Das Beste für das Wichtigste

Manchmal sind es die kleinen Randbemerkungen, die einen aufhorchen lassen. So schreibt Ulrich Parzany folgendes über eine Gewohnheit im Essener Weigle-Haus während seiner Jugendzeit:

„Zwischen Weihnachten und Silvester fand im Weigle-Haus in jedem Jahr ein Bibelkurs für Mitarbeiter statt. Ein Referent wurde eingeladen und legte an fünf Abenden den gut zweihundert ehrenamtlichen Mitarbeitern Bibeltexte aus.“

Ulrich Parzany, Dazu stehe ich: Mein Leben, Holzgerlingen: SCM Hänssler, 2014, 25.

Zweierlei finde ich bemerkenswert:

  1. Es wurden Bibeltexte ausgelegt! Nicht die Schulung in Pädagogik, Jugendpsychologie und anderen vermeintlich besonders relevanten Dingen stand hier im Mittelpunkt (wobei Parzany an anderer Stelle davon berichtet, das es auch das gab), sondern die Auslegung der Hl. Schrift. Bis heute ist es so: Wer ein guter, fruchtbringender Mitarbeiter im Reich Gottes sein will, muss in Gottes Wort zu Hause sein. Die tiefgehende Beschäftigung mit Gottes Wort ist durch nichts zu ersetzen. Egal, ob ich Jugendmitarbeiter, Musiker, Gemeindebriefredakteuer oder irgendetwas anderes bin, ich brauche die nahrhafte Speise des Wortes Gottes.
  2. Es wurden die besten Tage des Jahres geopfert! Zwischen Weihnachten und Neujahr haben Schüler Ferien und auch viele andere haben frei. Eine tolle Gelegenheit zu verreisen, sich den Hobbys zu widmen, es einmal so richtig entspannt angehen zu lassen … oder eben auch diese geschenkte Zeit zu nutzen, um sich mit Gottes Wort eingehend zu befassen! Viel zu oft bin ich mit der Erwartung konfrontiert, dass lange Wochenenden, Brückentage und Schulferien auch gemeindefreie Tage sein sollen. Wie schade! Toll und vorbildlich finde ich hingegen, quasi diese „besten Tage des Jahres“ für diesen wertvollen Zweck zu investieren. Eine wirklich segenbringende Gewohnheit!
Advertisements