PREDIGT: „Was ist Freiheit?“

Was ist eigentlich Freiheit?

Viele von uns denken, Freiheit ist dann, wenn wir machen können, was wir wollen. Freiheit empfindet z.B. der Abiturient, der zwischen Schulabschluss und Studium 4-5 Monate frei hat, keine Verpflichtungen hat, den ganzen Tag das tun kann, was ihm gerade in den Sinn kommt.Wir denken, Freiheit hat der Millionär, der keinen Gedanken daran verschwenden muss, ob er sich dies oder jenes noch leisten kann oder nicht.Wir denken, Freiheit hat derjenige der so voller Selbstbewusstsein ist, dass ihm egal ist, was seine Mitmenschen über ihn denken und er darum frei heraus sagen kann und tun kann, was er will. Wir verstehen unter Freiheit immer eine Freiheit von gewissen Dingen: Die Freiheit von der Arbeit, die Freiheit von finanziellen Zwängen, die Freiheit von anderen Menschen. Aber diese Freiheit von gewissen Dingen ist gar keine Freiheit. Sie ist keine Freiheit, weil es soetwas wie einen vollständig freien und autonomen menschlichen Willen gar nicht gibt.Wir meinen das, aber das gibt’s gar nicht. Und weil es diesen vollkommen freien und autonomen menschlichen Willen gar nicht gibt, führt diese „Freiheit von gewissen Dingen“, schneller als man glaubt in eine neue Form der Unfreiheit: Derjenige der es genießt, seine Zeit komplett für sich selbst zur Verfügung zu haben, wird vielleicht schon bald von seiner Lieblingsbeschäftigung geknechtet sein.Er kann dann gar nicht mehr anders, als sich jeden Tag mehrere Stunden dieser einen Sache zu widmen. Wer seine finanzielle „Freiheit“ genießt, wird schnell abhängig von seinen Finanzen – ohne oder mit weniger ist er nicht mehr glücklich usw. Diese „Freiheit von etwas“ ist keine Freiheit. Sie ist eine Illusion von Freiheit und führt uns nur in eine neue Knechtschaft.

Christliche Freiheit ist darum nicht einfach Autonomie, nicht einfach machen was man will. Nein, wenn man das so versteht missbraucht man die Freiheit und verliert letztendlich auch die Freiheit. Denn Christus befreit uns nicht nur „von etwas“, sondern immer auch „zu etwas“. Und was das ist lesen wir in Gal 5,13: „Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; – und jetzt kommts – sondern durch die Liebe diene einer dem anderen.“ Dazu hat Christus uns also befreit: dass wir einander durch die Liebe dienen können. Freiheit als vollkommene Autonomie gibt es nicht – das ist eine Illusion. Die Freiheit zu der Christus uns befreit, ist die Freiheit das zu sein, das zu werden, wozu Gott uns ursprünglich geschaffen hat. Nämlich in selbstaufopfernder Liebe einander und ihm zu dienen.

Mehr dazu in meiner Predigt vom Sonntag „Nur das Evangelium macht uns wirklich frei“ zu Galater 5,1-15

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