„Lauf zu Christus!“

„Es ist unmöglich, Bruder, daß du in diesem Leben so vollkommen wirst, daß dein Leib hell leuchte ohne Makel wie die Sonne, nein, du behältst Runzeln und Fehler und bist dennoch ein Heiliger. Aber du sagst: Wie kann ich da ein Heiliger sein, wenn ich Sünde habe und fühle? Daß du deine Sünde fühlst und erkennst, ist gut, sage Gott Dank und verzweifle nicht. Es ist der eine Schritt zur Gesundheit, wenn der Kranke seine Krankheit erkennt und bekennt. Aber wie werde ich befreit werden von der Sünde? Lauf zu Christus, glaube; wenn du glaubst, bist du gerecht, weil du Gott die Ehre gibst, daß er sei allmächtig, barmherzig, wahrhaftig etc. Du rechtfertigst und lobst Gott, Summa: du gibst ihm die Gottheit und alles. Was in dir an Sünde übrig ist, wird nicht zugerechnet, sondern dir wegen Christus geschenkt, an den du glaubst, der völlig und vollkommen gerecht ist: seine Gerechtigkeit ist dann deine und deine Sünde ist seine.“

Martin Luther zu Galater 3,6: „So hat doch »Abraham Gott geglaubt, und es wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit« (1. Mose 15,6).

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„Weil der Mittler Jesus für uns eintritt, müssen alle Sünden keine Sünde sein.“

„Die Sünde ist wirklich da und die Frommen fühlen sie, aber sie wird von Gott übersehen und ist bei Gott verdeckt, weil der Mittler Jesus Christus für uns eintritt; weil wir ihn im Glauben ergreifen, müssen alle Sünden keine Sünde sein. Wo aber Christus und der Glaube nicht ist, da ist keine Vergebung der Sünden, keine Erbarmung, da ist lauter Zurechnung der Sünde und Verwerfung. So will Gott seinen Sohn verherrlichen und will selbst verherrlicht werden an uns durch den Sohn.

Nachdem wir den Glauben an Christus gelehrt haben, lehren wir auch von den guten Werken. Weil du im Glauben Jesus Christus angenommen hast, durch den du gerecht wirst, so gehe hin und liebe Gott und den Nächsten, rufe ihn an, sage Dank, predige, lobe, bekenne Gott, tue wohl und diene dem Nächsten, tue deine Pflicht. Das sind wahrhaft gute Werke, die aus diesem Glauben und aus der empfangenen Heiterkeit des Herzens fließen, da wir umsonst die Vergebung der Sünden durch Christus haben.“

Martin Luther zu Galater 2,16: „Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.“

Der Glaube achtet allein auf Jesus Christus

„Die menschliche Vernunft hat als Gegenstand das Gesetz: Das habe ich getan, das habe ich nicht getan. Der Glaube aber, wenn er in seinem eigentlichen Werk ist, hat keinen anderen Gegenstand als Jesus Christus, den Sohn Gottes, hingegeben für die Sünde der Welt. Der Glaube achtet nicht auf die Liebe, sagt nicht: was habe ich getan, was habe ich gesündigt, was habe ich verdient?, sondern was hat Christus getan, was hat er verdient? Da sagt die Wahrheit des Evangeliums: Er hat dich von der Sünde erkauft, vom Teufel, von dem ewigen Tod. Der Glaube erkennt an, daß er an der Person Jesu Christi Vergebung der Sünden und ewiges Leben habe. Wer diesem Gegenstand ausweicht, hat nicht den wahren Glauben, sondern den geschminkten Glauben und eigene Meinung und wendet die Augen von der Verheißung zum Gesetz, das ihn erschreckt und in die Verzweiflung bringt.“

Martin Luther zu Galater 2,4f:Es hatten sich aber einige falsche Brüder eingedrängt und eingeschlichen, um auszukundschaften unsere Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, und uns so zu knechten. Denen wichen wir auch nicht eine Stunde und unterwarfen uns ihnen nicht, auf dass die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe.“

 

Das Evangelium – nicht von Menschen

„Alle Worte sind so gesetzt, daß Paulus klar macht, sein Evangelium sei nicht von einem Menschen. (…)

Aber warum behandelt Paulus diese Sache mit soviel Worten? Denn fast bis zum Überdruß prägt er ein, er habe das Evangelium nicht von einem Menschen, noch von den Aposteln selbst gelernt. Er will die Gemeinden Galatiens, die durch die Lügenapostel schon umgeworfen waren, wieder darin festmachen, daß sein Evangelium göttliches Wort sei. Darum besteht er mit solcher Heftigkeit auf der Sache. (…)

Das Amt des Apostels und der Bestand aller Gemeinden erforderte es also, daß er in erzwungenem und heiligem Stolz seine Berufung und die ihm von Christus geschenkte Offenbarung des Evangeliums heraushob, damit die Gewissen dessen versichert würden, daß Pauli Lehre Gottes Wort sei. Hier ging es um eine große und ernste Sache, nämlich, daß alle Gemeinden in der gesunden Lehre bewahrt blieben. Im Grunde ging es um ewiges Leben und ewigen Tod. Denn wenn das reine und gewisse Wort weg ist, dann gibt es auch nicht weiter Trost, Heil, Leben etc.“

Martin Luther zu Galater 1,18-19: „Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder.“

 

Warum Galater?

In diesem Jahr wird es 500 Jahre her sein, dass ein junger Mönch – Martin Luther – 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Luther protestierte damit gegen den Ablasshandel, gegen ein falsches Heilsverständnis, gegen das Papsttum und viele andere unbiblische Entwicklungen. Mit diesem 31. Oktober 1517 nahm die Reformation ihren Anfang. Wichtige biblische Glaubenswahrheiten wurden neu entdeckt und proklamiert: Dass Gott uns allein aus Gnade rettet. Dass Gott allein der Glaube an Christus rettet und nicht die guten Werken. Dass allein Jesus Christus der Mittler ist, der uns mit Gott versöhnt. Und dass allein die Hl. Schrift, Gottes Wort, der Maßstab ist, an dem jede Glaubensaussage geprüft werden muss. Alles entscheidende Grundsätze auf denen wir auch heute noch als Freikirchen stehen.

500 Jahre Luthers Thesenanschlag, 500 Jahre Reformation – Grund genug diesen zentralen Glaubenswahrheiten, die das eine Evangelium ausmachen, nachzuspüren. Und darum habe ich in unserer Gemeinde am 8. Januar eine Predigtreihe durch den Galaterbrief begonnen.

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Aber warum gerade Galater? – Man hätte doch auch den Römerbrief nehmen können oder verschiedene Schlüsseltexte aus unterschiedlichen Bibelbüchern.

Warum also Galater?

Weil wohl kein Buch der Bibel besser passen würde, als dieser Brief von dem Martin Luther so liebevoll sagte „Der Brief an die Galater ist mein Epistelchen (d.h. Brief), dem ich mich anvertraut habe; er ist meine Käthe von Bora.“

Dieser Brief war ihm so lieb, so ans Herz gewachsen wie seine Frau Käthe von Bora. Weil in diesem Brief der Apostel Paulus voller Leidenschaft davon schreibt und dafür kämpft, was Luther wichtig war, was in der Reformation im Mittelpunkt stand und was bis heute das Wichtigste ist: das eine Evangelium von Jesus Christus.

Darum ist der Galaterbrief eine gute Wahl, um sich mit den zentralen Wahrheiten des Evangeliums auseinanderzusetzen. Und darum wird der Galaterbrief in den kommenden Wochen in unserer Gemeinde im Mittelpunkt stehen.

Hier kannst du die erste Predigt nachhören oder runterladen: „Nur das Evangelium ist Gottes einzigartige Offenbarung“ (Galater 1,1-10)