Das Markusevangelium: Jesus, der treue Diener Gottes

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Das Markusevangelium ist das kürzeste – und wie viele meinen älteste – der vier Evangelien. Es ist nach seinem Autor, Markus, benannt. Markus – eigentlich Johannes Markus – war zwar kein Apostel, aber er wohnte in Jerusalem und war den Aposteln bekannt (Apg 12,12). Auf der ersten Missionsreise begleitete er als Mitarbeiter Paulus und Barnabas zunächst, verließ sie dann aber wieder (Apg 13,13). Als sich Barnabas und Paulus über die weitere Mitarbeit des Markus stritten und sich wegen dieser Meinungsverschiedenheit trennten, ging Markus mit Barnabas nach Zypern (Apg 15,39). Später arbeitete Markus wieder mit Paulus zusammen und lernte Lukas kennen, der auch ein Mitarbeiter des Paulus war (Kol 4,10.14). Die altkirchliche Überlieferung berichtet uns außerdem davon, dass Markus auch eng mit Petrus (und zwar als dessen Dolmetscher) zusammenarbeitete. Viele Forscher nehmen darum an, dass das Markusevangelium zu großen Teilen auf Petrus Berichte und Erzählungen über das Leben Jesu zurückgeht. Wenn man um die enge Zusammenarbeit von Petrus und Markus weiß, verwundert es auch nicht, dass Petrus Markus „meinen Sohn“ (1Petr 5,13) nennt.

Das Markusevangelium lässt sich in zwei Hauptteile gliedern: Der erste Hauptteil 1,16-8,26 stellt die einzigartige Vollmacht Jesu durch seine Wunder und Lehre heraus. Dieser Hauptteil berichtet hauptsächlich von Jesu Dienst in Galiläa. Der zweite Hauptteil 8,27-16,20 beginnt bemerkenswerter Weise mit dem Bekenntnis des Petrus („Du bist der Christus“, vgl. 8,29). In diesem Hauptteil werden Zweifel an der Vollmacht Jesu thematisiert. Aber schließlich wird deutlich, dass Jesus gerade durch sein Leiden und Auferstehen seine Vollmacht eindrücklich bestätigt. Geographisch finden die meisten Ereignisse dieses Hauptteils auf dem Weg nach Jerusalem bzw. in Jerusalem selbst statt.

Insgesamt ist Markusevangelium ausdrücklich an eine heidnische – im speziellen römische – Leserschaft gerichtet, denn der Evangelist erklärt und übersetzt viele jüdische Gewohnheiten bzw. Begriffe. Markus‘ Ziel ist es, seiner Leserschaft Jesus Christus als den treuen und vollkommenen Knecht Gottes darzustellen, der bedingungslos tut, wozu Gott ihn berufen hat. Dementsprechend betont Markus in seinem Evangelium die Taten Jesu und überliefert deutlich weniger Reden Jesu, als die anderen Evangelien. Durch das Markusevangelium sollten besonders römisch-geprägte Menschen zum Glauben an Jesus kommen (wie der Hauptmann in Mk 15,39), aber auch römisch-geprägte Christen im Glauben erbaut werden und lernen, wie sie Jesus im Vertrauen dienen können. Daraus ergeben sich auch zwei Leitfragen für uns, wenn wir dieses Evangelium lesen:

  1. Wie zeigt sich Jesus hier als der treue Diener Gottes?
  2. Wie kann ich im Vertrauen auf Jesus Gott treu dienen?

Schlüsselvers: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“  (Mk 10,45)


Dieser Text wurde anlässlich der 5x5x5-Bibelleseaktion meiner Gemeinde, der EFG Borken, verfasst. Er soll den Lesern eine kurze Einführung in das Markusevangelium geben. Mehr zur Aktion 5x5x5 und wie auch du mit dabei sein kannst, findest du hier.

Beten heißt, aktiv zu werden

„Es war ein Mann von Ramatajim-Zofim, vom Gebirge Ephraim, der hieß Elkana, ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Ephraimiter. 2 Und er hatte zwei Frauen; die eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna aber hatte Kinder, und Hanna hatte keine Kinder. 3 Dieser Mann ging jährlich hinauf von seiner Stadt, um anzubeten und dem HERRN Zebaoth zu opfern in Silo. Dort aber waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des HERRN. 4 Wenn nun der Tag kam, daß Elkana opferte, gab er seiner Frau Peninna und allen ihren Söhnen und Töchtern Stücke vom Opferfleisch. 5 Aber Hanna gab er ein Stück traurig; denn er hatte Hanna lieb, obgleich der HERR ihren Leib verschlossen hatte. 6 Und ihre Widersacherin kränkte und reizte sie sehr, weil der HERR ihren Leib verschlossen hatte. 7 So ging es alle Jahre; wenn sie hinaufzog zum Haus des HERRN, kränkte jene sie. Dann weinte Hanna und aß nichts. 8 Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du, und warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne? 9 Da stand Hanna auf, nachdem sie in Silo gegessen und getrunken hatten. Eli aber, der Priester, saß auf einem Stuhl am Türpfosten des Tempels des HERRN. 10 Und sie war von Herzen betrübt und betete zum HERRN und weinte sehr 11 und gelobte ein Gelübde und sprach: HERR Zebaoth, wirst du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deiner Magd nicht vergessen und wirst du deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem HERRN geben sein Leben lang, und es soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen. 12 Und als sie lange betete vor dem HERRN, achtete Eli auf ihren Mund; 13 denn Hanna redete in ihrem Herzen, nur ihre Lippen bewegten sich, ihre Stimme aber hörte man nicht. Da meinte Eli, sie wäre betrunken, 14 und sprach zu ihr: Wie lange willst du betrunken sein? Gib den Wein von dir, den du getrunken hast! 15 Hanna aber antwortete und sprach: Nein, mein Herr! Ich bin ein betrübtes Weib; Wein und starkes Getränk hab ich nicht getrunken, sondern mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet. 16 Du wollest deine Magd nicht für ein zuchtloses Weib halten, denn ich hab aus meinem großen Kummer und Herzeleid so lange geredet. 17 Eli antwortete und sprach: Geh hin mit Frieden; der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast. 18 Sie sprach: Laß deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Da ging die Frau ihres Weges und aß und sah nicht mehr so traurig drein. 19 Und am andern Morgen machten sie sich früh auf. Und als sie angebetet hatten vor dem HERRN, kehrten sie wieder um und kamen heim nach Rama. Und Elkana erkannte Hanna, seine Frau, und der HERR gedachte an sie. 20 Und Hanna ward schwanger; und als die Tage um waren, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel; denn, so sprach sie, ich hab ihn von dem HERRN erbeten.“ (1Sam 1,1-20)

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Immer wenn Hanna mit ihrer Familie nach Silo hinaufzog, um zu opfern, wurde ihr die Not ihrer Kinderlosigkeit besonders bewusst (V. 4-5). Eine Not, an der sie nichts zu ändern im Stande war. Nicht leichter wurde ihre Lage durch Pennina, die sie kränkte und reizte (V. 6-7). Ihr Mann Elkana, war zwar ebenso traurig über ihre Kinderlosigkeit (V. 5) und versuchte sie zu trösten (V. 8), doch änderte das auch nichts an ihrem Leid.

Doch eines Tages entschloss sich Hanna, selbst aktiv zu werden: „Da stand Hanna auf“, heißt es in V. 9. Bisher hatte sie alles passiv ertragen müssen: Die Schmach ihrer Kinderlosigkeit, die triezenden Worte von Pennina, die unglücklichen Trostversuche ihres Mannes. Nun wird sie durch ihr Gebet zu Gott aktiv. Hanna ist nicht länger passiv, ihr „passiert“ nicht länger alles, sie ist nicht einfach ein tatenloses Opfer gewisser Umstände. Nein, durch das Gebet wird sie selbst zur Handelnden!

Wir sehen an diesen Versen also, die Bedeutung und Wirksamkeit von Gebet. Gebet befreit dich aus der Passivität. Gebet sollte unser Handeln nicht nur begleiten oder vorbereiten, nein Gebet ist bereits Aktion. Denn wie könnte man wirksamer aktiv sein, als im Zwiegespräch mit dem zu treten, der die ganze Welt erschaffen hat und jede Situation auf diesem Planeten, jeden chemischen Prozess und überhaupt alles kontrolliert? Wir denken manchmal, wir könnten nichts tun. Wir meinen, dass wir gewissen Umständen oder Nöten hilflos ausgeliefert sind: „Keine Chance, etwas zu ändern, never!“ Doch das stimmt nicht: Wir können beten! Und durch das Gebet zu Gott – dem Allerhöchsten – treten wir bereits raus aus der Passivität! Was für ein Vorrecht, beten zu dürfen!

In einem Jahr durch das Neue Testament

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Dass es wichtig ist, die Bibel zu lesen würden wohl die allermeisten Christen unterstreichen. Und in der Tat: Für Jesus ist die Versorgung mit dem Wort Gottes sogar so wichtig, dass er es auf eine Stufe mit der Nahrungsaufnahme stellt (vgl. Mt 4,4). Das Problem ist also meistens nicht, dass wir nicht wüssten, wie wichtig die Beschäftigung mit Gottes Wort ist. Sondern das Problem liegt eher darin, das auch umzusetzen und kontinuierlich in der Bibel zu lesen.

Da ich als Pastor weiß, dass sich viele Christen damit schwer tun, haben wir uns in unserer Gemeinde eine Aktion überlegt, die uns helfen soll, neu oder erstmals die gute Gewohnheit des Bibellesens einzuüben. Angelehnt an einen Bibelleseplan vom Discipleship Journal (hier zu finden) nennen wir das die Aktion 5x5x5Wir als EFG Borken wollen in einem Jahr gemeinsam das ganze Neue Testament lesen! Dazu nehmen wir uns vom 1. September 2019 bis zum 31. August 2020 an 5 Tagen der Woche jeweils 5 Minuten Zeit für ein Kapitel. Zur Vertiefung gibt es 5 Wege, sich mit dem gelesenen Text auseinanderzusetzen. 

Wir wollen diese Aktion nicht auf unsere Ortsgemeinde begrenzen. Insofern lade ich alle Leser dieses Beitrags herzlich ein, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Den Bibelleseplan, der uns vom 1. September 2019 bis zum 31. August 2020 auf abwechslungsreiche Weise durch das gesamte Neue Testament führt, findest du hier auf der Homepage unserer Gemeinde. Mit einem solchen Plan, deiner Bibel und einen Stift bist du schon vorbereitet. Reserviere fortan 5 Minuten in deinem Alltag für die Bibellese und – am wichtigsten – leg einfach los! Wenn du möchtest und es dir hilft dranzubleiben, kannst du dich auch für unseren WhatsApp-Newsletter anmelden. Schicke dazu einfach eine kurze Textnachricht (z.B. „Hallo“) an die 01522 – 67 04 727 und speichere diese Nummer unter deinen Kontakten ab. In Zukunft erhältst du dann die Bibeltexte täglich zugeschickt (und wirst so an das Lesen erinnert) und hin und wieder die oder andere hilfreiche Information. Auch auf unserer Gemeindehomepage und diesem Blog werde ich hin und wieder Infos zur Aktion hineinstellen.

Ein Gedanke zum Schluss. Kritiker könnten fragen: „Ist das wirklich soo wichtig, die Bibel zu lesen? Sollten Christen nicht eher ihre Kraft und Zeit investieren, um Gutes zu tun und gegen die Ungerechtigkeiten dieser Welt vorzugehen?“ Dazu könnte man natürlich viel sagen. Aber eins ist klar: Für Jesus hatte das Hören des Wortes Gottes Priorität. Hier erfährst du dazu mehr!