Über das Gottesdienstverbot in NRW

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens wird nicht müde zu betonen, dass sie zu keinem Zeitpunkt Gottesdienste verboten habe (z.B. hier). Das stimmt so leider nicht! Wahr ist, dass man sich zwar mit Vertretern der großen Kirchen und einiger anderer Religionsgemeinschaften beraten hat und diese sich zur vorübergehenden Aussetzung ihrer Veranstaltungen selbstverpflichtet haben. Tatsache ist allerdings auch, dass z.B. die Freikirchen in diese Beratungen nicht einbezogen wurden und keine entsprechenden Selbstverpflichtungen abgegeben haben. Freikirchliche Veranstaltungen wurden dann allerdings durch das allgemeine Veranstaltungsverbot mit untersagt. Fazit: Wer sich nicht zur Aussetzung selbstverpflichtet hat, dem wurden seine Veranstaltungen verboten. Insgesamt nicht mehr als eine durchsichtige PR-Nummer Laschets.

Ich möchte allerdings auch erwähnen, dass Nordrhein-Westfalen „Versammlungen zur Religionsausübung“ ab dem 1. Mai wieder gestattet. Positiv ist, dass wir an dieser Stelle eine relativ liberale Regelung haben, die die nötigen „Beschränkungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln“ den Kirchen selbst überlässt. Gleichwohl sind das schon verrückte Zeiten, in denen wir uns schon über solche Mini-Erfolge freuen müssen, obwohl doch die uneingeschränkte Religionsausübung ein grundgesetzlich garantiertes Recht ist!