darin festmachen, daß sein Evangelium göttliches Wort sei. Darum besteht er mit solcher Heftigkeit auf der Sache. (…)

Das Amt des Apostels und der Bestand aller Gemeinden erforderte es also, daß er in erzwungenem und heiligem Stolz seine Berufung und die ihm von Christus geschenkte Offenbarung des Evangeliums heraushob, damit die Gewissen dessen versichert würden, daß Pauli Lehre Gottes Wort sei. Hier ging es um eine große und ernste Sache, nämlich, daß alle Gemeinden in der gesunden Lehre bewahrt blieben. Im Grunde ging es um ewiges Leben und ewigen Tod. Denn wenn das reine und gewisse Wort weg ist, dann gibt es auch nicht weiter Trost, Heil, Leben etc.“

Martin Luther zu Galater 1,18-19: „Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder.“

 

Warum Galater?

In diesem Jahr wird es 500 Jahre her sein, dass ein junger Mönch – Martin Luther – 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Luther protestierte damit gegen den Ablasshandel, gegen ein falsches Heilsverständnis, gegen das Papsttum und viele andere unbiblische Entwicklungen. Mit diesem 31. Oktober 1517 nahm die Reformation ihren Anfang. Wichtige biblische Glaubenswahrheiten wurden neu entdeckt und proklamiert: Dass Gott uns allein aus Gnade rettet. Dass Gott allein der Glaube an Christus rettet und nicht die guten Werken. Dass allein Jesus Christus der Mittler ist, der uns mit Gott versöhnt. Und dass allein die Hl. Schrift, Gottes Wort, der Maßstab ist, an dem jede Glaubensaussage geprüft werden muss. Alles entscheidende Grundsätze auf denen wir auch heute noch als Freikirchen stehen.

500 Jahre Luthers Thesenanschlag, 500 Jahre Reformation – Grund genug diesen zentralen Glaubenswahrheiten, die das eine Evangelium ausmachen, nachzuspüren. Und darum habe ich in unserer Gemeinde am 8. Januar eine Predigtreihe durch den Galaterbrief begonnen.

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Aber warum gerade Galater? – Man hätte doch auch den Römerbrief nehmen können oder verschiedene Schlüsseltexte aus unterschiedlichen Bibelbüchern.

Warum also Galater?

Weil wohl kein Buch der Bibel besser passen würde, als dieser Brief von dem Martin Luther so liebevoll sagte „Der Brief an die Galater ist mein Epistelchen (d.h. Brief), dem ich mich anvertraut habe; er ist meine Käthe von Bora.“

Dieser Brief war ihm so lieb, so ans Herz gewachsen wie seine Frau Käthe von Bora. Weil in diesem Brief der Apostel Paulus voller Leidenschaft davon schreibt und dafür kämpft, was Luther wichtig war, was in der Reformation im Mittelpunkt stand und was bis heute das Wichtigste ist: das eine Evangelium von Jesus Christus.

Darum ist der Galaterbrief eine gute Wahl, um sich mit den zentralen Wahrheiten des Evangeliums auseinanderzusetzen. Und darum wird der Galaterbrief in den kommenden Wochen in unserer Gemeinde im Mittelpunkt stehen.

Hier kannst du die erste Predigt nachhören oder runterladen: „Nur das Evangelium ist Gottes einzigartige Offenbarung“ (Galater 1,1-10)