Jona: wie Gott mit seiner Widerspenstigkeit umgeht

Die Geschichte des Propheten Jona dürfte den meisten in den groben Zügen bekannt sein. Nachdem Gott ihm den Auftrag gab nach Ninive zum Predigen zugehen – ein Auftrag, der ihm ganz und gar nicht gefiel – versuchte Jona vor Gott zu fliehen. Wie geht Gott nun mit seinem widerspenstigen Propheten um?

Jona 1 schildert uns, wie das Schiff, das Jona zur Fahrt nach Tarsis bestiegen hatte, in einen sehr schweren Sturm gerät (Jona 1,4). Das Unwetter war so schlimm, dass die Schiffsbesatzung um ihr Leben fürchtete. In ihrer Not beteten sie alle – es war eine heidnische Besatzung – zu ihren unterschiedlichen Göttern (Jona 1,5) und forderten schließlich auch Jona auf, dies zu tun (Jona 1,6).  In diesem Zusammenhang gibt nun Jona – mehr gezwungen als freiwillig – Zeugnis für seinen Glauben an den Gott, der Himmel und Erde gemacht hat (Jona 1,9) und am Ende der Ereignisse kommen die Schiffsleute tatsächlich zum Glauben an den lebendigen Gott und bringen ihm Opfer dar (Jona 1,16).

Es ist schon sehr ironisch, wie Gott hier in seiner Souveränität die Geschicke lenkt. Da ist dieser widerspenstige Prophet, der die Heiden wohl verachtete und ihnen deshhlab nicht Gottes Botschaft bringen, sondern sie stattdessen dem Gericht Gottes überlassen wollte. Gerade er findet sich auf seiner Flucht unter Heiden wider. Und die Ereignisse entwickeln sich so, dass plötzlich sie ihn nach seinem Glauben fragen, den lebendigen Gott erleben und zum Glauben an ihn finden. Jona, der sich ja weigerte ein Prophet für die Heiden zu werden, wird hier unfreiwillig zum Werkzeug Gottes, um die Heiden zu erreichen. Er tut hier unfreiwillig genau das, was er bezüglich der Einwohner von Ninive um jeden Preis der Welt vermeiden wollte.

Was lernen wir hieraus? Einerseits, dass Gott in seiner Souveränität und Allmacht seine Ziele stets erreicht. Er lässt sich durch nichts und niemanden hindern. Es ist ein großer Trost zu wissen, dass wir es mit einem allmächtigen und souveränen Gott zu tun haben. Andererseits, dass wir klug beraten sind Gottes Wege bereitwillig und mit Freude mitzugehen. Das erspart uns Erziehungsmaßnahmen Gottes und mehrt unseren Lohn.

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